Katastrophentouristen

Die Nacht war unruhig gewesen, Regen hatte eingesetzt und es gab sogar Gewitter. Wie schon am GO-Anreisetag hörte der Regen pünktlich zur Morgendämmerung auf. Toll – jetzt war auch nicht mehr an Schlafen zu denken.

Das Roadbook führte uns schon bald auf eine Waldpiste, die es in sich hatte: schmal, oft nur geschottert, ausgewaschen, ging es hinauf zum Refugio Talamini, wo wir tatsächlich einen echten Espresso bekommen haben, und bei Bedarf auch einen Apfelstrudel.

Morgenkaffee im Refugio Talamini

Von dort ging es ebenso weiter, in teils abenteuerlichen Gefällstrecken und an abgerutschten Straßenabschnitten vorbei.

Jetzt zurück in die Zivilisation und ins Schwimmbad von Longarone. Ab und zu duschen hat auch was. In Longarone haben wir noch kurz an der Stelle angehalten, wo 1963 durch einen Bergsturz über 2000 Menschen ums Leben gekommen waren – weil beim Staudammbau gepfuscht worden war.

Nasser Vormittag am Bergsturz von Langarone

Ein Abstecher brachte uns durch das wildromantische Tal des Tione Cimoliana zum Refugio Pordenone. Es ging durch mehrere Furten sowie quer durch das Geröllfeld des Schwemmtals. Wahnsinn! Und endlich hat uns auch wieder die Sonne gefunden.

Flußbettdurchfahrt

Nach diesem Ausflug ging es weiter über schmalste Sträßchen und Pässe zu unserem Nachtplatz am Rande einer Stichstraße, mit gigantischer Aussicht.

Nachtplatz bei Selva

Am nächsten Tag stachen zwei Passquerungen heraus: zunächst ging es in steilsten Auffahrten auf den Monte Zoncolan. Kaum zu glauben, dass hier auch mal die Fahrer der Tour de France hochgeackert sind…

Tunnel, ausnahmsweise mit Licht

Sella Monte Zoncolan

Danach folgte das (vorläufige!) Sahnehäubchen. Militärstraßen aus dem ersten Weltkrieg stehen oft garant für abenteuerliche Strecken. So auch die Auffahrt zum Monte Paularo. Erst war der einspurige Fahrweg noch asphaltiert, dann bekam der Belag mehr und mehr Löcher, bis nur noch Schotter die Straße bildete.

Militärstraße zum Monte Paularo

Als nächstes haben wir die Baumgrenze überschritten, so gab jede Biegung neue Fernsichten preis. Schließlich gelangten wir zu dem Plateau, auf dem seinerzeit schweres Militärgerät aufgestellt wurde, nur kurz unter dem Gipfel, der damaligen Grenzlinie. Hier war der Weg zu Ende und damit unser Nachtplatz. Die Nacht war sternenklar und entsprechend frisch, immerhin befanden wir uns auf knapp 2000 Meter, und der Bulli hatte am Morgen innen wie außen Eis angesetzt. Dafür spendierte uns der Platz einen traumhaften Sonnenaufgang über der Bergwelt der Dolomiten. Schon wieder: Wahnsinn!Hier ist SchlussMonte Paularo

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