Heeme eins und zwei

Eins

Heute war ein kurzer Fahrtag, rund 180 Kilometer hat google maps berechnet bis zu meinem Elternhaus im Taunus. Die verliefen eher unspektakulär, es waren allerdings wieder einige hübsche, kleine Kreisstraßen und Dorfdurchfahrten dabei. Ah ja: Die Route führte ein kleines Stück durch den Truppenübungsplatz Baumholder. Warnschilder beim Einfahren in das Gebiet, Wegweiser links und rechts verwiesen auf Schießplätze und Kommandostellen. Neben der Bundeswehr üben die US-Streitkräfte hier gern.

Zwei

Vom Taunus in den Fläming kann man schon zwei Fahrtage rechnen, bei bergigen Landstraßen. Gerade die ersten Kilometer im Taunus hatten es in sich, dort hat man offenbar bei Straßenbau die Landschaft völlig ausgeblendet und die Trassen immer die Hänge rauf und wieder runter gebaut. Der Übertritt von (ehemals) West nach Ost fand auf einer unscheinbaren Landstraße zwischen Eschwege (Hessen) und Mühlhausen (Thüringen) statt, immer wieder faszinierend, dass von dieser Mördergrenze absolut nichts mehr zu sehen ist, außer eine Gedenktafel (zumindest nicht im Vorbeifahren).

Am letzten Tag geht es dann von einem Acker, direkt an der Kreuzung des alten Postweges und der Lutherstraße bei Mansfeld in Richtung Fläming.

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Im Schwabenländle und an die Saar

Die Bundesstraße auf der anderen Seite des Sees hatte nachts auch ordentlich Verkehr, das war eher suboptimal.

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Am nächsten Morgen geht es, nach ausführlicher Nutzung der sanitären Anlagen, zunächst hauptsächlich auf gut ausgebauten Bundesstraßen gen Nordwesten. Nach der weit gefassten Umrundung von München kommen auch mal kleine Landstraßen mit ins Programm.

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Unterwegs sehe ich immer wieder Bilderbuch-Bauernhöfe, mit vielen bunten Blumen in den Fenstern und im Garten, gemütlichen Sitzecken unter uralten Bäumen. Wie man sich den Süden Deutschlands eben so vorstellt.

Zum Abend wird’s sportlich: Mein Nachtplatz liegt an einem Fußballplatz. Dort wird heute Abend die Damenmannschaft spielen. Da schaumermal 🙂

An die Saar

Die Gästedamen haben haushoch verloren, 0 – 6, meine ich. Dafür bin ich mit ein paar netten Leuten ins Gespräch gekommen, die Bar hatte geöffnet, damit gab es auch Toiletten – was will man mehr?

Den Michael hatte ich letztes Jahr beim VW-Bus-Treffen Saar am Losheimer See kennengelernt. Und wenngleich er den Wolfsburgern untreu geworden ist und jetzt einen mehr als doppelt so großen Düdo fährt, hatte er noch ein paar VW-Bus-Teile für mich, die ich endlich abholen wollte. Natürlich hat er mir bei der Gelegenheit ausführlich seinen „Neuen“ gezeigt, und beim Durchsehen von Weltreisendentreffen-Bildern haben wir zusammen von neuen Reisen in unbekannte Länder geträumt. Gepennt habe ich wie letztes Mal bei ihm auf’m Hof.

Heim ins Reich der mangelnden Netzabdeckung

So ein Wohnmobilstellplatz in der Stadt ist etwas problematisch bei einem Bedürfnis. Die Damen und Herren der Weißwarenfraktion sind da ja Selbstversorger, unsereins steht deshalb jedoch lieber in der Botanik. So viel zu meinem Nachtplatz in Gemona, einem wirklich interessanten, kleinen Städtchen nördlich von Udine. Der Ort wurde 1976 von einem schweren Erdbeben stark zerstört, auch die historische Altstadt. Aktuell wird noch der Glockenturm auf der Felsspitze wiederhergestellt, dann ist nach über 40 Jahren alles wieder schick.

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Die Fahrt führt über den Plöckenpass, durch den Felbertauerntunnel und über den Pass Thurn,

IMG_6299über Kitzbühel und Kufstein nach Deutschland, wo ich in Anbetracht des Hochladedefizits einen Campingplatz mit WLAN ins Visier nehme. Ups, und schon vorbeigefahren. Am anderen Ufer des Sees stehen die Wohnmobile direkt am Wasser – das sieht schon mal nicht schlecht aus.

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Der Demmelhof möchte € 15 für einen Camper haben, inklusive zwei Personen. Das ist schon mal OK. Dann kommen allerdings noch die Kurtaxe (50 Cent – OK!), die Duschmarke (nochmal 50 Cent) und zwei Euro für das WLAN hinzu, das wiederum nur auf einem Endgerät genutzt werden kann. Brummel. Aber die Duschräume sind beheizt und sehr sauber, das WLAN allerdings ist recht träge. Datennetz über Funk gibt es gar nicht, der Handyempfang ist äußerst mäßig. Willkommen in Deutschland!

Drei-Länder-Tag

Die „weiße Straße“ wurde gegen 19 Uhr tatsächlich schlagartig ruhig, und so hatte ich eine geruhsame Nacht. Das Frühstück am Tag danach, schön am See, an dem tags zuvor die Hölle los war, geplant, viel denkbar kurz aus, da just hier die Sonne gar nicht durchkommen wollte. Also nicht lange rumgetrödelt, ab zurück nach Slowenien. Der Abstieg aus dem Gebirge war noch einmal wunderschön.

