VANLIFE, MINIMALISMUS UND ICH

Gleich vorab: Ich bin kein Weltreisender, Globetrotter, Traveller oder wie auch immer. Aber ich habe im Sommer dran geschnuppert. Und eins der großen Themen von denen, die ihr Steinhaus aufgeben zugunsten von reisenden Reifen ist: Was nehme ich mit?

Und ich muss zugeben: nach der Rückkehr von meinem Roadtrip in meinen 173 m² Vierseitenhof frage ich mich jedes Mal, wenn ich einen Schrank aufmache: Was davon würdest du mitnehmen im VW-Bus?

vanlife

Zugegeben – und böse Zungen behaupten es schon lange: ich habe Messy-Neigungen. 20 Jahre alte T-Shirts haben noch jeden Umzug überlebt, in der Werkstatt wächst das Sammelsurium an Werkzeug, Teilen und Mittelchen Jahr um Jahr. In der Küche stapelt sich sämtliches Geschirr, was Mutter je ausgemustert hat. Ganze Kompanien könnte ich mit Frühstückstellern, Besteck und Schüsselchen ausstatten.

Auf meinem Roadtrip hatte ich natürlich extrem wenig dabei. Das lag einerseits am fehlenden Platz, aber auch an der wenig ausgefeilten Packlist. Der fehlte noch die Traveller-Erfahrung. Seit jeher bewundere ich die Bullifahrer, die in jahrelanger Erfahrung ihre Ausstattung in einem faszinierenden Maße perfektioniert haben und damit genau den idealen Punkt zwischen nicht zu viel und nicht zu wenig gefunden haben. Sicher ist: Man kann mit unheimlich wenig unheimlich weit kommen.

Die andere Frage ist: könnte ich dauerhaft auf Reisen sein? Rein technisch gesehen: ja. Würde ich Haus und Hof verkaufen, könnte ich davon sehr lange leben. Ich brauche nicht viel Geld (demnächst folgt eine Abrechnung des Roadtrips). Zudem würde man, wenn man dauerhaft unterwegs ist, nicht jeden Tag fahren wie ich es tat. Und die Fahrtkosten machen den Löwenanteil der Kosten aus. Doch ich denke, ich würde auf Dauer meine Tiere vermissen (Katzen, Enten und Hühner). Und ja, ich finde es auch schön, meine Apfel- und Kirschbäume zu pflegen und zu ernten. Andererseits habe ich die Zeit unterwegs enorm genossen. Leider schließen sich beide Sachen gegenseitig aus. Auch halbe-halbe geht nicht – wer soll sich währenddessen monatelang um Tiere und Garten kümmern?

Problem unsolved 😦

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4 Gedanken zu “VANLIFE, MINIMALISMUS UND ICH

  1. Oh ja, das stimmt – Tiere, Garten und Reisen schließen sich gegenseitig leider aus. Wir haben uns für das Reisen entschieden aber ich kann nicht abstreiten, dass mir zum Beispiel meine Pferdekoppeln und das Herumstreifen mit den Pferdchen durch die heimatlichen Wälder fehlt. Ich würde auch gerne mein eigenes Gemüse im Garten anbauen … Vielleicht kann man das irgendwann beim Reisen mal durch WWOOFen für eine Zeit genießen und dabei noch Neues lernen, doch bis wir irgendwann mal wieder festen Boden unter dem Zuhause haben, bleiben manche Wünsche unerfüllt, auch wenn die Freiheit des Reisens einfach wunderbar ist. Minimalistisch würden wir wahrscheinlich dennoch bleiben: Wir sind zu zweit da reichen im Höchstfall zum Beispiel vier Teller aus..
    Es ist einfach wie immer: Man kann leider nicht alles haben.
    Deine Tiere auf jeden Fall ganz bestimmt froh, dass Du wieder da bist! :))
    Ganz liebe Grüße, Sabine und Micha

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    1. Hallo Ihr Lieben,

      bei den Tieren weiß man ja nie, ob sie sich über dich oder über’s Futter freuen 😛
      Aber wie Ihr ganz richtig sagt: man kann nicht alles haben. Es war für mich ein klitzekleiner Ausflug in die Welt, in der Ihr lebt, damit verbunden die Chance einer Analyse, ob das auch mein Ding wäre. Doch jeder Mensch ist anders, die Wünsche, Ziele, Prioritäten unterscheiden sich jedes Mal, und so muss jeder seine eigene Entscheidung treffen.

      Liebe Grüße zurück,

      Kai

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  2. Ohhhh – ich lese schon! Da hat wer ein bisschen „Blut“ geleckt“ 😉

    man kann mit so wenig auskommen – das hätte ich NIEMALS für möglich gehalten! Ich hatte 95qm für mich alleine – voll mit allem was man (Frau) so braucht und nicht braucht! Vieles von dem, was ich kaufte, trug ich nie! Ich MUSSTE es nur haben! Seien es HighHeels, Handtaschen, Kleider, Dessous, Schmuck, Parfum oder mehr!

    Heute lebe ich so minimalistisch, dass ich mich über mich selbst wundere! Meine „geretteten“ HighHeels leben seit 2014 ein völlig unberührt klösterliches Leben in einem kleinen Plastik-Behälter. 2014 daher, weil ich da nochmal in Nice war für einen wichtigen Termin (per Flugzeug) und ich dann zurück nach Sizilien kam, wo Baffo auf mich wartete die Woche!

    Deine Tiere und Bäume? Dafür musst Du Dir die Antwort schon selbst geben – diese Entscheidung kann Dir niemand abnehmen!

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    1. Liebe Belle,

      das war auch für mich eine Offenbarung: dass ich -immerhin fast zwei Monate- mit so wenig (in einen VW-Bus passt ja noch so viel weniger rein) auskommen würde. Akut gefehlt hat mir wohl nur die Musik – ich hab ja jahrelang als DJ gearbeitet und lege gern zu Hause noch mal ne Platte auf. Langfristig würden mir halt Tiere und Garten wohl doch fehlen…na ja, mal sehen, was noch wird 😉

      Liebe Grüße

      Kai

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