Jetzt geht’s noch mal richtig steil!

Die Nacht am Monte Paularo war sternenklar und damit recht schattig. Kein Wunder: wir befanden uns auf 1949 Meter. Minus zwei Grad hat Rainer gemessen, ich hatte außen UND innen Eis am Bulli.

Eis

Aber der klare Himmel hatte auch was Gutes: einen traumhaften Sonnenaufgang. Ein paar Hardcore-Frühaufsteher-Fotografen sind rechtzeitig auf den Monte gestiegen, um das Naturschauspiel aus erhabener Position zu erleben – ich habe mich mit Fotos vom Platz aus begnügt.

Sonnenaufgang

Sodann schurbelten wir uns die gemütliche Schotterstraße und das steile Asphaltstück wieder hinunter. Tja und dann stand schon der Grenzübertritt nach Österreich auf dem Plan. Dafür hatte Torsten ein ganz besonderes Schmankerl vorbereitet: den frisch eröffneten Passo Polentin. Doch vorher haben uns erst ein paar Forstarbeiter ausgebremst. In stoischer Ruhe haben sie das kleine Sträßchen mit ihren Maschinen blockiert, und erst, als der Baumstamm hochgezogen, in passende Stücke gesägt und auf den Polter gestapelt war, ging es weiter. Dann aber richtig! Es folgten extreme Steigungen, die steilsten Stücke waren mit verfugten Felssteinen gepflastert. Eigentlich müsste man hier mit ordentlich Schwung hoch, jedoch waren die Abschnitte von tiefen Entwässerungsrinnen durchzogen, die sehr umsichtig durchfahren werden wollten. An Anhalten war natürlich gar nicht zu denken, wer weiß, ob man danach noch wieder los kommt (vor allem, wenn die Kupplung nicht mehr ganz topfit ist, wie bei mir 😉 ). Dann waren die Kehren so steil, dass eigentlich bei jedem das Antriebsrad durchdrehte. Hier hieß es: Abstand halten – nicht, dass noch ein Stein vom Vordermann durch die Frontscheibe fliegt.

Österreich

Irgendwann war aber auch dieses Stück gemeistert, und danach ging es in entspannter Fahrt zum Nachtplatz am Hintersee. Aufgrund des schlechten Wetters (Nebel & Regen) haben wir auf die 36 € teure Großglocknertraße verzichtet (die meisten aus dem Team Dakota waren sie eh schon mehrfach gefahren) und haben uns für den parallel verlaufenden Felbertauerntunnel (11 €) entschieden. Auch der Abend war leider verregnet, und so ging es früh in die Koje.

Schnee überm Felbertauerntunnel

Am eigentlich schon letzten Tag fuhren wir über die alte Gerlosstraße

Käfer im Berg

und an einem Almabtrieb vorbei ins Zillertal und dann zum Kaiserhaus an der Kaiserklamm, wo wir eine deftige Mittagsmahlzeit zu uns nahmen.

Zum Abschluss begeisterte die bereits bekannte Steinbergpassage, ein Streckenabschnitt, der nur in einem bestimmten Zeitfenster befahren werden darf, da Ausweichen hier schier unmöglich ist. Trotzdem kam uns auf halber Strecke ein Vollhorst entgegen. Aber wir waren mehr 😉

Steinbergpassage

Zum traditionellen Abschiedsessen trafen wir uns im Batznhäusl in Kreuth zu einem feucht-fröhlichen Abend.

Batznhäusl

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Katastrophentouristen

Die Nacht war unruhig gewesen, Regen hatte eingesetzt und es gab sogar Gewitter. Wie schon am GO-Anreisetag hörte der Regen pünktlich zur Morgendämmerung auf. Toll – jetzt war auch nicht mehr an Schlafen zu denken.

Das Roadbook führte uns schon bald auf eine Waldpiste, die es in sich hatte: schmal, oft nur geschottert, ausgewaschen, ging es hinauf zum Refugio Talamini, wo wir tatsächlich einen echten Espresso bekommen haben, und bei Bedarf auch einen Apfelstrudel.

Morgenkaffee im Refugio Talamini

Von dort ging es ebenso weiter, in teils abenteuerlichen Gefällstrecken und an abgerutschten Straßenabschnitten vorbei.

Jetzt zurück in die Zivilisation und ins Schwimmbad von Longarone. Ab und zu duschen hat auch was. In Longarone haben wir noch kurz an der Stelle angehalten, wo 1963 durch einen Bergsturz über 2000 Menschen ums Leben gekommen waren – weil beim Staudammbau gepfuscht worden war.

Nasser Vormittag am Bergsturz von Langarone

Ein Abstecher brachte uns durch das wildromantische Tal des Tione Cimoliana zum Refugio Pordenone. Es ging durch mehrere Furten sowie quer durch das Geröllfeld des Schwemmtals. Wahnsinn! Und endlich hat uns auch wieder die Sonne gefunden.