Da ich bei der (zweiten) Einreise über die Hauptverkehrsstraße einen langen LKW-Stau südseitig der Grenze gesehen hatte, in dem auch die PKW gefangen waren, beschloss ich, ganz einfach die GO-Route rückwärts zu fahren, also den Grenzübergang Lisac mit der Schotterpiste. Doch was vorwärts geht, muss noch lange nicht rückwärts funktionieren! Zwischen Lisac und Grenze hatte das unscheinbare, schwarze SUV hinter mir auf einmal blaues Blitzlicht – Grenzpolizei, die Zweite! Diesmal waren sie nicht ganz so entspannt wie beim ersten Mal, wollte ich doch nach eigener Aussage von hier nach Slowenien, was nach ihrer Aussage nicht ging. Auch mein Einwurf, dass ich die Strecke vor zwei Wochen selbst gefahren bin, half wenig, machte mich eher noch mehr verdächtig. Was ich in Kroatien gemacht habe, wo ich war, dann wollten sie die Eintrittskarte von Plitvic sehen (die ich zum Glück gefunden habe, zusammen mit einer Tankquittung). Dann wurden mein Name und Kennzeichen per Funk übermittelt, offenbar wurde geprüft, ob ich wirklich dort getankt habe (Zahlung per EC). Natürlich wurde auch der Bus begutachtet, aber ich brauchte nichts auszuräumen.

Zum Schluss wurden mein Ausweis, die Eintrittskarte und der Tankbon sowie das Auto von allen Seiten fotografiert, und ich wurde  zum „richtigen Grenzübergang“ eskortiert.

Jetzt aber fix nach Italien, da kann man wenigstens entspannt frei stehen. Nachdem ich oberhalb von Triest einem Mautpreller-LKW-Stau gerade noch so entkommen war, ging es wieder ganz runter ans Wasser. Einen kleinen Hafenschlenker hatte ich mir von Google zeigen lassen. Leider ist Google nicht aktuell, die letzten 10 Meter wären höchstens mit einem Quad zu befahren und dazu verboten. Dafür habe ich den Timavo gesehen, den vermeintlich kürzesten Fluss der Welt, der aber die Fortsetzung des Reka, dessen Höhlen wir auf der GO-Runde besucht hatten, ist. Wiki weiß zudem: „Dies ist der Ort, an dem die Argonauten des Jason und die Gefährten des Aeneas auf ihrer Flucht von Troja gelandet sein sollen. Hier sollen auch nach der Sintflut die ersten Überlebenden gelandet sein, worauf ihnen einer der vier Engel, die mit ihrer Trompete das jüngste Gericht verkünden, erschien.“ Hat auch was.
Der Nachtplatz ist ein Wohnmobilstellplatz in Gemona, muss man auch mal probiert haben 😉

PS: von diesem Tag gibt es tatsächlich keine Fotos, empfohlen sei aber das Städtchen Gemona, zum Fotografieren war es bei meinem kleinen Stadtrundgang allerdings schon zu dunkel.

Noch ein Mal Küstenstraße, jetzt gen Norden

Am Vortage hatte ich schon einige Informationen zu den Bären und dem Refugium bekommen. Hier werden Bärenbabys gepflegt, die von ihrer Mutter verstoßen oder getrennt wurden. Der Besuch ist kostenfrei, aber Spenden sind möglich. Außerdem können lokale Produkte erworben werden.

Die Fotosession mit den Knuddeligen hatte ich auf heute verschoben, doch das drohte ein Debakel zu werden, denn der Nebel wollte sich einfach nicht auflösen. Der dachte sich wohl auch: Es ist Sonntag, ich mach mal ruhig. Dadurch kam ich am Infostand mit dem Chef -er möchte lieber als Schirmherr bezeichnet werden- Ivan Pavenka ins Gespräch. Er hatte, noch vor der Wende, viele Jahre in West-Berlin gelebt, liest immer noch die Süddeutsche Zeitung und spricht ausgezeichnet Deutsch. Wir philosophierten etwas über Gott und die Welt, bis andere Besucher seine Aufmerksamkeit in Anspruch nahmen.

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Inzwischen war -wie Ivan übrigens vorausgesagt hatte- die Sonne durchgekommen und so habe ich meine Bärenfotos geschossen.

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Irgendwann nachts hatte hinter meinem Bulli ein Opel Movano mit englischem Kennzeichen eingeparkt. Jetzt stellte sich heraus, dass zwei junge Mädels damit auf großer Tour waren. Im Winter arbeiten sie in Skiressorts und jetzt im Sommer touren sie durch Europa. Genau wie ich, so haben sie mir verraten, hatten sie die „grandiose“ Idee, im Hochsommer nach Spanien und Portugal zu fahren, wobei sie ebenfalls feststellen mussten, dass es eigentlich nur an der portugiesischen Küste auszuhalten ist.

Sie haben mir noch einen „Geheimtipp“ gegeben: die Mini-Bucht Zavratnica ist traumhaft schön, außerdem kann man dort die Reste eines deutschen Schiffes im Wasser liegen sehen. Man kann die Bucht entweder erwandern, das kostet absurderweise aber Eintritt. Oder aber man fährt zum Aussichtspunkt, dann kann man alles von oben bewundern, kostenfrei. Und siehe da: Dort treffe ich noch ein Mal die Mädels.

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So, jetzt geht’s aber rigoros gen Norden. Noch ein Mal Küstenstraße satt. Heute ist Sonntag – Motorradfahrertag. Man (ich!) könnte sich an den Straßenrand setzen und den ganzen Tag Motorräder gucken. Die Strecke ist aber auch optimal: Kurven ohne Ende, guten Straßenzustand und jetzt außerhalb der Saison nicht zu viel Verkehr.

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Zwischen Crikvenica und Rijeka verlassen ich die Adria, und in Hreljin schickt mich das Navi eine Straße hoch, so was Steiles bin ich noch nie gefahren. Himmel ging das zur Sache. Ich muss ganz ehrlich sagen, dass mir etwas mulmig zumute wurde. Ganz großes Lob für den Bus, dass er das ohne Murren geschafft hat.

