Heeme eins und zwei

Eins

Heute war ein kurzer Fahrtag, rund 180 Kilometer hat google maps berechnet bis zu meinem Elternhaus im Taunus. Die verliefen eher unspektakulär, es waren allerdings wieder einige hübsche, kleine Kreisstraßen und Dorfdurchfahrten dabei. Ah ja: Die Route führte ein kleines Stück durch den Truppenübungsplatz Baumholder. Warnschilder beim Einfahren in das Gebiet, Wegweiser links und rechts verwiesen auf Schießplätze und Kommandostellen. Neben der Bundeswehr üben die US-Streitkräfte hier gern.

Zwei

Vom Taunus in den Fläming kann man schon zwei Fahrtage rechnen, bei bergigen Landstraßen. Gerade die ersten Kilometer im Taunus hatten es in sich, dort hat man offenbar bei Straßenbau die Landschaft völlig ausgeblendet und die Trassen immer die Hänge rauf und wieder runter gebaut. Der Übertritt von (ehemals) West nach Ost fand auf einer unscheinbaren Landstraße zwischen Eschwege (Hessen) und Mühlhausen (Thüringen) statt, immer wieder faszinierend, dass von dieser Mördergrenze absolut nichts mehr zu sehen ist, außer eine Gedenktafel (zumindest nicht im Vorbeifahren).

Am letzten Tag geht es dann von einem Acker, direkt an der Kreuzung des alten Postweges und der Lutherstraße bei Mansfeld in Richtung Fläming.

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Im Schwabenländle und an die Saar

Die Bundesstraße auf der anderen Seite des Sees hatte nachts auch ordentlich Verkehr, das war eher suboptimal.

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Am nächsten Morgen geht es, nach ausführlicher Nutzung der sanitären Anlagen, zunächst hauptsächlich auf gut ausgebauten Bundesstraßen gen Nordwesten. Nach der weit gefassten Umrundung von München kommen auch mal kleine Landstraßen mit ins Programm.

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Unterwegs sehe ich immer wieder Bilderbuch-Bauernhöfe, mit vielen bunten Blumen in den Fenstern und im Garten, gemütlichen Sitzecken unter uralten Bäumen. Wie man sich den Süden Deutschlands eben so vorstellt.

Zum Abend wird’s sportlich: Mein Nachtplatz liegt an einem Fußballplatz. Dort wird heute Abend die Damenmannschaft spielen. Da schaumermal 🙂

An die Saar

Die Gästedamen haben haushoch verloren, 0 – 6, meine ich. Dafür bin ich mit ein paar netten Leuten ins Gespräch gekommen, die Bar hatte geöffnet, damit gab es auch Toiletten – was will man mehr?

Den Michael hatte ich letztes Jahr beim VW-Bus-Treffen Saar am Losheimer See kennengelernt. Und wenngleich er den Wolfsburgern untreu geworden ist und jetzt einen mehr als doppelt so großen Düdo fährt, hatte er noch ein paar VW-Bus-Teile für mich, die ich endlich abholen wollte. Natürlich hat er mir bei der Gelegenheit ausführlich seinen „Neuen“ gezeigt, und beim Durchsehen von Weltreisendentreffen-Bildern haben wir zusammen von neuen Reisen in unbekannte Länder geträumt. Gepennt habe ich wie letztes Mal bei ihm auf’m Hof.

Heim ins Reich der mangelnden Netzabdeckung

So ein Wohnmobilstellplatz in der Stadt ist etwas problematisch bei einem Bedürfnis. Die Damen und Herren der Weißwarenfraktion sind da ja Selbstversorger, unsereins steht deshalb jedoch lieber in der Botanik. So viel zu meinem Nachtplatz in Gemona, einem wirklich interessanten, kleinen Städtchen nördlich von Udine. Der Ort wurde 1976 von einem schweren Erdbeben stark zerstört, auch die historische Altstadt. Aktuell wird noch der Glockenturm auf der Felsspitze wiederhergestellt, dann ist nach über 40 Jahren alles wieder schick.

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Die Fahrt führt über den Plöckenpass, durch den Felbertauerntunnel und über den Pass Thurn,

IMG_6299über Kitzbühel und Kufstein nach Deutschland, wo ich in Anbetracht des Hochladedefizits einen Campingplatz mit WLAN ins Visier nehme. Ups, und schon vorbeigefahren. Am anderen Ufer des Sees stehen die Wohnmobile direkt am Wasser – das sieht schon mal nicht schlecht aus.