Flußbettdurchfahrt

Nach diesem Ausflug ging es weiter über schmalste Sträßchen und Pässe zu unserem Nachtplatz am Rande einer Stichstraße, mit gigantischer Aussicht.

Nachtplatz bei Selva

Am nächsten Tag stachen zwei Passquerungen heraus: zunächst ging es in steilsten Auffahrten auf den Monte Zoncolan. Kaum zu glauben, dass hier auch mal die Fahrer der Tour de France hochgeackert sind…

Tunnel, ausnahmsweise mit Licht

Sella Monte Zoncolan

Danach folgte das (vorläufige!) Sahnehäubchen. Militärstraßen aus dem ersten Weltkrieg stehen oft garant für abenteuerliche Strecken. So auch die Auffahrt zum Monte Paularo. Erst war der einspurige Fahrweg noch asphaltiert, dann bekam der Belag mehr und mehr Löcher, bis nur noch Schotter die Straße bildete.

Militärstraße zum Monte Paularo

Als nächstes haben wir die Baumgrenze überschritten, so gab jede Biegung neue Fernsichten preis. Schließlich gelangten wir zu dem Plateau, auf dem seinerzeit schweres Militärgerät aufgestellt wurde, nur kurz unter dem Gipfel, der damaligen Grenzlinie. Hier war der Weg zu Ende und damit unser Nachtplatz. Die Nacht war sternenklar und entsprechend frisch, immerhin befanden wir uns auf knapp 2000 Meter, und der Bulli hatte am Morgen innen wie außen Eis angesetzt. Dafür spendierte uns der Platz einen traumhaften Sonnenaufgang über der Bergwelt der Dolomiten. Schon wieder: Wahnsinn!Hier ist SchlussMonte Paularo

Tausend-Pässe-Tag

…oder fast. Heute ging es nur rauf und runter. Und das war äußerst kurzweilig, denn wir befinden uns in den Dolomiten. Morgens verwöhnte uns die Sonne schon bald mit ihrer wohligen Wärme,

Pfersachtal

und dann entblätterte sich eine Tour zum Fingerlecken. Ich tippe mal, dass dies der Tag mit den meisten Paßquerungen aller Zeiten war (Tanke Edit sagt, Torsten hat das sofort dementiert): es ging immer nur rauf, und danach wieder runter, und die Landschaft übertrumpfte sich selbst. Dazu ein Wetter, wie man es sich nicht besser wünschen konnte.

Dolomiten

OK, der Tag hatte weniger spektakulär begonnen: mit einem Platten bei meinem Bulli. Zum Glück war nur die Unterseite platt 😀

Schon im nächsten Ort (Sterzing) konnten wir das Angenehme mit dem Nützlichen kombinieren: Während der Rest der Truppe einkaufen ging, wurde ich bei einer Werkstatt vorstellig. Die konnten sofort helfen. Ein neuer Schlauch musste montiert werden, und in Nullkommanichts war das erledigt – und für kleines Geld. Großes Lob an die Werkstatt!

schnelle Hilfe

Derweil hatte der Rest der Truppe seine Vorräte ergänzt.

Dolomiten2

Kaiserwetter

Nach den ganzen Pässen kamen wir ziemlich fertig und relativ spät am Nachtplatz an. Doch insgesamt waren erst neun von 21 Bullis da. Wo blieb der Rest? Der Chef und die Berliner trudelten alsbald ein, aber die letzten drei hatten tatsächlich den anderen Waldweg genommen und schurbelte sich an der falschen Bachseite empor. Wir wedelten mit Taschenlampen, und sie hatten uns bald entdeckt, doch wenden war dort oben kaum möglich. Dazu kam: Locals mit Geländewagen wollten unbedingt vorbei. Stress pur 😀

Irgendwann kamen dann auch die „verlorenen Jungs“ auf dem Sportplatz/Nachtplatz an, und es kehrte Ruhe ein in der Reisegesellschaft.

Der Ort war eigentlich prädestiniert für einen spektakulären Sonnenaufgang, doch Wolken haben das effektiv verhindert.

Gavaz

Stattdessen beehrte uns die lokale Policia und teilte uns mit, dass Campen hier nicht erlaubt sei. Wir warfen ein, dass wir spätestens in einer Stunde weg sind, keinen Müll hinterlassen haben und nicht zuletzt seit Jahren das OK vom lokalen Bürgermeister haben, hier zu nächtigen (das stimmt tatsächlich!).

Dann ging es wiederum über kleine und kleinste Passsträßchen durch die Dolomiti. Herausragend war die wilde Schlucht des Valle del Mis

und natürlich der Ubaldopass

mit seinen fünf Kehrtunneln und terrassenartig angelegten Fahrstrecke. Der Wahnsinn! Wenn ich zu Hause mehr Datenvolumen zur Verfügungen habe, laden ich davon ein Video hoch!

Auch im weiteren Verlauf befahren wir einspurige Passstraßen, danach quälen wir uns durch den „Grossstadtjungel“ von Belluno bis zum heutigen Nachtplatz.

Es geht los!