Bei den in Frage kommenden Freisteherplätzen wird vor Trubel an Wochenenden gewarnt, und leider ist heute Sonntag und tatsächlich ist dort die Hölle los. Also bin ich ein Stück weiter gefahren und habe mir einen Platz neben der Straße gesucht, hoffentlich wird die Straße noch ruhiger die Nacht, im Moment ist zumindest noch wahnsinnig viel Verkehr für eine weiße Straße auf der Karte.

 

In der Höhle der Bären

Es war niemand gekommen. Aber weil sich das so gehört, wollte ich mich bei dem älteren Herrn bedanken und verabschieden. Doch der war gar nicht da, dafür -ich vermute- seine Frau nebst einer Bekannten. Diese sprach sogar etwas Deutsch. Auf meine Frage, was ich für die Übernachtung schuldig sei, antwortete sie nach etwas hin und her mit der Alten wohl eher pauschal: 100 Kuna. Die sollte ich, mit einem Stein beschwert, auf den Tisch der Terrasse legen, meinte sie.

Zum Anfang der heutigen Route hatte ich mir einen zweifachen Schlenker über den Fluss Krka und damit durch den Nationalpark (auf öffentlichen Landstraßen) ausgesucht. Der Abstieg in das canyonartige Tal war wieder spektakulär, die Querung des Talbodens ein Leckerli. Auf der anderen Seite oben angekommen war die weiterführende Straße gesperrt. Aber das machte ja nichts, denn ich wollte links ab, parallel zum Fluss, um diesen weiter oben nochmals zu queren. Doch nach einigen Kilometern war „meine“ Straße unvermittelt auch gesperrt. Ein Mopedfahrer meinte: „Macht nichts, einfach durchfahren“. Haben wir zusammen dann auch gemacht, am verwunderten Dampfwalzenfahrer vorbei bis, ja, bis das Material für den Unterbau nicht schon platt, sondern noch in Haufen auf der Trasse lag. Kein Vorbeikommen möglich. Der Mopedfahrer war offensichtlich auch überrascht, es blieb uns nichts anderes übrig, als zu wenden. Doch…die logische Umleitung wäre -richtig!- die Straße gewesen, die vorhin schon gesperrt war. Für diese wiederum war jedoch eine Umleitung ausgeschildert -frei nach dem Motto „Rom – Paris – Papestraße“- und in einem der folgenden Dörfer wies mir das Navi an, rechts abzubiegen, doch – dort war auch gesperrt.

Hilflosigkeit machte sich breit. Ist das hier ein Labyrinth? Versteckte Kamera? Ohne Zögern habe ich den erstbesten Local angesprochen, in einem Gemisch aus Deutsch und Englisch riet er mir, die Straße rechts am Laden vorbei zu fahren. Der Asphalt werde zwar bald aufhören, aber das sei mit meinem Bulli ja kein Problem (war es auch nicht). „Etwa 10 Kilometer immer geradeaus“, meinte er, und so war es auch. 10 Kilometer feinste GO-Schotterpiste.

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Endlich kam ich auf meine Planstrecke und konnte die zweite Krka-Querung machen, die für all die Mühen reichlich entlohnte.

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Und dann kam sie, die Straße der Straßen. Egal, was ich für Zwischenstopps eingab, das Navi wollte mich partout nicht über diesen Pass schicken. Egal, gefunden hab ich ihn trotzdem. In Bezug auf die Küstenstraße war ich ja schon eine „Treppenstufe“ höher, doch nach dem Abbiegen ging es direkt auf die unnahbar scheinende Gebirgskette zu. Wo soll da ein Einstieg sein?

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Die Straße schlängelt sich um einen vorgelagerten Hügel und nutzt diesen als Tritt für die Felswand. Und auf ein Mal die Autobahn. In einer zehn Kilometer langen Riesenserpentine hat sie sich ebenfalls hochgeschwungen. Mein kleines Sträßchen überquert die Tunneleinfahrt der A1, der Fahrbahnbelag geht in Schotter über und klettert weiter fleißig nach oben.

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Es schottert und schlängelt sich an den Felswänden entlang, biegt um die nächste Ecke, um wieder neue Fernsichten freizugeben. Das Panorama und die Landschaft, behaupte ich mal, können locker mit der Ligurischen Grenzkammstraße (Nord) mithalten. Einfach nur traumhaft.

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Kurz vor einem ersten Scheitel stehen drei Landrover mit der Beschriftung „Foto-Safari“. Die Herren Chauffeure schauen etwas verwirrt, die Fotogäste nehmen vermutlich ungeplante Bullibilder von der Safari mit nach Hause. Hier soll auch ein Winnetou-Drehort sein (Tal der Toten). Auf dem richtigen Pass, Mali Alan, 1044 Meter, steht dann noch ein Wegweiser, wohin es denn überhaupt geht. Gut zu wissen, hier oben. Als ob man noch groß eine Auswahl hätte.

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Die Abfahrt ist nicht ganz so spektakulär, da im Mischwald, der sich allerdings in schönsten Oktoberfarben zeigt.

Und dann kratzt die Tanknadel am „R“. Bin zwar wieder unten, aber hier sind nur Dörfer. Das schlaue Navi schickt mich auf eine Autobahntanke, obwohl es auf „Autobahnen vermeiden“ eingestellt ist. Die nächste größere Stadt ist Gospic, 32 Kilometer. Ich hasse so was. Und natürlich ist an der Einfallstraße, über die ich reinkomme, keine Tanke. Und auch nicht an der, auf der ich wieder raus fahre. Also wieder gefragt. Richtung Zagreb soll ich fahren. Dort gibt es gleich zwei. Tatsächlich.

