Adriawärme und Tourismus-Terror

Der Hobbit-Camping (offiziell heißt er „Camp Velebit“, nach dem gleichnamigen Naturpark) erwacht im Nebel. Schließlich haben wir Mitte Oktober und befinden uns (noch) in der Bergregion. Mühsam leckt die Morgensonne die Nebelschwaden aus dem kleinen Tal – und trocknet auch den Bulli. Nach Duschen und Frühstücken und nettem Plausch mit dem Betreiber ist es höchste Zeit für die Küste! Die Küsten-Bergkette muss noch über einen kleinen Pass bezwungen werden, dann geht es hinab in die wohlige Wärme – und das mit atemberaubenden Fernsichten auf die Küste und die vorgelagerten Inseln.

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Auf dem Programm steht die Insel Pag, ein langes, schmales Band Felsen vor der Küste Kroatiens. Insbesondere: der Nordpunkt. Solche „Enden einer langen Straße“, solche „Punkte, wo es nicht mehr weiter geht“ üben eine magische Anziehungskraft auf mich aus – egal, wie unspektakulär sie eventuell sind.

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Hier wird erwartungsgemäß die Straße auf ihren 60 Kilometern immer schmaler, weniger ausgebaut, und am Nordpunkt endet sie dann tatsächlich recht romantisch mit einer Steilabfahrt in das Fischerdörfchen Tovarnele. Der dort ausgeschriebene Stellplatz erwies sich jedoch als mit Verbotsschildern bepflastert und obendrein laufen überall Touris rum, ein weiterer Freihsteherplatz mit Strandbar war laut Kommentaren schon mehrfach mit 1000 Kuna (130 €) Bußgeld belegt worden. Als ich mich dort umsah, standen direkt am Strand Zirkusleute, ich hatte weiter oben angehalten und wenig später kam jemand von der Strandbar wild gestikulierend in meine Richtung.

Die Campingplätze in der direkten Umgebung waren auch keine Empfehlung, also viel meine Wahl auf einen, der schon etwas weiter auf der Rückroute lag. Schön abseits vom Dorf direkt am Strand gelegen, ein (der einzige?) Gast winkte mir zu: der Chef sei gerade nicht da, ich solle mir einfach einen Platz suchen. Da steh ich nun und frage mich, was wird, wenn der Betreiber morgen früh auch nicht da ist?

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Ach übrigens witzig: Ich stehe ziemlich genau gegenüber dem Punkt mit der Strandbar.

Später kommt noch ein Pärchen mit Zelt und Zweirad und lässt sich unweit nieder. Sie erzählen, der Betreiber sei kurz da gewesen, jetzt aber wieder weg. Hm. Schaumermal.

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