Habt ihr schon mal mit nem Bulli nachts im Wald gestanden? So richtig einsam? Oder mit einem Zelt? Habt ihr dann auch gehört, wie jemand um euch herum geschlichen ist? Und was war es? Ein Mensch? Ein Tier? Ein Mensch hätte eine Taschenlampe dabei. Ein Tier? Wäre ja nicht so schlimm, was soll ein Tier schon machen? Aber eigentlich waren es nur die Regentropfen, die etwas komische Geräusche machten. Aber das kann einen gedanklich ganz schön beschäftigen….

Kurzum: die letzte Nacht hat es fast ununterbrochen geregnet und ich habe fast nicht geschlafen. Als der Regen endlich aufgehört hat, war es sieben Uhr – da hatte sich das mit dem Schlafen erledigt. Der liebliche Riedbach, an dessen Brücke ich stand, hatte sich in ein reißendes Flüßchen verwandelt, und den Grasstreifen neben dem Sträßchen, wo mein Bulli stand, in ein undefinierbares Feuchtgebiet. Mit subtilem Manövrieren bin ich trotzdem ohne fremde Hilfe rausgekommen und habe mich danach Richtung Goldener – Oktober – Treffpunkt auf den Weg gemacht. Zur Standardvorbereitung gehört natürlich: günstig Tanken in Österreich (ist ja nur 2 Kilometer vom Treffpunkt) und pfandfreies Büchsenbier besorgen. Check. Dann zum Treffpunkt, frühstücken, Zähne putzen und auf die anderen warten.

GO trefpunkt

So langsam trudelten sie auch ein, und als der Chef eingetroffen war und die Roadbooks ausgehändigt hatte, konnte es auch bald losgehen.

Zur Einstimmung haben wir uns im deutsch-österreichischen Grenzgebiet herumgetrieben…

Wirtatobel

…und warten aktuell an den Burg-Schenke in Grän, die uns doppelt gebucht hatten, darauf, endlich Essen zu bekommen.

Burgschenke

Irgendwann hatte dann auch die ganze Bullitruppe gespeist, wir durften dafür auch über Nacht auf dem hauseigenem Parkplatz verbleiben. Ab neun Uhr morgens durften wir zudem die hauseigene Toilette nutzen, bei gleichzeitiger Bestellung eines Kaffees gratis, ansonsten gegen zwei Euro Gebühr…ohne Wertung! Nach einem phantastischen Abendrot

Burgschenke

und einer sternenklaren Nacht (mit den dazugehörigen Temperaturen) begrüßt uns am Morgen ein stahlblauer Himmel, und irgendwann ist die Sonne auch über die Berggipfel geklettert und trocknete unsere feuchten Bullis.

In flotter Fahrt geht es dann am schönen Haldensee vorbei, über ordentliche Steigungen zum Hahntennjoch,

Hahntemnjochpass

an einer Erntefestprozession vorbei ins Ötztal, dort über den Kühtaisattel,

Kaiserschmarrn auf dem Kühtaisattel

sodann Innsbruck südwestlich vermeidend immer parallel zur Brennerautobahn über den gleichnamigen Pass hinüber nach Südtirol. Dort schlagen wir uns gleich in das erste Tal, das sich anbietet, das Pferschtal. Am Ende der Straße, hinter dem Hotel, gibt es einen Schotterplatz. Dort richten wir uns gemütlich ein. Bei der Hauptkammüberquerung hat sich auch das Wetter geändert.

am Ziel für heute

Bedrohliche Wolken hingen in den Bergen. Wir hoffen, dass es nicht allzu dramatisch wird…

Im Rentnerparadies

Die Nacht war unruhig. Das kam vor allem durch den Regen. Merke: stell deinen Camper, wenn es regnet, nie unter einen Baum. Die großen Tropfen, die von den Blättern fallen, klopfen unregelmäßig und sehr laut aufs Dach. Das gleichmäßige Knistern des Regens ist dahingegen schon fast einschläfernd.

Und wie die Nacht war, setzte sich der Tag fort: Dauerregen und alles grau-in-grau. Meine Idee einer Außenrunde durch den Südschwarzwald habe ich schnell begraben. Selbst die kürzeste Strecke zum Nachtplatz schlug mit 250 Kilometern zu Buche – das reicht.

Nun hatten wir ursprünglich zum Vorabtreffen einen schönen, günstigen Campingplatz auserkoren, von dem sich aber herausstellte, dass der bereits am 10. September geschlossen hat. Alternativ hatten wir uns auf einen Platz „beim Bauern“ entschieden. Aus Neugier wollte ich trotzdem den ursprünglichen Platz besichtigen, vielleicht hat er ja doch noch auf…

Und der Platz war wirklich schön: auf Terrassen gelegen, unten ein See, umfangreiche sanitäre Anlagen. Nur: kein Mensch da. Und nirgendwo eine Rezeption zu erkennen. Sehr strange….Da absolut niemand auffindbar war, den man befragen könnte, fahre ich wieder los. Obwohl ganz offensichtlich Gäste auf dem Platz anwesend waren. Schade.