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Nächstes Ziel war das Bärenrefugium in Kuterevo. Für die Anfahrt hatte ich mir wiederum einen schönen Schurbelschlenker ausgesucht. Der hatte es allerdings in sich. Irgendwie hatte ich die Distanz unterschätzt, die Strecke zog sich ewig und die Sonne senkte sich. So was im Dunkeln zu fahren ging aber gar nicht. Also immer ein Auge auf die verbleibenden Kilometer, eins auf die Uhr (und ein halbes auf den Stand der Sonne). Angeblich konnte man beim Refugium auch über Nacht stehen. Doch was, wenn nicht? Im Dunkeln einen Nachtplatz suchen geht gar nicht. Unterwegs wären genug gewesen, aber das war im Naturpark. Letztendlich konnte ich bei den Bären nächtigen. Zu den Knuddeltieren beim nächsten Mal mehr!

Krka

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Der Tag beginnt mit einem traumhaften Sonnenaufgang. Zudem stehe ich fünf Schritte vom Wasser (und: Ja, ich war sogar drin. Natürlich hat just da das Handy gestreikt, also gibt es kein Beweisfoto. Und jetzt erzähl mir nichts von Märchen!).

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Das Pärchen genießt ebenfalls den Sonnenaufgang und ist dann in Nullkommanichts verschwunden. Keine Spur auch vom Betreiber. Er soll ja gestern Abend da gewesen sein, hat sich aber nicht die Mühe gemacht, mich zu begrüßen, sondern ist einfach wieder verschwunden. Auch jetzt ist niemand da, nur die vier angeketteten Hunde und unendlich viele Katzen. Der Pick-Up steht -wie schon gestern- mit Zündschlüssel und offenen Fenstern vor dem Gebäude, in der „Bar“ dudelt Musik, auf und unter einem Tisch stapeln sich Hunde- und Katzenfutter, wo’s geht, haben sich die Katzen bereits selbst versorgt. Auch im Auto haben sie es sich bequem gemacht – Fenster steht ja offen. Alles sehr strange. Da nach wie vor niemand da ist, der meine Bezahlung annimmt, muss ich leider ohne abreisen. So halte ich doch noch meinen Plan ein, in Kroatien wenigstens jede zweite Nacht „frei“ zu stehen. Ein bisschen nervös bin ich aber doch, dass ich dem Betreiber, der mein nicht gerade unauffälliges Auto ja bestimmt gesehen hat, unterwegs begegne. Schließlich gibt es nur eine Zufahrtsstraße zu dem Inselkomplex.

Ich möchte noch etwas der Küstenstraße fahren, umschiffe Zadar, denn das Stadtgewusel nervt, und fahre bis kurz vor Trogir.

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Auch wenn die neue Straße immer noch viele 40-km/h-Kurven hat, ab und zu sieht man Reste der alten Trasse: viel schmaler, mehr Steigungen und noch krassere Kurven. Kein Wunder, dass die seinerzeit als höchst gefährlich galt.

Ich beschliesse, wieder ins Landesinnere zu fahren. Die Küste ist mir einfach zu hektisch, zumindest auf großen Strecken, so schön sie auch ist. Überall stand schon der Nationalpark „Krka“ angeschrieben (nein, der hat nichts mit der Insel zu tun). Doch hier schreckt wieder der hohe Eintritt ab: 26 €. Das scheint so ein Konzept zu sein: Wir bieten ein Gesamtpaket aller Attraktionen an, doch wer nur eine sehen will, hat Pech: Einzeltickets gibt es nicht (bei der Großglocknerstraße ist das ähnlich). Also fahre ich nur um den Park herum, genieße die Landschaft, und für die Nacht habe ich den „Camp Europa“ angepeilt.

Doch das Tor ist zu. In der Einfahrt nebenan sitzt hinten ein älterer Mann. Ich befrage ihn und er bedeutet mir, er werde aufschließen. Letztendlich galt es nur, einen Riegel aufzuschieben, er deutet mir an „Such dir einen Platz“ und geht wieder zurück. Auch spannend…mal sehen, wie das hier morgen früh ist bzw. ob heute Abend noch jemand kommt.

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Adriawärme und Tourismus-Terror

Der Hobbit-Camping (offiziell heißt er „Camp Velebit“, nach dem gleichnamigen Naturpark) erwacht im Nebel. Schließlich haben wir Mitte Oktober und befinden uns (noch) in der Bergregion. Mühsam leckt die Morgensonne die Nebelschwaden aus dem kleinen Tal – und trocknet auch den Bulli. Nach Duschen und Frühstücken und nettem Plausch mit dem Betreiber ist es höchste Zeit für die Küste! Die Küsten-Bergkette muss noch über einen kleinen Pass bezwungen werden, dann geht es hinab in die wohlige Wärme – und das mit atemberaubenden Fernsichten auf die Küste und die vorgelagerten Inseln.

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Auf dem Programm steht die Insel Pag, ein langes, schmales Band Felsen vor der Küste Kroatiens. Insbesondere: der Nordpunkt. Solche „Enden einer langen Straße“, solche „Punkte, wo es nicht mehr weiter geht“ üben eine magische Anziehungskraft auf mich aus – egal, wie unspektakulär sie eventuell sind.

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Hier wird erwartungsgemäß die Straße auf ihren 60 Kilometern immer schmaler, weniger ausgebaut, und am Nordpunkt endet sie dann tatsächlich recht romantisch mit einer Steilabfahrt in das Fischerdörfchen Tovarnele. Der dort ausgeschriebene Stellplatz erwies sich jedoch als mit Verbotsschildern bepflastert und obendrein laufen überall Touris rum, ein weiterer Freihsteherplatz mit Strandbar war laut Kommentaren schon mehrfach mit 1000 Kuna (130 €) Bußgeld belegt worden. Als ich mich dort umsah, standen direkt am Strand Zirkusleute, ich hatte weiter oben angehalten und wenig später kam jemand von der Strandbar wild gestikulierend in meine Richtung.