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Der Demmelhof möchte € 15 für einen Camper haben, inklusive zwei Personen. Das ist schon mal OK. Dann kommen allerdings noch die Kurtaxe (50 Cent – OK!), die Duschmarke (nochmal 50 Cent) und zwei Euro für das WLAN hinzu, das wiederum nur auf einem Endgerät genutzt werden kann. Brummel. Aber die Duschräume sind beheizt und sehr sauber, das WLAN allerdings ist recht träge. Datennetz über Funk gibt es gar nicht, der Handyempfang ist äußerst mäßig. Willkommen in Deutschland!

Drei-Länder-Tag

Die „weiße Straße“ wurde gegen 19 Uhr tatsächlich schlagartig ruhig, und so hatte ich eine geruhsame Nacht. Das Frühstück am Tag danach, schön am See, an dem tags zuvor die Hölle los war, geplant, viel denkbar kurz aus, da just hier die Sonne gar nicht durchkommen wollte. Also nicht lange rumgetrödelt, ab zurück nach Slowenien. Der Abstieg aus dem Gebirge war noch einmal wunderschön.

Da ich bei der (zweiten) Einreise über die Hauptverkehrsstraße einen langen LKW-Stau südseitig der Grenze gesehen hatte, in dem auch die PKW gefangen waren, beschloss ich, ganz einfach die GO-Route rückwärts zu fahren, also den Grenzübergang Lisac mit der Schotterpiste. Doch was vorwärts geht, muss noch lange nicht rückwärts funktionieren! Zwischen Lisac und Grenze hatte das unscheinbare, schwarze SUV hinter mir auf einmal blaues Blitzlicht – Grenzpolizei, die Zweite! Diesmal waren sie nicht ganz so entspannt wie beim ersten Mal, wollte ich doch nach eigener Aussage von hier nach Slowenien, was nach ihrer Aussage nicht ging. Auch mein Einwurf, dass ich die Strecke vor zwei Wochen selbst gefahren bin, half wenig, machte mich eher noch mehr verdächtig. Was ich in Kroatien gemacht habe, wo ich war, dann wollten sie die Eintrittskarte von Plitvic sehen (die ich zum Glück gefunden habe, zusammen mit einer Tankquittung). Dann wurden mein Name und Kennzeichen per Funk übermittelt, offenbar wurde geprüft, ob ich wirklich dort getankt habe (Zahlung per EC). Natürlich wurde auch der Bus begutachtet, aber ich brauchte nichts auszuräumen.

Zum Schluss wurden mein Ausweis, die Eintrittskarte und der Tankbon sowie das Auto von allen Seiten fotografiert, und ich wurde  zum „richtigen Grenzübergang“ eskortiert.

Jetzt aber fix nach Italien, da kann man wenigstens entspannt frei stehen. Nachdem ich oberhalb von Triest einem Mautpreller-LKW-Stau gerade noch so entkommen war, ging es wieder ganz runter ans Wasser. Einen kleinen Hafenschlenker hatte ich mir von Google zeigen lassen. Leider ist Google nicht aktuell, die letzten 10 Meter wären höchstens mit einem Quad zu befahren und dazu verboten. Dafür habe ich den Timavo gesehen, den vermeintlich kürzesten Fluss der Welt, der aber die Fortsetzung des Reka, dessen Höhlen wir auf der GO-Runde besucht hatten, ist. Wiki weiß zudem: „Dies ist der Ort, an dem die Argonauten des Jason und die Gefährten des Aeneas auf ihrer Flucht von Troja gelandet sein sollen. Hier sollen auch nach der Sintflut die ersten Überlebenden gelandet sein, worauf ihnen einer der vier Engel, die mit ihrer Trompete das jüngste Gericht verkünden, erschien.“ Hat auch was.
Der Nachtplatz ist ein Wohnmobilstellplatz in Gemona, muss man auch mal probiert haben 😉

PS: von diesem Tag gibt es tatsächlich keine Fotos, empfohlen sei aber das Städtchen Gemona, zum Fotografieren war es bei meinem kleinen Stadtrundgang allerdings schon zu dunkel.