Der nächste Platz ist nicht weit, schön und sauber – aber: er hat keine Dusche, nur ein WC. Das hatte ich irgendwie übersehen. Denn eine Dusche war überfällig, insbesondere bevor ich mich unter die Mit-Oktoberer begebe. Meine Umdisponierung weckt Missmut bei den anderen Vorab-Treffern: die ersten stehen schon „beim Bauern“. Aber was soll’s – ist eben so. Unweit dieses Platzes hatte ich einen ebenso günstigen Stellplatz MIT Dusche gefunden, da musste ich hin. Und immerhin hat inzwischen der Regen aufgehört.

So Zähneputzen am Waschbecken und Rasieren mit großem Spiegel vor sich hat schon was. Einmal Rundumpflege auf dem schönen Stellplatz auf den Büchelwiesen. Nein, keine Verwandtschaft mit dem Herrn Generalintendent.

Dann hatte ich also den nicht benötigten Puffertag zur freien Verfügung. Zunächst hab ich mir das Schloss Waldburg angesehen, wohl wissend, dass dort nur Sonntags geöffnet ist. Aber allein der Fernblick bis zu den Alpen lohnte sich. Zudem waren am Zugangsweg kleine Informationstafeln angebracht, die das Leben der Ritter und Bauern im Mittelalter schilderten. Und natürlich die Geschichte der Burg. Wer sie von innen sehen will: Besichtigung immer Sonntags.

Waldburg

Danach ging’s runter zum Bodensee und ein Stück am Ufer entlang. Aber überall bezahltes Parken und überhaupt. Na wie man es eben von beliebten Badeorten so kennt. Wenig einladend. Dann habe ich noch eine Pflichtrunde über die Insel Lindau gedreht. Was ich da gesehen habe, hat mich nicht darin bestärkt, dort noch mal zu Fuß hin zu marschieren. Knuffige Altstadt, aber nix besonderes. Nur dieser irre Sackbahnhof für so ein kleines Kaff…

Zur Option standen ein paar öffentliche Parkplätze hinter den Gleisanlagen (wieder am „Festland“), wo parken ab 20 Uhr gratis sein sollte. Sah aber nicht soooo einladend aus, und so bin ich noch etwas rumgeeiert, und -zack!- war ich in Österreich. Noch mal kurz orientiert, dann über eine kleine Passstraße wieder zurück nach Deutschland und unmittelbar dort ein kleines Sträßchen rein und vor einer Bachbrücke das schöne Wetter Dank Föhn genossen – nach all dem Regen der vergangenen Tage. Und noch ein Stück gewandert:Hasenreuter WasserfallRiedbach

Riedbach und Hasenreuter Wasserfälle

Willkommen im Neuland

Ich hatte ja nächtlichen Besuch befürchtet, da ringsum alles von Wildschweinen zerwühlt war, aber die Nacht am verlassenen Anglerteich war wiederum mega-ruhig.

Les Arsures

Traurig, aber wahr: Teil eins meiner Tour ging dem Ende zu, die Verbindungsetappe zum Goldenen Oktober begann. Vom letzten Schlafplatz bis zum GO-Treffpunkt waren es so 800 Kilometer, oder 17 Stunden Fahrzeit. Ich wäre dann gegen 23 Uhr dort in Lindau.

Neeeee, ich habe mir dafür drei Tage reserviert, plus einen Tag Puffer, alles ganz geschmeidig! Trotzdem ging es heute flott voran: Nach etwas Einpegeln lag viel Route Nationale auf der Strecke, immer wieder -und das ist das Schöne bei maps-“Autobahnen vermeiden“- unterbrochen von völlig verrückten Querdurch-Sträßchen. Auf den RN schafft man schon was, und so stehen heute 395 km auf der Habenseite. Und: der Bulli ist ab heute Ü-50. Nämlich über 50.000 Kilometer. Leider ist die sechste, die vorderste Stelle nicht bekannt. Im November übrigens wird der Bulli auch vom Alter her Ü-50, aber bis dahin ist ja noch ein bisschen….

Weiter geht’s gen Osten. Ich habe Zeit, muss mich also nicht auf der Hauptverkehrsroute zwischen Besançon und Mühlhausen rumplagen, sondern suche mir hübsche Routen im Streifen zur Schweizer Grenze.

Und so sichte ich unterwegs einen schönen T2b Westfalia (leider keine Möglichkeit für ein Fotostopp) und kurve nochmals durch romantische Flusstäler.