Die Campingplätze in der direkten Umgebung waren auch keine Empfehlung, also viel meine Wahl auf einen, der schon etwas weiter auf der Rückroute lag. Schön abseits vom Dorf direkt am Strand gelegen, ein (der einzige?) Gast winkte mir zu: der Chef sei gerade nicht da, ich solle mir einfach einen Platz suchen. Da steh ich nun und frage mich, was wird, wenn der Betreiber morgen früh auch nicht da ist?

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Ach übrigens witzig: Ich stehe ziemlich genau gegenüber dem Punkt mit der Strandbar.

Später kommt noch ein Pärchen mit Zelt und Zweirad und lässt sich unweit nieder. Sie erzählen, der Betreiber sei kurz da gewesen, jetzt aber wieder weg. Hm. Schaumermal.

Eine Fahrt ins Graue

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Loch Ness(ie) war dann wohl doch schon im Winterschlaf, und die direkt benachbarten Häuser offensichtlich auch schon. Nur der Postbote kam noch für das letzte Haus am Ende der Straße, und das bereits erwähnte Pärchen. Danach war es sagenhaft ruhig an diesem kleinen aber vermutlich recht tiefen See, der aus der am anderen Ende liegenden Felswand gespeist wurde und unterirdisch entwässerte. Beizeiten ging es wieder los, Richtung Binnenland fahrend kam ich auf dieser Höhe doch schnell wieder zu den Plitvicer Seen, also habe ich mir noch die Zufahrt „hintenrum“ angesehen, die wir beim offiziellen Besuch vor einer Woche schon entdeckt hatten.

Allerdings war der ganze Vormittag eher eine Fahrt ins Graue – der Nebel wollte sich einfach nicht lichten. Das Grau-in-Grau passt zu den zerschossenen Hausruinen, deprimierende Relikte des Balkankrieges.

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Also kurzentschlossen wieder Richtung Küste und Mittelmeerklima. Dabei kam ich teilweise wieder auf die GO-Route, wenn auch andersrum. So viele Streckenvarianten gibt es hier eben nicht. Schon wieder im Neuland kam ich an den Fluss Lika, der sich dort canyonartig durch die Landschaft schlängelt, später zu einem See aufgestaut wird und danach in der Karstlandschaft versinkt…inzwischen war auch die Sonne wieder mit von der Partie. Das gab tolle Bilder.

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Nach etwas Zick-zack stehe ich jetzt am „Hobbit-Camping-Velebit“, endlich einer mit Single-Reisenden-freundlicher Preisstruktur. Ich bin der einzige Gast, also freie Platzwahl. Der Betreiber sprich ausgezeichnet Englisch und ist sehr freundlich.

IMG_6156Ich nutze das WLAN, um den vorigen Bericht hochzuladen und dann geht’s auch schon ab in die Falle.

Abschied von der Insel und ab ins Hinterland

Wie das immer so ist: Am Morgen nach der Übernachtung findet man die tollsten Platze. Krk hat ja viele Stichstraßen, die am Wasser enden. So auch die von Punat.

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Und ganz am Ende, da, wo’s wirklich nicht mehr weitergeht, ist eine traumhafte, einsame Bucht, wo man vermutlich auch nachts nicht von den Ordnungshütern belästigt wird…

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OK, OK, ich bin ehrlich (Google Earth hätte es sowieso verraten): Dort geht eine Hochspannungsleitung in ein Seekabel über, was offensichtlich einen großen, hässlichen Betonbau erfordert, der dort rumsteht. Also doch nur bedingt paradiesisch.

Um mein Bild der Insel abzurunden, durchfahre ich auch noch die Dörfer im Nordosten, um schließlich wieder ans Festland zurückzukehren. Die Richtung Süden führende, berühmt-berüchtigte Küstenstraße hatten wir ja schon im Rahmen des GO „abgehakt“, zumindest bis Senj, deshalb hatte ich mich entschlossen, jetzt eine parallel verlaufende, deutlich kleinere Straße zu befahren.

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Die führte quasi direkt unter den Steilhängen der ersten Bergkette entlang, bis diese bei Bribir zurückwich und damit einen Einstieg ins Hinterland freigab. Ein stürmischer Wind fegte durch diese Schneise zur See, in der kargen aber beeindruckenden Landschaft konnten sich nur Sträucher halten. Weiter im Inland wurde der Wind weniger, die Bäume mehr und die Straße kurviger. All überall war die Holzgewinnung in vollem Gange.

Und dann kam wieder so ein Geräusch, was keiner mag. Ein Schaben, rhythmisch. Ich fuhr langsamer, um das Geräusch besser zu hören. Krrrt – krrrt – krrrt. Aber obwohl ich langsamer fuhr, wurde das Geräusch nicht langsamer. Hä? Wie geht das? Was soll das sein? Ich fuhr noch langsamer, das Geräusch wurde noch deutlicher – und irgendwie kannte ich es auch. Im selben Moment fiel mein Auge auf das Autoradio. Das war auf ein Mal an – und drin lief die Schranz-CD von Chris Liebing. Noch Fragen?? Selten so über mich selbst gelacht. Böse Zungen behaupten ja sowieso, Schranz sei keine Musik, sondern nur Lärm…

Nach diesem „Schock“ galt es, so langsam ein Quartier für die Nacht anzupeilen. Nach der kostspieligen Nacht in Krk wollte ich diesmal einen Freisteherplatz wagen – trotz aller Warnungen, die bezüglich Kroatien ausgesprochen waren. Zudem waren die in Frage kommenden Campingplätze keine Empfehlungen, aber trotzdem teuer.

