Es klappert hier gar nix, es gibt auch kein‘ Bach…

Doch, gibt es! Und ganz in der Nähe von Bach (der Ort heißt so) steht eine Mühle. Bei Mühlen denkt man -na klar- zuerst an Holland. Dann vielleicht noch an Spanien/Portugal. Und natürlich an die Bockwindmühlen bei uns im Fläming. Bei denen wird nicht die Turmhaube gedreht, sondern die ganze Mühle, die quasi auf ihrer eigenen Achse steht. Unsere Bockwindmühlen sind aus Holz (sonst wären sie auch zu schwer zum Drehen), denn Holz gab es immer genug im Fläming. Steine zum Bauen eher weniger, da musste man schon Ziegel brennen, denn der Boden besteht fast nur aus Sand. Ganz anders hier im Land zwischen Dordogne und Le Lot: früher, wo man für alles Holz brauchte: für Werkzeuge in Heim und Landwirtschaft, zum Heizen und zum Bauen (Dachstuhl), wurde, wenn es ging, Stein statt Holz verwendet. Denn davon gibt es hier reichlich. So ist die Mühle „Lo Molin de la Gaventa“ aus (Natur-) Steinen errichtet, die Dächer der Häuser waren früher mit Steinschindeln gedeckt, und so weiter.

spooky sunrise

Die vorliegende Mühle wurde gemäß Zahl auf dem Türsturz 1786 errichtet, lag danach aber sehr lange brach. Selbst die Großmutter des Besichtigungsführers, Jahrgang 1913, hat sie nie in Betrieb gesehen.

Türsturz

Die erste Instandsetzung der Mühle fand 1982 statt. Der Initiativnehmer hatte wohl allerdings mehr die daneben errichtete Ferienanlage im Blick. Als diese nicht mehr lief, verfiel sie und mit ihr die Mühle.

2007 hat ein englisches Ehepaar die Mühle erworben und sorgfältig restauriert. Besonders: trotz des wiederholten Verfalls befand sich der Mühlstein (zu 700 kg) noch oben im Turm. Während der Restaurierung wurde er behutsam angehoben, um die Balken rundherum zu erneuern.

Lo Molin de la Gaventa

am Fuße der Mühle

2016 vermachten die Engländer die Mühle der lokalen Gemeinde um sicher zu stellen, dass sie nie wieder privatwirtschaftlichen Interessen geopfert wird. Ein Freundeskreis kümmert sich inzwischen um das geschichtsträchtige Bauwerk, und drei Mal im Jahr kann man die Mühle in Betrieb sehen, denn sie ist wieder voll funktionsfähig!

Bei facebook: https://www.facebook.com/Amis-du-moulin-de-Saillagol-483617372052822/

Ach übrigens: Heute die allerersten T2 in Frankreich gesehen – und gleich zwei! In Fumel und in Carhors.

Am Folgetag galt es, in der Region zu bleiben, denn am Sonntag findet die Oldtimerausfahrt des SAMRC statt.

nichts für fette SUV

So war die erste Station der LeClerc in Villefranche: Wochenendeinkäufe. Merke: auch hier gibt es crushed ice. Danach hatte ich mir die Uferseite mit der kleinen Straße durch die Gorges de l’Aveyron ausgesucht. Weil grün markiert, hatte ich außerdem einen Schlenker über Cordes-sur-Ciel ausgewählt. Dort stand ein Tramperpärchen, und die habe ich spontan mitgenommen. So was mache ich fast nie, aber die beiden schienen sympathisch und wollten ja nur in kurzes Stück mit. Sie Portugiesin, er Österreicher, beide auf einem Freiwilligenjahr in Frankreich. Und dann gingen mir wieder die ganzen Gedanken durch den Kopf: was, wenn jetzt ein Unfall passiert? Der alte Bulli hat keine Gurte, und der Beifahrer fliegt bei ner Vollbremsung in hohem Bogen durch die Frontscheibe (insbesondere, wenn er nicht „mitfährt“, sondern meistens auf’s Handy starrt, wie sie). Auch er, hinten mittig sitzend, würde dezent zwischen Kühlschrank und Hochschrank durchsegeln…

Wie haltet ihr das: nehmt ihr Anhalter mit? Habt ihr keine Befürchtungen? Hatte überhaupt schon jemand schlechte Erfahrungen? Schreibt es doch mal in die Kommentare – bin sehr gespannt.

Nach dem Schlenker ging es wieder an l’Aveyron zurück, der noch mal mit irren Felswänden begeisterte, in denen sogar Leute hingen. Ich würde tausend Tode sterben…

Gorges de l'Aveyron

Zur Nacht lud der Camping Municipal de Caussade: hübsch, sauber, schattig und günstig. Ach ja: und Duschen gab es auch 😉 Was will man mehr?

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