Schlucht1

Schlucht2

Vor dem Grenzübertritt nach Deutschland galt es noch, pfandfreies Büchsenbier einzukaufen (aber im lokalen Intermarché war das Kronenbourg unverschämt teuer, und die günstige Marke mit dem verheißungsvollen Namen Koenigsbier kannte ich nicht…) und den Einkaufsauftrag eines Freundes zu erfüllen. Als Sahnehäubchen dann -kaum überraschend- die lächerliche Netzabdeckung in Deutschland. Selbst IM ORT Weil am Rhein hatte die clever-tanken-App nicht genügend Netz um die „günstigste“ Tankstelle zu ermitteln, was dazu führte, dass ich ungewollt die EU verlassen habe und in die Schweiz eingereist bin. Da ich den Wechselkurs nicht kannte, bin ich wieder zurück nach Lörrach (die App hatte inzwischen Netz) und habe teurer als in Frankreich getankt 😦 Ja, das Internetz ist in Deutschland immer noch Neuland GRRRRR.

Immerhin: auf park4night ist Verlass: abseits der Bundesstraßen zeigt sie mir einen Platz, an dem zwar leider der Brunnen abgeschaltet ist. Das ist schade, denn seit Frankreich suche ich eine Möglichkeit, meinen zur Neige gegangenen Wasserkanister zu befüllen. Ich habe nicht einmal Wasser zum Rasieren (obwohl das inzwischen dringend nötig wäre…). Ja selbst die Optionen fürs Abendmahl sind übelst eingeschränkt, da bei den meisten Wasser zugefügt werden muss.

Aber wie das Schicksal so spielt: nach einer Weile gesellt sich ein irischer T5 dazu, auch er hat den Platz über park4night gefunden, fährt gerade mit seiner Frau eine Tour durch Westeuropa und spendiert mir eine Flasche Wasser, denn wie das so ist: wenn das eigene Wasser alle ist, sind alle Brunnen am Wegesrand und auf den Dorfplätzen wie vom Erdboden verschluckt.

 

Einen schönen guten Morgen!

Die persönliche Grundreinigung, die auf dem Camping Municipal (Gemeindeeigener Campingplatz) möglich war, war auch überfällig. Aber ich musste mich schick machen, denn ein ganz besonderer Termin stand heute an.

Wildgänse auf dem benachbarten Fußballplatz

Wildgänse auf dem benachbarten Fußballplatz

Doch erst einen Schritt zurück: Am Vorabend erreichte mich die Mitteilung, dass die Ausfahrt des S.A.M.R.C. am Sonntag nicht stattfinden würde, wegen des schlechten Wetters. Nun hatte ich schon etwas gegoogelt, da es ja so stürmisch war, und das bedeutet meist Wetterumschwung. Ja: es sollte etwas kühler werden, auch etwas Regen war möglich, aber deshalb eine Ausfahrt absagen? Bei Kachelmann sah ich dann später, dass ein recht heftiges Unwettergebiet gerade so an der besagten Region vorbeischrammte…Na toll – Ausfahrt also abgesagt 😦 . Aaaaber: ich bekam eine Einladung von Erik Verhaest, ihn stattdessen zum Lunch zu besuchen.

Erik und seine DS Cabriolet

Erik stammt aus Belgien, war 30 Jahre Directeur Public Relations bei Citroën Nederland in Amsterdam, wohnt jetzt im schönen Sainte-Alauzie in einer phantastisch restaurierten alten Scheune, vor allem aber ist Erik der Mann hinter „La Carte Postale du Jour“ auf Facebook. Jeden Tag veröffentlicht er auf seinem Account eine alte Ansichtskarte, die alle eins gemeinsam haben: es ist mindestens ein (inzwischen historisches) Automobil drauf. Denn die Karten datieren oft aus dem Fünfzigern und Sechzigern, manche aus den Siebzigern und ab und zu auch deutlich ältere. All diese Karten, meist aus Frankreich, aber auch vom Rest der Welt, strahlen eine längst verflogene Atmosphäre aus, den Geist einer Zeit, in der nicht alles von Hast und Eile, von DIN-Norm und Geradlinigkeit bestimmt wurde. Sie zeigen nicht nur die Entwicklung des Automobilbaus, sondern auch die Veränderung unserer Dorf- und Stadtumgebung. Wir sehen noch Masten voller Freileitungen quer durch die Ortschaften, Straßen ohne Bürgersteige, keine Parkplatznot, kleine Krämerläden – und in Frankreich immer einen tabac. Viele seiner Facebook-Abonnenten analysieren dann die abgebildeten Fahrzeuge äußerst sachkundig, oft postet auch jemand ein aktuelles Bild des selben Ortes (im Gegensatz zu Deutschland hat google street view in Frankreich so ziemlich jeden Winkel abgefilmt) und man sieht, wie sehr sich alles gewandelt hat. Nur in wenigen, seltenen Fällen hat sich der Charme einer Ansicht bis heute erhalten. Erik hatte zum Lunch geladen, dafür an dieser Stelle nochmals herzlichen Dank an seine Frau Yvonne und ihn. Und die Einladung hatte noch etwas Gutes: es goss nämlich die ganze Zeit in Strömen, während wir in Eriks gemütlichen Scheune saßen. Zur Kaffeezeit bin ich dann weiter gefahren, waren doch schon die ersten leisen Rufe des Goldenen Oktober zu hören. Das Nachtlager schlug ich an einem Grillplatz bei St-Pierre-Toirac, direkt am Lot auf. Bis auf etwas Nach-Regen eine herrlich ruhige Nacht.
Tags darauf ging es weiter flussaufwärts im schönen Lot-Tal, immer wieder über uralte, schmale Steinbrücken, und als ich der Quelle näher kam, stand auf einmal diese Chateau-Ruine mitten im Tal auf einem Felsen „im Weg“. Mega-strategisch platziert, war das Chateau Tournel bestimmt ein mal eine extrem wichtige Verteidigungsanlage. Heute kann man sie über einen ausgeschilderten Rundweg erwandern und auch fast alle Räumlichkeiten betreten. Nur nach oben auf den großen Turm gibt es leider keine Treppe. Trotzdem absolut lohnenswert.