Die Wahl fiel auf einen kleinen See, der an einer Sackgasse lag (gutes Vorzeichen), allerdings direkt am Ortsrand (weniger gut). Am frühen Abend kam ein Pärchen hinzu, die ein wenig um den See gedaddelt ist, sonst blieb alles still.

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Ob ich problemlos aus dieser Nummer raus gekommen bin, lest ihr dann im nächsten Beitrag.

 

Krk – es geht auch ohne Vokale

Neben der gleichnamigen Inselhauptstadt gibt es auch noch das Örtchen Vrh – Vokale werden völlig überbewertet, finden die Kroaten.

Großes Lob an den Campingspezialisten in Triest. Er hat in seinem Google-Eintrag nicht zu viel versprochen: hier gibt es wirklich alles. Auch Camping-Gaz-Flaschen in allen möglichen Größen. Und er hatte sogar schon vor den angekündigten 8:30 Uhr auf. Dafür sprach die Dame so gut wie kein Englisch, und Parken war eine Katastrophe. Aber  nichts, was nicht zu lösen war.

Die Route nach Krk habe ich Google berechnen lassen – natürlich ohne Autobahnen. Die beiden Grenzübertritte waren problemlos, wobei angemerkt sei, das von Kroatien nach Slowenien beträchtlicher Andrang, vor allem von LKW verursacht, war. Hinter der Grenze schickt mich Google schon bald auf eine ruhige Nebenstraße. Zeit für ein Käffchen, schließlich hatte ich ja wieder Gas.

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Ein weißer Caddy-Kasten schleicht vorbei und hält kurze Zeit später hinter mir an. Grenzpolizei! Ausweis und Fahrzeugpapiere. Offensichtlich falle ich dann doch nicht in ihr Beuteraster, sie schauen noch etwas in den Bus hinein („Oldtimer? Ja. Welches Jahr?“).

Merke also: Nicht unbedingt in der Grenzregion „sinnlos“ anhalten…

In der Umfahrung von Rijeka lande ich auf der GO-Route, bis ich bei Bakar in einem Spaghettiknoten von an, in und über den Berg gebauten Brücken nach Krk abzweige.

Die beeindruckende Brücke auf die Insel ist gebührenpflichtig, 6 Euro irgendwas werden fällig.

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Auf Krk schlägt einem zuerst der Kommerz um die Ohren: Werbetafeln säumen die Straße, riesige Supermärkte ebenso. Weiter im Inland wird es dann deutlich ruhiger. Den südlichsten Ort, Baška, habe ich mir angesehen,…

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…dann geht’s zum Campingplatz. Endlich mal wieder duschen!

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Triest

IMG_6108Der Morgen fängt gut an: die Gasflasche ist alle. Super – an einem Sonntagmorgen! Nun ist Camping Gaz ja eine französische Erfindung, also rechne ich mir in Italien noch recht gute, in Slowenien eher schlechte Chancen aus, Ersatz zu finden (PS: steht auch auf der Flasche: eintauschbar u.a. in Italien, nicht aber Slowenien). Also muss ich den Sonntag außerplanmäßig noch im Triester Raum verbringen. Ich daddel ein wenig in den Dörfern oberhalb Triests rum, aber noch auf der italienischen Seite verbleibend. Das Wetter bessert sich auch, ab und zu schaut die Sonne durch. Hier und dort gehe ich etwas in den Wald hinein und wunder mich über die allseits vorhandenen Mäuerchen im Wald. Zur Abgrenzungen von Flurstücken? Dazu sind es zu viele, zu verquere. Aber wozu sonst? Ideen und Vorschläge gerne in die Kommentare 🙂

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Die warme Sonne gibt mir auch Gelegenheit, das Auto mal gut durchzulüften, nach dem Regen -und überhaupt- tut das mal ganz gut.

Der nächste „offizielle“ Camping-Gaz-Händler wäre übrigens in Udine – ich hoffe, dass der lokale „Campingspezialist“ in Triest aber auch diese Gasflaschen führt – seine google-Bewertungen stimmen optimistisch. Im nächsten Bericht erfahrt ihr es.

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Mangart

Der Nachtplatz stellt sich bei Tageslicht als durchaus attraktiv raus, und hätte ich mich getraut, etwa weiter zu fahren, hätte ich sogar schön im Wald gestanden (und außer Sichtweite der Straße). Aber im Dunkeln war die Qualität des Weges nicht abzuschätzen…

Auch im Hellen finde ich den Nachtplatz von 2006 nicht. Muß nochmal im alten Roadbook nachlesen, vielleicht war ich noch nicht weit genug. Heute also noch Mal über den Paso di Predil zurück nach Slowenien. Kurz hinter dem Paß mach ich einen kurzen Zwischenstopp an der Festung Kruž, neben der der Fluß in einer bestenfalls einen Meter breiten, aber ordentlich tiefen Schlucht vorbeirauscht.

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Kurz danach folgt der Abzweig zum Mangart. Der Berg selbst ist 2679 Meter hoch, der befahrbare Sattel gut 2000, erreichbar über eine spektakuläre Straße mit bis zu 22% Steigung.

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Doch was ist das: schon weit oben auf einmal ein Sperrschild: Felssturz, Verboten für Fahrzeuge und Fußgänger! Als braver Deutscher hält man natürlich auf dem Wendeplatz an, sieht dann einen Ungarn nur kurz stutzen und dann weiterfahren. Eine kurze Internetrecherche ergibt dann, dass wohl sogar der Pförtner, der unten fünf Euro Maut kassiert hat, sagt, man könne ruhig bis oben fahren. Also los.

