Es geht los!

Habt ihr schon mal mit nem Bulli nachts im Wald gestanden? So richtig einsam? Oder mit einem Zelt? Habt ihr dann auch gehört, wie jemand um euch herum geschlichen ist? Und was war es? Ein Mensch? Ein Tier? Ein Mensch hätte eine Taschenlampe dabei. Ein Tier? Wäre ja nicht so schlimm, was soll ein Tier schon machen? Aber eigentlich waren es nur die Regentropfen, die etwas komische Geräusche machten. Aber das kann einen gedanklich ganz schön beschäftigen….

Kurzum: die letzte Nacht hat es fast ununterbrochen geregnet und ich habe fast nicht geschlafen. Als der Regen endlich aufgehört hat, war es sieben Uhr – da hatte sich das mit dem Schlafen erledigt. Der liebliche Riedbach, an dessen Brücke ich stand, hatte sich in ein reißendes Flüßchen verwandelt, und den Grasstreifen neben dem Sträßchen, wo mein Bulli stand, in ein undefinierbares Feuchtgebiet. Mit subtilem Manövrieren bin ich trotzdem ohne fremde Hilfe rausgekommen und habe mich danach Richtung Goldener – Oktober – Treffpunkt auf den Weg gemacht. Zur Standardvorbereitung gehört natürlich: günstig Tanken in Österreich (ist ja nur 2 Kilometer vom Treffpunkt) und pfandfreies Büchsenbier besorgen. Check. Dann zum Treffpunkt, frühstücken, Zähne putzen und auf die anderen warten.

GO trefpunkt

So langsam trudelten sie auch ein, und als der Chef eingetroffen war und die Roadbooks ausgehändigt hatte, konnte es auch bald losgehen.

Zur Einstimmung haben wir uns im deutsch-österreichischen Grenzgebiet herumgetrieben…

Wirtatobel

…und warten aktuell an den Burg-Schenke in Grän, die uns doppelt gebucht hatten, darauf, endlich Essen zu bekommen.

Burgschenke

Irgendwann hatte dann auch die ganze Bullitruppe gespeist, wir durften dafür auch über Nacht auf dem hauseigenem Parkplatz verbleiben. Ab neun Uhr morgens durften wir zudem die hauseigene Toilette nutzen, bei gleichzeitiger Bestellung eines Kaffees gratis, ansonsten gegen zwei Euro Gebühr…ohne Wertung! Nach einem phantastischen Abendrot

Burgschenke

und einer sternenklaren Nacht (mit den dazugehörigen Temperaturen) begrüßt uns am Morgen ein stahlblauer Himmel, und irgendwann ist die Sonne auch über die Berggipfel geklettert und trocknete unsere feuchten Bullis.

In flotter Fahrt geht es dann am schönen Haldensee vorbei, über ordentliche Steigungen zum Hahntennjoch,

Hahntemnjochpass

an einer Erntefestprozession vorbei ins Ötztal, dort über den Kühtaisattel,

Kaiserschmarrn auf dem Kühtaisattel

sodann Innsbruck südwestlich vermeidend immer parallel zur Brennerautobahn über den gleichnamigen Pass hinüber nach Südtirol. Dort schlagen wir uns gleich in das erste Tal, das sich anbietet, das Pferschtal. Am Ende der Straße, hinter dem Hotel, gibt es einen Schotterplatz. Dort richten wir uns gemütlich ein. Bei der Hauptkammüberquerung hat sich auch das Wetter geändert.

am Ziel für heute

Bedrohliche Wolken hingen in den Bergen. Wir hoffen, dass es nicht allzu dramatisch wird…

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Im Rentnerparadies

Die Nacht war unruhig. Das kam vor allem durch den Regen. Merke: stell deinen Camper, wenn es regnet, nie unter einen Baum. Die großen Tropfen, die von den Blättern fallen, klopfen unregelmäßig und sehr laut aufs Dach. Das gleichmäßige Knistern des Regens ist dahingegen schon fast einschläfernd.

Und wie die Nacht war, setzte sich der Tag fort: Dauerregen und alles grau-in-grau. Meine Idee einer Außenrunde durch den Südschwarzwald habe ich schnell begraben. Selbst die kürzeste Strecke zum Nachtplatz schlug mit 250 Kilometern zu Buche – das reicht.

Nun hatten wir ursprünglich zum Vorabtreffen einen schönen, günstigen Campingplatz auserkoren, von dem sich aber herausstellte, dass der bereits am 10. September geschlossen hat. Alternativ hatten wir uns auf einen Platz „beim Bauern“ entschieden. Aus Neugier wollte ich trotzdem den ursprünglichen Platz besichtigen, vielleicht hat er ja doch noch auf…

Und der Platz war wirklich schön: auf Terrassen gelegen, unten ein See, umfangreiche sanitäre Anlagen. Nur: kein Mensch da. Und nirgendwo eine Rezeption zu erkennen. Sehr strange….Da absolut niemand auffindbar war, den man befragen könnte, fahre ich wieder los. Obwohl ganz offensichtlich Gäste auf dem Platz anwesend waren. Schade.