Chateau ruine de Tournel

Tournel2

Tournel3

Ja und dann wollte ich eben so nah wie’s geht an die Lot-Quelle ran. Dazu hatte ich einen Außenschlenker anvisiert, der den jungen Fluss noch ein Mal queren sollte. Doch wie ich dort so fuhr, gab es überall links und rechts Abzweige ohne Verbotsschild, und dann hab ich mir bei maps mal die vermeintlich genaue Quelle anzeigen lassen – und die Route dahin. Nun – das war schon recht oktobrig, kann ich sagen! Die Quelle ist leider mehr zu erahnen, denn ausgeschildert ist vor Ort nichts (wohl aber der Wanderweg dorthin!).

auf der Suche nach der Quelle des Lot
auf der Suche nach der Quelle des Lot

Danach hab ich den auserwählten Nachtplatz ins Navi eingegeben…und dann ging‘ los. Hallelujah! Das war wirklich 1a Goldener Oktober. Schlammige, schmale Waldwege, Schotter, heftige Querrinnen, starke Gefälle -alles mit dabei. Ich sage mal: GO: ich habe geübt 😉

Es klappert hier gar nix, es gibt auch kein‘ Bach…

Doch, gibt es! Und ganz in der Nähe von Bach (der Ort heißt so) steht eine Mühle. Bei Mühlen denkt man -na klar- zuerst an Holland. Dann vielleicht noch an Spanien/Portugal. Und natürlich an die Bockwindmühlen bei uns im Fläming. Bei denen wird nicht die Turmhaube gedreht, sondern die ganze Mühle, die quasi auf ihrer eigenen Achse steht. Unsere Bockwindmühlen sind aus Holz (sonst wären sie auch zu schwer zum Drehen), denn Holz gab es immer genug im Fläming. Steine zum Bauen eher weniger, da musste man schon Ziegel brennen, denn der Boden besteht fast nur aus Sand. Ganz anders hier im Land zwischen Dordogne und Le Lot: früher, wo man für alles Holz brauchte: für Werkzeuge in Heim und Landwirtschaft, zum Heizen und zum Bauen (Dachstuhl), wurde, wenn es ging, Stein statt Holz verwendet. Denn davon gibt es hier reichlich. So ist die Mühle „Lo Molin de la Gaventa“ aus (Natur-) Steinen errichtet, die Dächer der Häuser waren früher mit Steinschindeln gedeckt, und so weiter.

spooky sunrise

Die vorliegende Mühle wurde gemäß Zahl auf dem Türsturz 1786 errichtet, lag danach aber sehr lange brach. Selbst die Großmutter des Besichtigungsführers, Jahrgang 1913, hat sie nie in Betrieb gesehen.

Türsturz

Die erste Instandsetzung der Mühle fand 1982 statt. Der Initiativnehmer hatte wohl allerdings mehr die daneben errichtete Ferienanlage im Blick. Als diese nicht mehr lief, verfiel sie und mit ihr die Mühle.

2007 hat ein englisches Ehepaar die Mühle erworben und sorgfältig restauriert. Besonders: trotz des wiederholten Verfalls befand sich der Mühlstein (zu 700 kg) noch oben im Turm. Während der Restaurierung wurde er behutsam angehoben, um die Balken rundherum zu erneuern.

Lo Molin de la Gaventa

am Fuße der Mühle

2016 vermachten die Engländer die Mühle der lokalen Gemeinde um sicher zu stellen, dass sie nie wieder privatwirtschaftlichen Interessen geopfert wird. Ein Freundeskreis kümmert sich inzwischen um das geschichtsträchtige Bauwerk, und drei Mal im Jahr kann man die Mühle in Betrieb sehen, denn sie ist wieder voll funktionsfähig!

Bei facebook: https://www.facebook.com/Amis-du-moulin-de-Saillagol-483617372052822/

Ach übrigens: Heute die allerersten T2 in Frankreich gesehen – und gleich zwei! In Fumel und in Carhors.