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Der Felssturz ist tatsächlich längst geräumt, und es ist freie Fahrt bis oben, wo man in einer Schleife über den Sattel geleitet wird. Dort parkt auch der Ungar, offensichtlich ist er wandern, sonst ist keine Menschenseele oben. Mir ist es viel zu zugig, außerdem lausig kalt, zudem ziehen Regenwolken auf: Zeit für den Abstieg.

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Ich schleiche mich nochmals an die Goldener-Oktober-Strecke ran und nehme die slowenische Grenzkammstraße in Angriff, die wir ja in Lig wegen meines Limaproblems verlassen haben. Besonders schön ein Schotterstück, das direkt am Grenzfluss entlangführt.

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In Nova Gorica war Einkaufen angesagt, schließlich stand der Sonntag vor der Tür. Als Nachtplatz hatte ich mir einen Parkplatz an dem Doberdo-See (der zwar auf der Anfahrt, aber von dort nicht zu sehen war) ausgesucht. Der Platz war schön ruhig, aber der nächtliche Regen hat genervt. In den frühen Morgenstunden hat er aufgehört, so konnte ich doch etwas schlafen.

Postojna & Abschied von GO-Team

In unmittelbarer Nähe des Campingplatzes erwarten uns die Grotten von Postojna, auch als Adelsberg bekannt. Sie wurden bereits im 16. Jahrhundert touristisch erschlossen, erst noch mit Fackeln und Kerzen sowie handgeschobenen Waggons, doch schon Ende des 19. Jahrhunderts zog elektrisches Licht ein, später auch eine elektrische Höhlenbahn, mit der man heute noch 3,5 der 5 Kilometer des touristischen Teils befährt. Die Höhle besticht durch ihre Größe, vor allem aber durch ihre Vielfalt und Farbvariationen der Tropfsteingebilde. Allerdings ist sie, wie übrigens auch die anderen Sehenswürdigkeiten dieser Tour, selbst weit außerhalb der Saison von Asiaten geradezu überlaufen.

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Nach der Besichtigung fahren wir wiederum über kleine und vereinsamte Sträßchen durch das slowenische Hinterland…

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…bis Most na Soči. Am dortigen Bahnhof hat Torsten ein besonderes Schmankerl vorbereitet: eine Bahnverladung mit Kammdurchstich bis nach Bohinjska Bistrica. Die Bullis reihen sich auf offenen Flachwagen, teilweise ohne Geländer, auf. Wir belegen fast den ganzen Zug! Ein einziger Personenwaggon fährt noch mit.

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Die Diesellok hat gut zu tun mit der historischen Fracht.

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Um ja nicht durch die Städte Bled und Jesenice zu müssen, schurbeln wir uns nochmals durch traumhafte Bergwälder, meist auf Schotterpisten. Ein kleines Malheur passiert unterwegs noch: Ein Handbremshebel hatte sich gelöst und in der Bremstrommel sein Unwesen getrieben. Die geballte Fachkompetenz, die beim GO unterwegs ist, hatte den Fehler genauso schnell analysiert wie behoben.

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In Mojstrana, im Tal der Save, biegen wir dann auf die Hauptstraße ein, und während die Oktoberer den Wurzenpaß ansteuern, biege ich schon in Kranjska Gora ab, um den Vršič zu erklimmen.

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Der erste Schnee der Tour – aber noch weit weg auf den Bergflanken.

Eigentlich wollte ich noch dem Mangart mitnehmen, aber die Zeit sitzt mir im Nacken, will ich doch in Italien nächtigen. Also nur den Passo del Predil rüber und den Nachtplatz der 2009er Tour gesucht – und im Dunkeln natürlich nicht gefunden. Ein kleiner Waldweg bietet mir stattdessen Unterschlupf, das war das Bestmögliche in der Finsternis. Nachts röhren im Wald irgendwelche Tiere, wirklich hilfreich zum Einschlafen ist das nicht!

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Karl-May-Tag

Heute standen die Plitvicer Seen auf dem Programm. Der Schatz im Silbersee ist nur einer der Filme, die in den 1960er Jahren hier gedreht wurden. Der Shuttlebus bringt uns zum Naturpark, in dem wir dann geschlagene acht Stunden Zeit haben, die Wunder der Natur zu bewundern. Mutigerweise folgen wir dem Gerücht, dass es besser sei, sich am „Eingang 2“ absetzen zu lassen. War es dann wohl auch, denn ohne Chinesenstau sind wir durch den Eingang gekommen.

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Die Landschaft der Terrassenseen ist schon beeindruckend, wir wandern, ruhen, staunen und wandern weiter, fahren mit dem Elektroboot und dem Panoramazug und haben letztendlich zumindest große Teile des Naturparks gesehen. Überall plätschert Wasser, rauschen Bäche, stürzen Wasserfälle hernieder.

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Überall Tümpel, Teiche, Seen. Zum Schluss sind wir doch ziemlich geschafft, sind wir doch viele, viele Treppenstufen hinauf- und wieder hinuntergelaufen. Am Campingplatz wird alles noch mal ausgewertet, zeitig geht’s dann in die Koje.

Von Slowenien nach Kroatien

Heute stand Kultur an, Weltkultur sogar. Weltkulturerbe, um genau zu sein: Die Höhlen von Škocjan. Hier verschwindet der Fluss Reka Stück für Stück im Karstgestein und rauscht durch eine gigantische Tropfsteinhöhle. Erst ein ganzes Stück weiter, in Italien dann schon, kommt er wieder zu Vorschein. Mehr „aus Versehen“ habe ich diese „Zweitquelle“ in Italien auf der Rücktour gesehen.

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Die Besichtigung war ausgesprochen beeindruckend – und sportlich: 500 Treppenstufen galt es zu passieren. Die meisten zum Glück abwärts 😉 Eine kleine Bergbahn hat uns am Ende wieder nach oben gebracht.