Der nächste Platz ist nicht weit, schön und sauber – aber: er hat keine Dusche, nur ein WC. Das hatte ich irgendwie übersehen. Denn eine Dusche war überfällig, insbesondere bevor ich mich unter die Mit-Oktoberer begebe. Meine Umdisponierung weckt Missmut bei den anderen Vorab-Treffern: die ersten stehen schon „beim Bauern“. Aber was soll’s – ist eben so. Unweit dieses Platzes hatte ich einen ebenso günstigen Stellplatz MIT Dusche gefunden, da musste ich hin. Und immerhin hat inzwischen der Regen aufgehört.

So Zähneputzen am Waschbecken und Rasieren mit großem Spiegel vor sich hat schon was. Einmal Rundumpflege auf dem schönen Stellplatz auf den Büchelwiesen. Nein, keine Verwandtschaft mit dem Herrn Generalintendent.

Dann hatte ich also den nicht benötigten Puffertag zur freien Verfügung. Zunächst hab ich mir das Schloss Waldburg angesehen, wohl wissend, dass dort nur Sonntags geöffnet ist. Aber allein der Fernblick bis zu den Alpen lohnte sich. Zudem waren am Zugangsweg kleine Informationstafeln angebracht, die das Leben der Ritter und Bauern im Mittelalter schilderten. Und natürlich die Geschichte der Burg. Wer sie von innen sehen will: Besichtigung immer Sonntags.

Waldburg

Danach ging’s runter zum Bodensee und ein Stück am Ufer entlang. Aber überall bezahltes Parken und überhaupt. Na wie man es eben von beliebten Badeorten so kennt. Wenig einladend. Dann habe ich noch eine Pflichtrunde über die Insel Lindau gedreht. Was ich da gesehen habe, hat mich nicht darin bestärkt, dort noch mal zu Fuß hin zu marschieren. Knuffige Altstadt, aber nix besonderes. Nur dieser irre Sackbahnhof für so ein kleines Kaff…

Zur Option standen ein paar öffentliche Parkplätze hinter den Gleisanlagen (wieder am „Festland“), wo parken ab 20 Uhr gratis sein sollte. Sah aber nicht soooo einladend aus, und so bin ich noch etwas rumgeeiert, und -zack!- war ich in Österreich. Noch mal kurz orientiert, dann über eine kleine Passstraße wieder zurück nach Deutschland und unmittelbar dort ein kleines Sträßchen rein und vor einer Bachbrücke das schöne Wetter Dank Föhn genossen – nach all dem Regen der vergangenen Tage. Und noch ein Stück gewandert:Hasenreuter WasserfallRiedbach

Riedbach und Hasenreuter Wasserfälle

Willkommen im Neuland

Ich hatte ja nächtlichen Besuch befürchtet, da ringsum alles von Wildschweinen zerwühlt war, aber die Nacht am verlassenen Anglerteich war wiederum mega-ruhig.

Les Arsures

Traurig, aber wahr: Teil eins meiner Tour ging dem Ende zu, die Verbindungsetappe zum Goldenen Oktober begann. Vom letzten Schlafplatz bis zum GO-Treffpunkt waren es so 800 Kilometer, oder 17 Stunden Fahrzeit. Ich wäre dann gegen 23 Uhr dort in Lindau.

Neeeee, ich habe mir dafür drei Tage reserviert, plus einen Tag Puffer, alles ganz geschmeidig! Trotzdem ging es heute flott voran: Nach etwas Einpegeln lag viel Route Nationale auf der Strecke, immer wieder -und das ist das Schöne bei maps-“Autobahnen vermeiden“- unterbrochen von völlig verrückten Querdurch-Sträßchen. Auf den RN schafft man schon was, und so stehen heute 395 km auf der Habenseite. Und: der Bulli ist ab heute Ü-50. Nämlich über 50.000 Kilometer. Leider ist die sechste, die vorderste Stelle nicht bekannt. Im November übrigens wird der Bulli auch vom Alter her Ü-50, aber bis dahin ist ja noch ein bisschen….

Weiter geht’s gen Osten. Ich habe Zeit, muss mich also nicht auf der Hauptverkehrsroute zwischen Besançon und Mühlhausen rumplagen, sondern suche mir hübsche Routen im Streifen zur Schweizer Grenze.

Und so sichte ich unterwegs einen schönen T2b Westfalia (leider keine Möglichkeit für ein Fotostopp) und kurve nochmals durch romantische Flusstäler.