Am Folgetag galt es, in der Region zu bleiben, denn am Sonntag findet die Oldtimerausfahrt des SAMRC statt.

nichts für fette SUV

So war die erste Station der LeClerc in Villefranche: Wochenendeinkäufe. Merke: auch hier gibt es crushed ice. Danach hatte ich mir die Uferseite mit der kleinen Straße durch die Gorges de l’Aveyron ausgesucht. Weil grün markiert, hatte ich außerdem einen Schlenker über Cordes-sur-Ciel ausgewählt. Dort stand ein Tramperpärchen, und die habe ich spontan mitgenommen. So was mache ich fast nie, aber die beiden schienen sympathisch und wollten ja nur in kurzes Stück mit. Sie Portugiesin, er Österreicher, beide auf einem Freiwilligenjahr in Frankreich. Und dann gingen mir wieder die ganzen Gedanken durch den Kopf: was, wenn jetzt ein Unfall passiert? Der alte Bulli hat keine Gurte, und der Beifahrer fliegt bei ner Vollbremsung in hohem Bogen durch die Frontscheibe (insbesondere, wenn er nicht „mitfährt“, sondern meistens auf’s Handy starrt, wie sie). Auch er, hinten mittig sitzend, würde dezent zwischen Kühlschrank und Hochschrank durchsegeln…

Wie haltet ihr das: nehmt ihr Anhalter mit? Habt ihr keine Befürchtungen? Hatte überhaupt schon jemand schlechte Erfahrungen? Schreibt es doch mal in die Kommentare – bin sehr gespannt.

Nach dem Schlenker ging es wieder an l’Aveyron zurück, der noch mal mit irren Felswänden begeisterte, in denen sogar Leute hingen. Ich würde tausend Tode sterben…

Gorges de l'Aveyron

Zur Nacht lud der Camping Municipal de Caussade: hübsch, sauber, schattig und günstig. Ach ja: und Duschen gab es auch 😉 Was will man mehr?

Police Militaire und Bürgermeisterbegrüßung

Nochmal zurück zu Domblans von vorletzter Nacht: der Platz wurde hoch gelobt bei park4night. Gut, ’nem geschenkten Gaul…zudem gab es gratis Trinkwasser (plus Fäkalienentsorgung für die Wohnklos). Und wenn man den Blick in die richtige Richtung wendete, sah man ein burgähnlich auf einem Berg liegendes Dorf. Hübsch. Im Rücken – und direkt nebenan statt in weiter Ferne – lagen halb verfallene Gewerbehallen. Gleich daneben eine Fabrik unbekannter Güter, in der alle zwei Minuten das Geräusch einer anlaufenden Tischkreissäge ertönte. Nicht sehr laut, dafür die ganze Nacht.
Bevor ich mir jedoch den Ruf eines notorischen Nölpferds einhole: ich schreibe das nur, weil es auch Plätze gibt, die wirklich uneingeschränkt schön sind – und trotzdem nichts kosten. Oder nur minimal, wenn man Strom oder Wasser in Anspruch nimmt. Wie der heutige Nachtplatz hier in Laqueuille zum Beispiel. Oder der von letzter Nacht, in Les Noës: Zwar direkt an der Dorfstraße gelegen, aber mit einer dichten Koniferenhecke abgeschirmt, und nach 19 Uhr war hier quasi kein Verkehr mehr. Dafür gab es Toiletten und eine Spüle, und natürlich Wasser. Chapeau! So gegen halb acht morgens ging’s dann los: der Schulbus kam, eine Fahrgemeinschaft traf sich, und alle, die früh „unten in der Stadt“ arbeiten mussten, machten sich auf den Weg. Nach dem Morgenkaffee tat ich es ihnen gleich, allerdings nur bis zum Informationszentrum des Doppelstaudamms unweit des Dorfes. Hier war vor allem die 1891 fertiggestellte Mauer des Barrage du Chartrain interessant, wo man direkt unten am Damm langlaufen durfte (nach meinem Gefühl ist so was bei uns meist verboten…nicht?). Ist schon ein wenig ein mulmiges Gefühlt. Da hilft auch das Wissen nicht, dass der Stausee wegen der Trockenheit halb leer ist. Totaler Wassermangel auch hier.

Barrage

Unterwegs gen Westen und zur Dordogne fiel mit die Burg Chateau de Murol auf, hoch auf einem Berg thronend. 9,60 € Eintritt schienen mir etwas happig, im Nachhinein hat sich die Ausgabe aber gelohnt. Mit der Eintrittskarte gab es ein deutsches Faltblatt, dass die Stationen des ausgeschilderten Rundgangs beschrieb. Die verschiedenen Räumlichkeiten waren komplett ausgestattet mit dem, was man im 15. Jahrhundert eben in Küche, Salon, Esszimmer und Schlafgemach so hatte. Sehr schön und anschaulich gemacht. Und der Rundgang brachte den Besucher an jede Stelle, die man betreten durfte. Nichts verpasst!

Chateau de Murol

Chateau Gemach

Chateau Küche
Als nächstes galt es, einen veritablen Pass zu erklimmen. Stolze 1401 Meter wollten bezwungen werden. Für den Goldener – Oktober – Bulli war der Col de la Croix Morand natürlich kein Problem. Weil wir beide gerade so schön in der Stimmung waren, sind wir noch zur Talstation des Skigebiets am Puy de Sancy gefahren – da war aber noch nichts los.