Danach ging es wieder ans Steuer. Durchs slowenische Hinterland und über einen Grenzübergang „in the middle of nowhere – Tor und Stacheldraht“ gelangten wir nach Kroatien. Zu diesem Grenzübergang später (bei der Rücktour) mehr! Wir hangeln uns hinunter nach Rijeka und folgen der berühmt-berüchtigten Küstenstraße (heute allerdings entschärft) bis Senj.

IMG_5948Ein wahnsinniger Landwind macht das Fahren allerdings zu einem Kampf gegen die Naturgewalten.

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In Senj verabschieden wir uns von der Küste und entern vermintes Gebiet. Überall sind die Spuren des Krieges zu sehen: Einschusslöcher und zerstörte Häuser, Minenwarnschilder beidseitig des Weges. Gleichzeitig wird die Landschaft immer einsamer: nur noch vereinzelte Häuser, kaum Dörfer, eine Straße eher wie ein Wirtschaftsweg, sich endlos durch die Landschaft schlängelnd. Erst in der Nähe der Plitvicer Seen kommt wieder Leben in die Landschaft. Dort lassen wir uns nieder um morgen ein weiteres Weltkulturerbe zu besuchen, eins der ältesten zudem.

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Slowenien

Heute hieß es: nicht kleckern – klotzen! Direkt ab Nachtplatz war Kraxelei angesagt. Erster Gang. Von einer im ersten Weltkrieg angelegten Pflasterstraße waren nur rudimentäre Fragmente erhalten, über Steinspitzen und -stufen klettern wir dem Stol entgegen. Den fotogenen Dreisprung unterhalb des Stol hatten wir 2009 schon passiert, nun galt es, das Bildmaterial zu aktualisieren.

IMG_5900Von dort ging es weiter auf die Slowenische Grenzkammstraße, für Intimi die 605, hier prägte der Roadbookschreiber auch den Begriff „rechtsrechtsgeradeausbergabführend“.

IMG_5911Hier oben meinte der Kraftwagen des Autors dieser Zeilen, seinen Dienst mit zwei Mal Ruckeln und zwei Knallern aus dem Auspuff quittieren zu müssen. Doch Aufgabe? Fehlanzeige! Die Analyse ergab: leere Batterie. Warum? Dazu später. Eine Zweitbatterie war vorhanden, daher: Weiterfahrt, Marsch!. Um das Schicksal nicht herauszufordern, wurde auf den Rest der Kammstraße verzichtet. Als Nachtplatz war zur Abwechslung ein Campingplatz eingeplant, und die Fehlersuche führte zu einer Ladekontrollleuchte, die sich aus dem Instrumententräger gelöst hatte und daher nicht den erforderlichen Erregerstrom an die Lichtmaschine abgab, wodurch diese nicht mehr lud. Problem erkannt – Problem gebannt: nach etwas Fröbelei war alles wieder schick 🙂 .

Und so haben wir ganz entspannt Reinhards Geburtstag auf dem Campingplatz Dujceva Domacija in Vremski Britov gefeiert.

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Der Goldene Oktober 2018 – Anreise und Start

Der frühe Vogel fängt den Wurm, jaja, alles schön und gut. Traditionell habe ich mit den Vorbereitungen zum Goldenen Oktober zwei Wochen vor Abfahrt begonnen, und das sah  dann so aus: den ganzen Bus ausräumen. Schließlich galt es, den Traum-Fußbodenbelag -Idee geklaut bei „the idle theory bus“- sowie zeitgenössisch korrekte Vorhänge und ein neues Waschbecken zu verbauen.

Planung: eine Woche Innenausbau und eine Woche Technikvorbereitung. Realität: 1,5 Wochen probiert, eine Holz-Bodenplatte der Abmessung 1,53 x 1,31 m ab Lager zu finden (erfolglos), sodann alsnoch Sperrholz gestückelt und die Technikwartung aufs Minimum reduziert. Doch dazu später 😉

Polle vom anderen Ende Berlins hat dann beim Zusammenbau der Inneneinrichtung assistiert, so konnte zumindest Teil eins erfolgreich abgeschlossen werden.

Tags darauf traf der Hauptteil der GO-Truppe, Sektion Berlin, ein. Wohlgemerkt das erste Jahr, dass es eine Berliner Delegation gab!

Die Anfahrt zum Sammelpunkt war mit einem Zwischenstopp bei Christian im Ingolstädter Raum garniert, und die kürzeste Route „ohne Autobahn“ führte…einmal quer durch Leipzig. Und damit es richtig Spaß macht: zum Berufsverkehr mit Vollsperrung auf der A9.

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Beim Christian haben vermutlich noch nie so viele T2 auf der Einfahrt gestanden, wir wurden bestens bewirtet, und nach einer frischen aber ruhigen Nacht hat uns Christian über fast schon oktobrige Nebenstrecken zum offiziellen Treffpunkt gelotst.

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Beim Burger King in Bad Reichenhall war es ein großes Hallo von vielen alten und einigen neuen Teilnehmern.

Die samstägliche Halbtagsetappe führte uns über kleine aber feine Wege zum Sepp in Hintergöriach, dort war die offizielle Begrüßung und der wirkliche Start der Tour.

Über den Schönfeldsattel geht es durch die Hintertür über den südlichen Alpenhauptkamm. Am Porsche-Museum in Gmünd -der Geburtsstätte des 356er- vorbei und über Spittal, fast den Weißénsee touchierend, über die Windische Höhe ins Gailtal geht es schnellen Rades Richtung Naßfeldpass, italienische Grenze.

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Weiter Richtung Udine verlassen wir das Canale del Ferro-Tal bei Resiutta und biegen ins Val Resia ein, wo wir unseren Nachtplatz in den letzten Nachmittags-Sonnenstrahlen auf einem Holzplatz finden.IMG_5873