Schlucht1

Schlucht2

Vor dem Grenzübertritt nach Deutschland galt es noch, pfandfreies Büchsenbier einzukaufen (aber im lokalen Intermarché war das Kronenbourg unverschämt teuer, und die günstige Marke mit dem verheißungsvollen Namen Koenigsbier kannte ich nicht…) und den Einkaufsauftrag eines Freundes zu erfüllen. Als Sahnehäubchen dann -kaum überraschend- die lächerliche Netzabdeckung in Deutschland. Selbst IM ORT Weil am Rhein hatte die clever-tanken-App nicht genügend Netz um die „günstigste“ Tankstelle zu ermitteln, was dazu führte, dass ich ungewollt die EU verlassen habe und in die Schweiz eingereist bin. Da ich den Wechselkurs nicht kannte, bin ich wieder zurück nach Lörrach (die App hatte inzwischen Netz) und habe teurer als in Frankreich getankt 😦 Ja, das Internetz ist in Deutschland immer noch Neuland GRRRRR.

Immerhin: auf park4night ist Verlass: abseits der Bundesstraßen zeigt sie mir einen Platz, an dem zwar leider der Brunnen abgeschaltet ist. Das ist schade, denn seit Frankreich suche ich eine Möglichkeit, meinen zur Neige gegangenen Wasserkanister zu befüllen. Ich habe nicht einmal Wasser zum Rasieren (obwohl das inzwischen dringend nötig wäre…). Ja selbst die Optionen fürs Abendmahl sind übelst eingeschränkt, da bei den meisten Wasser zugefügt werden muss.

Aber wie das Schicksal so spielt: nach einer Weile gesellt sich ein irischer T5 dazu, auch er hat den Platz über park4night gefunden, fährt gerade mit seiner Frau eine Tour durch Westeuropa und spendiert mir eine Flasche Wasser, denn wie das so ist: wenn das eigene Wasser alle ist, sind alle Brunnen am Wegesrand und auf den Dorfplätzen wie vom Erdboden verschluckt.

 

Einen schönen guten Morgen!

Die persönliche Grundreinigung, die auf dem Camping Municipal (Gemeindeeigener Campingplatz) möglich war, war auch überfällig. Aber ich musste mich schick machen, denn ein ganz besonderer Termin stand heute an.

Wildgänse auf dem benachbarten Fußballplatz

Wildgänse auf dem benachbarten Fußballplatz

Doch erst einen Schritt zurück: Am Vorabend erreichte mich die Mitteilung, dass die Ausfahrt des S.A.M.R.C. am Sonntag nicht stattfinden würde, wegen des schlechten Wetters. Nun hatte ich schon etwas gegoogelt, da es ja so stürmisch war, und das bedeutet meist Wetterumschwung. Ja: es sollte etwas kühler werden, auch etwas Regen war möglich, aber deshalb eine Ausfahrt absagen? Bei Kachelmann sah ich dann später, dass ein recht heftiges Unwettergebiet gerade so an der besagten Region vorbeischrammte…Na toll – Ausfahrt also abgesagt 😦 . Aaaaber: ich bekam eine Einladung von Erik Verhaest, ihn stattdessen zum Lunch zu besuchen.

Erik und seine DS Cabriolet

Erik stammt aus Belgien, war 30 Jahre Directeur Public Relations bei Citroën Nederland in Amsterdam, wohnt jetzt im schönen Sainte-Alauzie in einer phantastisch restaurierten alten Scheune, vor allem aber ist Erik der Mann hinter „La Carte Postale du Jour“ auf Facebook. Jeden Tag veröffentlicht er auf seinem Account eine alte Ansichtskarte, die alle eins gemeinsam haben: es ist mindestens ein (inzwischen historisches) Automobil drauf. Denn die Karten datieren oft aus dem Fünfzigern und Sechzigern, manche aus den Siebzigern und ab und zu auch deutlich ältere. All diese Karten, meist aus Frankreich, aber auch vom Rest der Welt, strahlen eine längst verflogene Atmosphäre aus, den Geist einer Zeit, in der nicht alles von Hast und Eile, von DIN-Norm und Geradlinigkeit bestimmt wurde. Sie zeigen nicht nur die Entwicklung des Automobilbaus, sondern auch die Veränderung unserer Dorf- und Stadtumgebung. Wir sehen noch Masten voller Freileitungen quer durch die Ortschaften, Straßen ohne Bürgersteige, keine Parkplatznot, kleine Krämerläden – und in Frankreich immer einen tabac. Viele seiner Facebook-Abonnenten analysieren dann die abgebildeten Fahrzeuge äußerst sachkundig, oft postet auch jemand ein aktuelles Bild des selben Ortes (im Gegensatz zu Deutschland hat google street view in Frankreich so ziemlich jeden Winkel abgefilmt) und man sieht, wie sehr sich alles gewandelt hat. Nur in wenigen, seltenen Fällen hat sich der Charme einer Ansicht bis heute erhalten. Erik hatte zum Lunch geladen, dafür an dieser Stelle nochmals herzlichen Dank an seine Frau Yvonne und ihn. Und die Einladung hatte noch etwas Gutes: es goss nämlich die ganze Zeit in Strömen, während wir in Eriks gemütlichen Scheune saßen. Zur Kaffeezeit bin ich dann weiter gefahren, waren doch schon die ersten leisen Rufe des Goldenen Oktober zu hören. Das Nachtlager schlug ich an einem Grillplatz bei St-Pierre-Toirac, direkt am Lot auf. Bis auf etwas Nach-Regen eine herrlich ruhige Nacht.
Tags darauf ging es weiter flussaufwärts im schönen Lot-Tal, immer wieder über uralte, schmale Steinbrücken, und als ich der Quelle näher kam, stand auf einmal diese Chateau-Ruine mitten im Tal auf einem Felsen „im Weg“. Mega-strategisch platziert, war das Chateau Tournel bestimmt ein mal eine extrem wichtige Verteidigungsanlage. Heute kann man sie über einen ausgeschilderten Rundweg erwandern und auch fast alle Räumlichkeiten betreten. Nur nach oben auf den großen Turm gibt es leider keine Treppe. Trotzdem absolut lohnenswert.