Noch ein Mal Küstenstraße, jetzt gen Norden

Am Vortage hatte ich schon einige Informationen zu den Bären und dem Refugium bekommen. Hier werden Bärenbabys gepflegt, die von ihrer Mutter verstoßen oder getrennt wurden. Der Besuch ist kostenfrei, aber Spenden sind möglich. Außerdem können lokale Produkte erworben werden.

Die Fotosession mit den Knuddeligen hatte ich auf heute verschoben, doch das drohte ein Debakel zu werden, denn der Nebel wollte sich einfach nicht auflösen. Der dachte sich wohl auch: Es ist Sonntag, ich mach mal ruhig. Dadurch kam ich am Infostand mit dem Chef -er möchte lieber als Schirmherr bezeichnet werden- Ivan Pavenka ins Gespräch. Er hatte, noch vor der Wende, viele Jahre in West-Berlin gelebt, liest immer noch die Süddeutsche Zeitung und spricht ausgezeichnet Deutsch. Wir philosophierten etwas über Gott und die Welt, bis andere Besucher seine Aufmerksamkeit in Anspruch nahmen.

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Inzwischen war -wie Ivan übrigens vorausgesagt hatte- die Sonne durchgekommen und so habe ich meine Bärenfotos geschossen.

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Irgendwann nachts hatte hinter meinem Bulli ein Opel Movano mit englischem Kennzeichen eingeparkt. Jetzt stellte sich heraus, dass zwei junge Mädels damit auf großer Tour waren. Im Winter arbeiten sie in Skiressorts und jetzt im Sommer touren sie durch Europa. Genau wie ich, so haben sie mir verraten, hatten sie die „grandiose“ Idee, im Hochsommer nach Spanien und Portugal zu fahren, wobei sie ebenfalls feststellen mussten, dass es eigentlich nur an der portugiesischen Küste auszuhalten ist.

Sie haben mir noch einen „Geheimtipp“ gegeben: die Mini-Bucht Zavratnica ist traumhaft schön, außerdem kann man dort die Reste eines deutschen Schiffes im Wasser liegen sehen. Man kann die Bucht entweder erwandern, das kostet absurderweise aber Eintritt. Oder aber man fährt zum Aussichtspunkt, dann kann man alles von oben bewundern, kostenfrei. Und siehe da: Dort treffe ich noch ein Mal die Mädels.

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So, jetzt geht’s aber rigoros gen Norden. Noch ein Mal Küstenstraße satt. Heute ist Sonntag – Motorradfahrertag. Man (ich!) könnte sich an den Straßenrand setzen und den ganzen Tag Motorräder gucken. Die Strecke ist aber auch optimal: Kurven ohne Ende, guten Straßenzustand und jetzt außerhalb der Saison nicht zu viel Verkehr.

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Zwischen Crikvenica und Rijeka verlassen ich die Adria, und in Hreljin schickt mich das Navi eine Straße hoch, so was Steiles bin ich noch nie gefahren. Himmel ging das zur Sache. Ich muss ganz ehrlich sagen, dass mir etwas mulmig zumute wurde. Ganz großes Lob für den Bus, dass er das ohne Murren geschafft hat.

Bei den in Frage kommenden Freisteherplätzen wird vor Trubel an Wochenenden gewarnt, und leider ist heute Sonntag und tatsächlich ist dort die Hölle los. Also bin ich ein Stück weiter gefahren und habe mir einen Platz neben der Straße gesucht, hoffentlich wird die Straße noch ruhiger die Nacht, im Moment ist zumindest noch wahnsinnig viel Verkehr für eine weiße Straße auf der Karte.

 

In der Höhle der Bären

Es war niemand gekommen. Aber weil sich das so gehört, wollte ich mich bei dem älteren Herrn bedanken und verabschieden. Doch der war gar nicht da, dafür -ich vermute- seine Frau nebst einer Bekannten. Diese sprach sogar etwas Deutsch. Auf meine Frage, was ich für die Übernachtung schuldig sei, antwortete sie nach etwas hin und her mit der Alten wohl eher pauschal: 100 Kuna. Die sollte ich, mit einem Stein beschwert, auf den Tisch der Terrasse legen, meinte sie.

