Buchbesprechung „Mit dem Bulli „Otto“ durch das Meer ohne Wasser“

War lange still hier. Leider ist es mir nicht vergönnt, ganzjährig herumzutouren. So muss man zwischenzeitlich mit anderen Reisenden mitträumen. Wie zum Beispiel mit Gerhard Witt. Er fährt VW-Bus T2 und er liebt die Wüste. Er ist MEIN Mann 🙂 Das Buch habe ich dann auch in einem Zug ausgelesen…

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Ist das nicht ein Traum? Mit dem geliebten T2 in die Wüste…an Orte, wo noch keiner war…? Na gut: Das ist schon ganz schön retro. Heute, mit den ganzen High-Tech-Expeditionsmobilen mit 4×4, 6×6 und noch mehr ist es wohl eher eine Form masochistischen Minimalismusses.

Gerhard Witt hat es trotzdem gemacht. In einer Zeit, in der der afrikanische Kontinent noch nicht vollständig von Kriegen und Revolutionen überzogen war. Angefangen hat alles mit einem T1, „mal eben“ nach Kapstadt und zurück. Dabei wurde er vom Afrika-Virus erfasst, und in der Folge unternahm er zahlreiche weitere Reisen dorthin – immer mit dem Bulli.

1978 hatte er sich einen nagelneuen Kastenbulli mit Hubdach gekauft, den er komplett nach eigenen Vorstellungen ausgebaut und im Laufe der Jahre immer weiter optimiert hat. Als 10 Jahre später Ghaddafi erstmals Europäern die (private) Einreise erlaubt, ist Gerhard Witt einer der Ersten, die ein Visum ergatterten.

Und selbst Monate nach dieser Öffnung war Gerhard Witt an der libysch-algerischen Grenze wohl der erste „Tourist“, der dort einreiste, nach der ebenso überraschten wie unbeholfenen Abfertigung durch die Grenzer zu urteilen.

Trotz – oder gerade wegen der jahrzehntelangen Abschottung erfuhr er vor allem in den abgelegenen Gebieten eine Offenheit und Hilfsbereitschaft der lokalen Bevölkerung, die ihn immer wieder sprachlos machte. Im Buch „Mit dem Bulli „Otto“ durch das Meer ohne Wasser“ dokumentiert er das Land in prächtigen Bildern. Zwischen den Erlebnissen lässt er immer wieder Bemerkungen zur Fahrzeugtechnik einfließen, die von potentiellen Nachahmern dankend entgegen genommen werden dürften.

Highlight seiner Reise (und eins der Traumziele eines jeden Saharafahrers) war Wau-en-Namus, jene mondähnliche Oase weit im Südosten Libyens. Dort, wo die Seen bunt und der Wüstensand schwarz sind – aber leider auch abertausende von Mücken den Aufenthalt zur Hölle machen. Nicht nur für Fotografen ein absolutes Highlight.

Eigentlich hatte Gerhard Witt nur im Clubforum der IG T2 über seine Reisen berichtet, doch nach zahlreichen Ermutigungen ließ er sich überreden, ein Buch daraus zu machen. Inzwischen ist es wieder äußerst riskant, nach Libyen zu reisen, dafür können wir in 133 Fotos und Abbildungen schwelgen.

Das 102-seitige Werk ist zwar bei Amazon gelistet, aber nicht bestellbar. Problemlos gibt es das Buch im Clubshop der IG T2 – auch für Nicht-Mitglieder – für €24,90 zzgl Versand. http://shop.bulli.org/

PS: Dies ist keine Werbung, ich habe das Buch ordnungdgemäß gekauft und bezahlt.