Chateau ruine de Tournel

Tournel2

Tournel3

Ja und dann wollte ich eben so nah wie’s geht an die Lot-Quelle ran. Dazu hatte ich einen Außenschlenker anvisiert, der den jungen Fluss noch ein Mal queren sollte. Doch wie ich dort so fuhr, gab es überall links und rechts Abzweige ohne Verbotsschild, und dann hab ich mir bei maps mal die vermeintlich genaue Quelle anzeigen lassen – und die Route dahin. Nun – das war schon recht oktobrig, kann ich sagen! Die Quelle ist leider mehr zu erahnen, denn ausgeschildert ist vor Ort nichts (wohl aber der Wanderweg dorthin!).

auf der Suche nach der Quelle des Lot
auf der Suche nach der Quelle des Lot

Danach hab ich den auserwählten Nachtplatz ins Navi eingegeben…und dann ging‘ los. Hallelujah! Das war wirklich 1a Goldener Oktober. Schlammige, schmale Waldwege, Schotter, heftige Querrinnen, starke Gefälle -alles mit dabei. Ich sage mal: GO: ich habe geübt 😉

Es klappert hier gar nix, es gibt auch kein‘ Bach…

Doch, gibt es! Und ganz in der Nähe von Bach (der Ort heißt so) steht eine Mühle. Bei Mühlen denkt man -na klar- zuerst an Holland. Dann vielleicht noch an Spanien/Portugal. Und natürlich an die Bockwindmühlen bei uns im Fläming. Bei denen wird nicht die Turmhaube gedreht, sondern die ganze Mühle, die quasi auf ihrer eigenen Achse steht. Unsere Bockwindmühlen sind aus Holz (sonst wären sie auch zu schwer zum Drehen), denn Holz gab es immer genug im Fläming. Steine zum Bauen eher weniger, da musste man schon Ziegel brennen, denn der Boden besteht fast nur aus Sand. Ganz anders hier im Land zwischen Dordogne und Le Lot: früher, wo man für alles Holz brauchte: für Werkzeuge in Heim und Landwirtschaft, zum Heizen und zum Bauen (Dachstuhl), wurde, wenn es ging, Stein statt Holz verwendet. Denn davon gibt es hier reichlich. So ist die Mühle „Lo Molin de la Gaventa“ aus (Natur-) Steinen errichtet, die Dächer der Häuser waren früher mit Steinschindeln gedeckt, und so weiter.

spooky sunrise

Die vorliegende Mühle wurde gemäß Zahl auf dem Türsturz 1786 errichtet, lag danach aber sehr lange brach. Selbst die Großmutter des Besichtigungsführers, Jahrgang 1913, hat sie nie in Betrieb gesehen.

Türsturz

Die erste Instandsetzung der Mühle fand 1982 statt. Der Initiativnehmer hatte wohl allerdings mehr die daneben errichtete Ferienanlage im Blick. Als diese nicht mehr lief, verfiel sie und mit ihr die Mühle.

2007 hat ein englisches Ehepaar die Mühle erworben und sorgfältig restauriert. Besonders: trotz des wiederholten Verfalls befand sich der Mühlstein (zu 700 kg) noch oben im Turm. Während der Restaurierung wurde er behutsam angehoben, um die Balken rundherum zu erneuern.

Lo Molin de la Gaventa

am Fuße der Mühle

2016 vermachten die Engländer die Mühle der lokalen Gemeinde um sicher zu stellen, dass sie nie wieder privatwirtschaftlichen Interessen geopfert wird. Ein Freundeskreis kümmert sich inzwischen um das geschichtsträchtige Bauwerk, und drei Mal im Jahr kann man die Mühle in Betrieb sehen, denn sie ist wieder voll funktionsfähig!

Bei facebook: https://www.facebook.com/Amis-du-moulin-de-Saillagol-483617372052822/

Ach übrigens: Heute die allerersten T2 in Frankreich gesehen – und gleich zwei! In Fumel und in Carhors.