Zum Anfang der heutigen Route hatte ich mir einen zweifachen Schlenker über den Fluss Krka und damit durch den Nationalpark (auf öffentlichen Landstraßen) ausgesucht. Der Abstieg in das canyonartige Tal war wieder spektakulär, die Querung des Talbodens ein Leckerli. Auf der anderen Seite oben angekommen war die weiterführende Straße gesperrt. Aber das machte ja nichts, denn ich wollte links ab, parallel zum Fluss, um diesen weiter oben nochmals zu queren. Doch nach einigen Kilometern war „meine“ Straße unvermittelt auch gesperrt. Ein Mopedfahrer meinte: „Macht nichts, einfach durchfahren“. Haben wir zusammen dann auch gemacht, am verwunderten Dampfwalzenfahrer vorbei bis, ja, bis das Material für den Unterbau nicht schon platt, sondern noch in Haufen auf der Trasse lag. Kein Vorbeikommen möglich. Der Mopedfahrer war offensichtlich auch überrascht, es blieb uns nichts anderes übrig, als zu wenden. Doch…die logische Umleitung wäre -richtig!- die Straße gewesen, die vorhin schon gesperrt war. Für diese wiederum war jedoch eine Umleitung ausgeschildert -frei nach dem Motto „Rom – Paris – Papestraße“- und in einem der folgenden Dörfer wies mir das Navi an, rechts abzubiegen, doch – dort war auch gesperrt.

Hilflosigkeit machte sich breit. Ist das hier ein Labyrinth? Versteckte Kamera? Ohne Zögern habe ich den erstbesten Local angesprochen, in einem Gemisch aus Deutsch und Englisch riet er mir, die Straße rechts am Laden vorbei zu fahren. Der Asphalt werde zwar bald aufhören, aber das sei mit meinem Bulli ja kein Problem (war es auch nicht). „Etwa 10 Kilometer immer geradeaus“, meinte er, und so war es auch. 10 Kilometer feinste GO-Schotterpiste.

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Endlich kam ich auf meine Planstrecke und konnte die zweite Krka-Querung machen, die für all die Mühen reichlich entlohnte.

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Und dann kam sie, die Straße der Straßen. Egal, was ich für Zwischenstopps eingab, das Navi wollte mich partout nicht über diesen Pass schicken. Egal, gefunden hab ich ihn trotzdem. In Bezug auf die Küstenstraße war ich ja schon eine „Treppenstufe“ höher, doch nach dem Abbiegen ging es direkt auf die unnahbar scheinende Gebirgskette zu. Wo soll da ein Einstieg sein?

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Die Straße schlängelt sich um einen vorgelagerten Hügel und nutzt diesen als Tritt für die Felswand. Und auf ein Mal die Autobahn. In einer zehn Kilometer langen Riesenserpentine hat sie sich ebenfalls hochgeschwungen. Mein kleines Sträßchen überquert die Tunneleinfahrt der A1, der Fahrbahnbelag geht in Schotter über und klettert weiter fleißig nach oben.

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Es schottert und schlängelt sich an den Felswänden entlang, biegt um die nächste Ecke, um wieder neue Fernsichten freizugeben. Das Panorama und die Landschaft, behaupte ich mal, können locker mit der Ligurischen Grenzkammstraße (Nord) mithalten. Einfach nur traumhaft.

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Kurz vor einem ersten Scheitel stehen drei Landrover mit der Beschriftung „Foto-Safari“. Die Herren Chauffeure schauen etwas verwirrt, die Fotogäste nehmen vermutlich ungeplante Bullibilder von der Safari mit nach Hause. Hier soll auch ein Winnetou-Drehort sein (Tal der Toten). Auf dem richtigen Pass, Mali Alan, 1044 Meter, steht dann noch ein Wegweiser, wohin es denn überhaupt geht. Gut zu wissen, hier oben. Als ob man noch groß eine Auswahl hätte.

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Die Abfahrt ist nicht ganz so spektakulär, da im Mischwald, der sich allerdings in schönsten Oktoberfarben zeigt.

Und dann kratzt die Tanknadel am „R“. Bin zwar wieder unten, aber hier sind nur Dörfer. Das schlaue Navi schickt mich auf eine Autobahntanke, obwohl es auf „Autobahnen vermeiden“ eingestellt ist. Die nächste größere Stadt ist Gospic, 32 Kilometer. Ich hasse so was. Und natürlich ist an der Einfallstraße, über die ich reinkomme, keine Tanke. Und auch nicht an der, auf der ich wieder raus fahre. Also wieder gefragt. Richtung Zagreb soll ich fahren. Dort gibt es gleich zwei. Tatsächlich.