Am Folgetag galt es, in der Region zu bleiben, denn am Sonntag findet die Oldtimerausfahrt des SAMRC statt.

nichts für fette SUV

So war die erste Station der LeClerc in Villefranche: Wochenendeinkäufe. Merke: auch hier gibt es crushed ice. Danach hatte ich mir die Uferseite mit der kleinen Straße durch die Gorges de l’Aveyron ausgesucht. Weil grün markiert, hatte ich außerdem einen Schlenker über Cordes-sur-Ciel ausgewählt. Dort stand ein Tramperpärchen, und die habe ich spontan mitgenommen. So was mache ich fast nie, aber die beiden schienen sympathisch und wollten ja nur in kurzes Stück mit. Sie Portugiesin, er Österreicher, beide auf einem Freiwilligenjahr in Frankreich. Und dann gingen mir wieder die ganzen Gedanken durch den Kopf: was, wenn jetzt ein Unfall passiert? Der alte Bulli hat keine Gurte, und der Beifahrer fliegt bei ner Vollbremsung in hohem Bogen durch die Frontscheibe (insbesondere, wenn er nicht „mitfährt“, sondern meistens auf’s Handy starrt, wie sie). Auch er, hinten mittig sitzend, würde dezent zwischen Kühlschrank und Hochschrank durchsegeln…

Wie haltet ihr das: nehmt ihr Anhalter mit? Habt ihr keine Befürchtungen? Hatte überhaupt schon jemand schlechte Erfahrungen? Schreibt es doch mal in die Kommentare – bin sehr gespannt.

Nach dem Schlenker ging es wieder an l’Aveyron zurück, der noch mal mit irren Felswänden begeisterte, in denen sogar Leute hingen. Ich würde tausend Tode sterben…

Gorges de l'Aveyron

Zur Nacht lud der Camping Municipal de Caussade: hübsch, sauber, schattig und günstig. Ach ja: und Duschen gab es auch 😉 Was will man mehr?

Police Militaire und Bürgermeisterbegrüßung

Nochmal zurück zu Domblans von vorletzter Nacht: der Platz wurde hoch gelobt bei park4night. Gut, ’nem geschenkten Gaul…zudem gab es gratis Trinkwasser (plus Fäkalienentsorgung für die Wohnklos). Und wenn man den Blick in die richtige Richtung wendete, sah man ein burgähnlich auf einem Berg liegendes Dorf. Hübsch. Im Rücken – und direkt nebenan statt in weiter Ferne – lagen halb verfallene Gewerbehallen. Gleich daneben eine Fabrik unbekannter Güter, in der alle zwei Minuten das Geräusch einer anlaufenden Tischkreissäge ertönte. Nicht sehr laut, dafür die ganze Nacht.
Bevor ich mir jedoch den Ruf eines notorischen Nölpferds einhole: ich schreibe das nur, weil es auch Plätze gibt, die wirklich uneingeschränkt schön sind – und trotzdem nichts kosten. Oder nur minimal, wenn man Strom oder Wasser in Anspruch nimmt. Wie der heutige Nachtplatz hier in Laqueuille zum Beispiel. Oder der von letzter Nacht, in Les Noës: Zwar direkt an der Dorfstraße gelegen, aber mit einer dichten Koniferenhecke abgeschirmt, und nach 19 Uhr war hier quasi kein Verkehr mehr. Dafür gab es Toiletten und eine Spüle, und natürlich Wasser. Chapeau! So gegen halb acht morgens ging’s dann los: der Schulbus kam, eine Fahrgemeinschaft traf sich, und alle, die früh „unten in der Stadt“ arbeiten mussten, machten sich auf den Weg. Nach dem Morgenkaffee tat ich es ihnen gleich, allerdings nur bis zum Informationszentrum des Doppelstaudamms unweit des Dorfes. Hier war vor allem die 1891 fertiggestellte Mauer des Barrage du Chartrain interessant, wo man direkt unten am Damm langlaufen durfte (nach meinem Gefühl ist so was bei uns meist verboten…nicht?). Ist schon ein wenig ein mulmiges Gefühlt. Da hilft auch das Wissen nicht, dass der Stausee wegen der Trockenheit halb leer ist. Totaler Wassermangel auch hier.

Barrage

Unterwegs gen Westen und zur Dordogne fiel mit die Burg Chateau de Murol auf, hoch auf einem Berg thronend. 9,60 € Eintritt schienen mir etwas happig, im Nachhinein hat sich die Ausgabe aber gelohnt. Mit der Eintrittskarte gab es ein deutsches Faltblatt, dass die Stationen des ausgeschilderten Rundgangs beschrieb. Die verschiedenen Räumlichkeiten waren komplett ausgestattet mit dem, was man im 15. Jahrhundert eben in Küche, Salon, Esszimmer und Schlafgemach so hatte. Sehr schön und anschaulich gemacht. Und der Rundgang brachte den Besucher an jede Stelle, die man betreten durfte. Nichts verpasst!

Chateau de Murol

Chateau Gemach

Chateau Küche
Als nächstes galt es, einen veritablen Pass zu erklimmen. Stolze 1401 Meter wollten bezwungen werden. Für den Goldener – Oktober – Bulli war der Col de la Croix Morand natürlich kein Problem. Weil wir beide gerade so schön in der Stimmung waren, sind wir noch zur Talstation des Skigebiets am Puy de Sancy gefahren – da war aber noch nichts los.

Col de la croix Morand
Für die Nacht war Ziel, einen Platz zu finden, der Strom bietet, ohne dass man für über 20 € auf einen Campingplatz muss. Und so stehe ich nun hier in Laqueuille. Ohne Industrie und Gewerbe und Dreck, mit Aussicht, Strom für 4 €. Allerdings gibt es nur eine Steckdose, direkt an der Ver- und Entsorgungssäule. Als ich etwas ratlos um mich blicke, kommt eine Frau daher und stellt sich als die Bürgermeistergattin vor. Ich schildere mein Problem, und sie verspricht, sogleich mit dem Bürgermeister darüber zu sprechen. Und siehe da: schon nach fünf Minuten stellt sich der Ortschef persönlich vor und bestätigt, dass ich über Nacht auf der Entsorgungsstation stehen kann. Wer will schon nachts Schmutzwasser ablassen? So kann ich schön die Zweitbatterie und den Läppi nachladen. Alles neu hier, alles sauber. Top.

Laqueuille

Frühstück unterwegs

Am Tag acht entscheide ich mich für den Schlenker durch die Gorges d’Avèze. Ganz ehrlich: kann man sich schenken. Keine Ahnung, wer bei Michelin über grüne Linien für sehenswerte Strecken entscheidet und nach welchen Kriterien: Hier ging’s einfach nur kurvig durch den Wald runter und auf der anderen Seite genau so wieder hoch. Gähn. Interessanter war dann schon die Route des Ajustants weiter flussabwärts, an der Barrage de l’Aigle und schließlich an der Barrage du Chastang (Barrage = Staudamm). Der von park4night empfohlene Nachtplatz lag direkt unterhalb einer Kletterstrecke. Die musste ich natürlich auch gleich antesten, aber wenig überraschend (ich bin so gar nicht schwindelfrei) war schon nach fünf Metern Schluss…

Später am Abend kam ein junges Pärchen mit einem alten Transit mit Camperaufbau dazu, deren erste Frage war, ob ich bei der Police Militaire sei oder war (Kennzeichen PM). Nachdem das geklärt war, haben wir uns über Gott und die Welt unterhalten (soweit mein Französisch das hergab, denn die beiden sprachen keinerlei Fremdsprachen), und sie gaben mir einen Tipp, wo ich crushed ice bekommen könnte. Mein letztes Kühl-Eis stammte noch von einem Intermarché mit Frischfisch-Abteilung und hatte sich inzwischen vollkommen in Wasser aufgelöst. Eigentlich braucht meine „Kühlbox“ alle zwei Tage frisches Eis.

Dann ging es weiter flussabwärts an der Dordogne entlang. Inzwischen war ein stattliches Gewässer aus ihr geworden, auf der viel Kanu gefahren wird. Am Ufer links und rechts finden sich zahlreiche Chateaus. Sehenswert laut Michelin wären außerdem die Gärten von Marqueyssac, immerhin mit drei Sternen ausgezeichnet. Aber 9,40 € für ne hübsche Parklandschaft war mir dann doch zu happig. What a surprise: Mehr als die Hälfte der Besucher kam offensichtlich aus England…

Danach habe ich noch einen Abstecher zu den Gouffres de Padirac gemacht, ein gigantisches Höhlensystem, das ich in meiner Jugend schon mal besucht hatte, hier hat mich allerdings die Warteschlange abgeschreckt und ja, irgendwann hat man auch genug Höhlen gesehen.

Zum Abschluss gab es noch etwas Strecke mit geilen Felsüberhängen und ein gigantisches Eisenbahnviadukt. Damit habe ich mich von der Dordogne verabschiedet, jetzt wechsle ich rüber zu Le Lot.

bei Gluges2

bei Souillac
Nachtplatz ist auf halber Strecke zwischen beiden Flüssen, in wiederum unfassbarer Einsamkeit und Stille…

Schöne Landschaft geht auch ohne Google Maps

Es wäre ja auch zu einfach, wenn alles immer so läuft, wie man sich das vorstellt.

Nachdem ich beim letzten Urlaub alle paar Tage 200 MB Datenvolumen (teuer) nachladen musste, hatte ich diesmal vorab auf 1 GB Standardvolumen erhöht und dachte Wunder, wie weit ich damit komme. Zumal ich in Frankreich free.fr nutzen wollte, doch ob/wie das funktioniert, wird sich erst morgen zeigen. Das Elend begann damit, dass Google Maps seit der Überquerung des Vogesenkamms schlicht nicht funktionieren wollte. Zu schlechtes Netz, angeblich. Aber nicht nur in den einsamen Bergtälern, sondern auch mitten in der (Klein-)Stadt. Und hey: wir sind nicht in Deutschland, wo so was normal ist! Aber ich hatte ja noch here als Navi-App auf’m Handy, und siehe da: die läuft. Warum auch immer. Aaaaaaber: Beim Check heute Abend stelle ich fest, dass here für einen Tag so viele Daten gefressen hat wie Google für vier Tage 😦 Geht gar nicht! Außerdem kann man bei here keine Zwischenstopps einfügen. Und here zeigt nicht die verbleibende Fahrzeit & Kilometer an. Dafür aber die aktuell zulässige Höchstgeschwindigkeit (hat auch was). Wenn Google morgen immer noch nicht geht, muss maps.me ran.