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Nächstes Ziel war das Bärenrefugium in Kuterevo. Für die Anfahrt hatte ich mir wiederum einen schönen Schurbelschlenker ausgesucht. Der hatte es allerdings in sich. Irgendwie hatte ich die Distanz unterschätzt, die Strecke zog sich ewig und die Sonne senkte sich. So was im Dunkeln zu fahren ging aber gar nicht. Also immer ein Auge auf die verbleibenden Kilometer, eins auf die Uhr (und ein halbes auf den Stand der Sonne). Angeblich konnte man beim Refugium auch über Nacht stehen. Doch was, wenn nicht? Im Dunkeln einen Nachtplatz suchen geht gar nicht. Unterwegs wären genug gewesen, aber das war im Naturpark. Letztendlich konnte ich bei den Bären nächtigen. Zu den Knuddeltieren beim nächsten Mal mehr!

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Der Tag beginnt mit einem traumhaften Sonnenaufgang. Zudem stehe ich fünf Schritte vom Wasser (und: Ja, ich war sogar drin. Natürlich hat just da das Handy gestreikt, also gibt es kein Beweisfoto. Und jetzt erzähl mir nichts von Märchen!).

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Das Pärchen genießt ebenfalls den Sonnenaufgang und ist dann in Nullkommanichts verschwunden. Keine Spur auch vom Betreiber. Er soll ja gestern Abend da gewesen sein, hat sich aber nicht die Mühe gemacht, mich zu begrüßen, sondern ist einfach wieder verschwunden. Auch jetzt ist niemand da, nur die vier angeketteten Hunde und unendlich viele Katzen. Der Pick-Up steht -wie schon gestern- mit Zündschlüssel und offenen Fenstern vor dem Gebäude, in der „Bar“ dudelt Musik, auf und unter einem Tisch stapeln sich Hunde- und Katzenfutter, wo’s geht, haben sich die Katzen bereits selbst versorgt. Auch im Auto haben sie es sich bequem gemacht – Fenster steht ja offen. Alles sehr strange. Da nach wie vor niemand da ist, der meine Bezahlung annimmt, muss ich leider ohne abreisen. So halte ich doch noch meinen Plan ein, in Kroatien wenigstens jede zweite Nacht „frei“ zu stehen. Ein bisschen nervös bin ich aber doch, dass ich dem Betreiber, der mein nicht gerade unauffälliges Auto ja bestimmt gesehen hat, unterwegs begegne. Schließlich gibt es nur eine Zufahrtsstraße zu dem Inselkomplex.

Ich möchte noch etwas der Küstenstraße fahren, umschiffe Zadar, denn das Stadtgewusel nervt, und fahre bis kurz vor Trogir.

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Auch wenn die neue Straße immer noch viele 40-km/h-Kurven hat, ab und zu sieht man Reste der alten Trasse: viel schmaler, mehr Steigungen und noch krassere Kurven. Kein Wunder, dass die seinerzeit als höchst gefährlich galt.

Ich beschliesse, wieder ins Landesinnere zu fahren. Die Küste ist mir einfach zu hektisch, zumindest auf großen Strecken, so schön sie auch ist. Überall stand schon der Nationalpark „Krka“ angeschrieben (nein, der hat nichts mit der Insel zu tun). Doch hier schreckt wieder der hohe Eintritt ab: 26 €. Das scheint so ein Konzept zu sein: Wir bieten ein Gesamtpaket aller Attraktionen an, doch wer nur eine sehen will, hat Pech: Einzeltickets gibt es nicht (bei der Großglocknerstraße ist das ähnlich). Also fahre ich nur um den Park herum, genieße die Landschaft, und für die Nacht habe ich den „Camp Europa“ angepeilt.

Doch das Tor ist zu. In der Einfahrt nebenan sitzt hinten ein älterer Mann. Ich befrage ihn und er bedeutet mir, er werde aufschließen. Letztendlich galt es nur, einen Riegel aufzuschieben, er deutet mir an „Such dir einen Platz“ und geht wieder zurück. Auch spannend…mal sehen, wie das hier morgen früh ist bzw. ob heute Abend noch jemand kommt.

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