Nun aber zur Strecke: morgens in den Vogesen war ich noch vor den Motorradfahrern losgekommen, schade eigentlich. Über den Col de la Schlucht (dieser Name!…Den Pass hatte ich vor zwei Jahren schon von West nach Ost überquert, nun von Nord nach Süd) ging es östlich von Besançon über Kleinststraßen durch leicht hügeliges Land, immer wieder unterbrochen von steilen Abstiegen, Stadt, Fluss, Brücke, steiler Aufstieg und dann wieder leicht hügeliges Land.

Laissey

Überall erhalte ich übrigens ein freundliches Lächeln, und es grüßen sogar Porsche- und Rolls-Royce-Fahrer. Und man sieht Kurioses. Wie die schon etwas ältere Ente (Alu-Grill…60er Jahre?), besetzt mit fünf (!) Erwachsenen und entsprechend in den Federn hängend schnattert sie mühsam den Berg hoch. Auch eine Ausfahrt eher hochpreisiger Sportwagen kreuzte meine Route – allerdings nur für wenige Kilometer. Leider kann man als Alleinfahrer von all diesen spontanen Unterwegs-Begegnungen keine Bilder machen. Jetzt bin ich irgendwo in was man wohl die französische Pampa nennt, die kleine Kommune Domblans hat freundlicherweise einen gratis Stellplatz mit Wasserversorgung eingerichtet – das hat doch auch was.

Am Morgen danach habe ich die Gunst der Stunde genutzt und den Wasserkanister aufgefüllt – viel war nicht mehr drin, und hier gab es zumindest sicheres Leitungswasser und dazu frisches Brot vom lokalen Boulanger.

Weiter ging der Ritt – heute auch mal etwas schneller über die Routes Nationales. Gegen Mittag kreutzte mein Weg die majestätisch dahinströmende Saône, und schnell ging es wieder auf kleine, kurvige Straßen und somit durch den romanisch-verschwiegenen Ort La Clayette mit seinem See und seinem Schloss.

La Clayette

Und diese abgefahrene Kirche mit dem Mosaik-Dach in La Bénisson-Dieu.

Mosaikkirche
Dann noch mal eben die Loire überquert um zu probieren, in Renaison die heiß ersehnte französische SIM-Karte zu erwerben. Wie ich schon gelesen hatte, muss die SIM mit Kreditkarte bezahlt werden. Leider hat meine (neue) Kreditkarte bereits sechs Mal versagt, dies wurde dann das siebte Mal. Also Alarm-Mail an meine „neue“ Bank und sowahr: die (persönliche) Antwort kam binnen Minuten. Allerdings erst mal mit Rückfragen und Dingen, die ich überprüfen sollte, aber immerhin. Nun bin ich gespannt, ob die das hinkriegen.

Renaison
Zur Nacht bin ich ein paar Kilometer in die Berge gefahren, dort war ein ruhiger Stellplatz mit WC angekündigt – auch mal nett!

Ach so – zu Google Maps: Keine Ahnung wie, aber der Standortzugriff war auf einmal abgeschaltet. Das hat Maps mir aber erst mitgeteilt, als ich Maps komplett deaktivieren wollte. Der Play Store ging übrigens auch nicht. Den Zusammenhang verstehe ich immer noch nicht…aber jetzt läuft’s wieder.

Von den deutschen Bergen in die französischen Berge

Die Nacht am Speicher war ruhig – und doch nicht so frisch wie befürchtet. So, noch ein wenig Thüringer Wald genossen, und dann Strecke machen. Auf geht’s, nach Sinsheim! Wobei sich mir nicht erschließt, warum neben Sinsheim auch in Speyer, also in unmittelbarer Nähe, ein Technikmuseum existiert, wie es sonst kaum welche gibt in Deutschland.

die russische Concorde

Das Museum ist ein Riesending. Man ist sich nie sicher, ob man schon alles gesehen hat, alle Gänge und Hallen (und Freiluftexponate!) abgegrast hat. Immerhin gibt es einiges zu sehen: von Nähmaschinen und Kettensägen über Moppeds und KFZ bis hin zu LKW, Panzer, Lokomotiven und Flugzeugen. Keine Schiffe :D, aber immerhin Schiffsmotoren. Wahnsinn. Wer in der Nähe ist: unbedingt hinfahren!

Brutus

Ein Mercedes 4x6

Kübel

Das Museum bietet auch Camper-Stellplätze (allerdings ohne jegliche Versorgung), und da ich recht fertig war, hab ich das Angebot gern genutzt.

Burg Steinsberg

Am Folgetag stand Frankreich als Endziel auf dem Plan, doch nicht ohne einen großen Bogen durch den wunderschönen Schwarzwald. Aber zu aller erst: Frühstücken auf dem WoMo-Parkplatz des Technikmuseums? Och nö. Dann lieber kurz rausfahren, so groß ist Sinsheim nicht. Aus Versehen unterwegs noch die Burg Steinsberg mit einem Besuch beglückt. War aber keiner da, der sich darüber gefreut hat. Einen schönen Platz in der Morgensonne gab’s dort auch nicht, also weiter. Irgendwo dort in der Ecke hab ich dann ein kuscheliges Plätzchen gefunden und den Morgenkaffee zu mir genommen. Ach nee Quatsch – stimmt ja gar nicht: Der Energy-Drink musste weg. Denn das sind Pfandbüchsen, und die werde ich ab heute Mittag nicht mehr los. Also rinn innen Kopp! Weiter ging’s zick-zack durch den Schwarzwald, eine Region mit vielen Flößergeschichten und uralter Papierindustrie.

Druckleitungen und Zahnradbahn bei Forbach

Vor der Grenze noch schnell tanken und einkaufen (Pfand zurück!) und dann über die Maginot-Linie. In Marckolsheim gibt es dazu einen Bunker, in dem ein Museum eingerichtet ist. Klein aber fein und einen Besuch wert.

Kasematte von Marckolsheim

Jetzt ging es in die Vogesen. Natürlich hatte ich mir die kleinen Sträßchen ausgesucht, alles andere ist doch langweilig!?

Über Ribeauvillé -wo aus unbekanntem Grund Himmel und Menschen unterwegs waren- und Ste-Marie-aux-Mines und über den Col du Bonhomme schurberlte ich mich zum Nachtplatz. Zum Feierabend ein wunderschöner Ort, um in der Abendsonne die geilsten Motorräder, eine Horde Peugeot 205 GTi aus den Niederlanden und einen Renault 5 Alpine-Turbo-was-weiß-ich vorbeidonnern zu sehen und zu hören. Und für den Rest der Nacht: ohrenbetäubende Stille 😀

Nachtplatz südlich des Col du Bonhomme

Roadtrip 2019

Endlich wieder los. Großer Urlaub, inklusive -wenn der Bulli durchhält- Goldener Oktober! Wobei das mit dem Loskommen sich gar nicht so einfach gestaltete, war doch das Wochenende vor der Abfahrt vollgepackt mit allem außer Urlaubsvorbereitungen. So zog der Montag ins Land, der Dienstag auch noch, aber am Mittwoch ging es endlich los.

In bester Tradition der großen Tour von 2017 führte mich die erste Halbtagsetappe bis zur Elbfähre bei Barby (ihr erinnert euch? Dort, wo die Verlängerung unserer Bahnlinie mit einem gigantischen Brückenbauwerk aus dem vor-vorigen Jahrhundert die Elbe quert).

Während ich mir voriges Mal einen Platz auf der Nordseite des Elbufers, suchte, stand ich jetzt direkt an der Mündung der Saale in die Elbe. Schließlich wollte ich die Saale noch ein ganzes Stück begleiten.

Saalemündung

Und so ging es am Folgetag über Calbe, Bernburg und Könnern immer wunderschön an der sich gemach dahinschlängelnden Saale entlang. Nähe Laucha wechselte ich in das Unstruttal, und über Freyburg nach Naumburg wieder zurück an die Saale. Streckenweise fast canyonartige Täler lassen einen glauben, man sei bereits in Südeuropa.

unteres Saaletal

Naumburg überrascht mit Herrenhäusern direkt am großen Stadtgraben, sowas hatte ich so noch nicht gesehen. Von dort ging es, jetzt im Ilmtal, bis Apolda, dann weiter über die Thüringer Porzellanstraße und die Klassikerstraße (was es nicht alles gibt) nach Saalfeld.

Inzwischen hatte ich auch herausgefunden, wie man eine Route über Zwischenstopps gestalten kann, und: wie man verhindert, dass man in größeren „Zwischenstopp-Orten“ erst aufwändig ins Zentrum hineingeleitet wird, um danach genauso aufwendig wieder herausgeführt zu werden. Ich Fuchs!

Reinstädt

Als Nachtplatz empfahl park4night den Wanderparkplatz am
Goldisthal-Oberbecken, ein Wasserreservoir, das offensichtlich oben auf einem Berg gebaut wurde (und ganz schön leer ist). Anscheinend ist die Straße unten eine beliebte Motorradstrecke, alle 2 Minuten heulen die Motoren eine Sportmaschine durch den Wald. Ich stelle mir vor, wie ich gerade mit 40 km/h den Berg hochzuckel, und dann kommt so eine Rennmaschine von hinten um die Ecke 😦 .

Am Hochspeicher

Doch abends wurde es ruhiger, und ich habe dort gut geschlafen.