Col de la croix Morand
Für die Nacht war Ziel, einen Platz zu finden, der Strom bietet, ohne dass man für über 20 € auf einen Campingplatz muss. Und so stehe ich nun hier in Laqueuille. Ohne Industrie und Gewerbe und Dreck, mit Aussicht, Strom für 4 €. Allerdings gibt es nur eine Steckdose, direkt an der Ver- und Entsorgungssäule. Als ich etwas ratlos um mich blicke, kommt eine Frau daher und stellt sich als die Bürgermeistergattin vor. Ich schildere mein Problem, und sie verspricht, sogleich mit dem Bürgermeister darüber zu sprechen. Und siehe da: schon nach fünf Minuten stellt sich der Ortschef persönlich vor und bestätigt, dass ich über Nacht auf der Entsorgungsstation stehen kann. Wer will schon nachts Schmutzwasser ablassen? So kann ich schön die Zweitbatterie und den Läppi nachladen. Alles neu hier, alles sauber. Top.

Laqueuille

Frühstück unterwegs

Am Tag acht entscheide ich mich für den Schlenker durch die Gorges d’Avèze. Ganz ehrlich: kann man sich schenken. Keine Ahnung, wer bei Michelin über grüne Linien für sehenswerte Strecken entscheidet und nach welchen Kriterien: Hier ging’s einfach nur kurvig durch den Wald runter und auf der anderen Seite genau so wieder hoch. Gähn. Interessanter war dann schon die Route des Ajustants weiter flussabwärts, an der Barrage de l’Aigle und schließlich an der Barrage du Chastang (Barrage = Staudamm). Der von park4night empfohlene Nachtplatz lag direkt unterhalb einer Kletterstrecke. Die musste ich natürlich auch gleich antesten, aber wenig überraschend (ich bin so gar nicht schwindelfrei) war schon nach fünf Metern Schluss…

Später am Abend kam ein junges Pärchen mit einem alten Transit mit Camperaufbau dazu, deren erste Frage war, ob ich bei der Police Militaire sei oder war (Kennzeichen PM). Nachdem das geklärt war, haben wir uns über Gott und die Welt unterhalten (soweit mein Französisch das hergab, denn die beiden sprachen keinerlei Fremdsprachen), und sie gaben mir einen Tipp, wo ich crushed ice bekommen könnte. Mein letztes Kühl-Eis stammte noch von einem Intermarché mit Frischfisch-Abteilung und hatte sich inzwischen vollkommen in Wasser aufgelöst. Eigentlich braucht meine „Kühlbox“ alle zwei Tage frisches Eis.

Dann ging es weiter flussabwärts an der Dordogne entlang. Inzwischen war ein stattliches Gewässer aus ihr geworden, auf der viel Kanu gefahren wird. Am Ufer links und rechts finden sich zahlreiche Chateaus. Sehenswert laut Michelin wären außerdem die Gärten von Marqueyssac, immerhin mit drei Sternen ausgezeichnet. Aber 9,40 € für ne hübsche Parklandschaft war mir dann doch zu happig. What a surprise: Mehr als die Hälfte der Besucher kam offensichtlich aus England…

Danach habe ich noch einen Abstecher zu den Gouffres de Padirac gemacht, ein gigantisches Höhlensystem, das ich in meiner Jugend schon mal besucht hatte, hier hat mich allerdings die Warteschlange abgeschreckt und ja, irgendwann hat man auch genug Höhlen gesehen.

Zum Abschluss gab es noch etwas Strecke mit geilen Felsüberhängen und ein gigantisches Eisenbahnviadukt. Damit habe ich mich von der Dordogne verabschiedet, jetzt wechsle ich rüber zu Le Lot.

bei Gluges2

bei Souillac
Nachtplatz ist auf halber Strecke zwischen beiden Flüssen, in wiederum unfassbarer Einsamkeit und Stille…

Schöne Landschaft geht auch ohne Google Maps

Es wäre ja auch zu einfach, wenn alles immer so läuft, wie man sich das vorstellt.

Nachdem ich beim letzten Urlaub alle paar Tage 200 MB Datenvolumen (teuer) nachladen musste, hatte ich diesmal vorab auf 1 GB Standardvolumen erhöht und dachte Wunder, wie weit ich damit komme. Zumal ich in Frankreich free.fr nutzen wollte, doch ob/wie das funktioniert, wird sich erst morgen zeigen. Das Elend begann damit, dass Google Maps seit der Überquerung des Vogesenkamms schlicht nicht funktionieren wollte. Zu schlechtes Netz, angeblich. Aber nicht nur in den einsamen Bergtälern, sondern auch mitten in der (Klein-)Stadt. Und hey: wir sind nicht in Deutschland, wo so was normal ist! Aber ich hatte ja noch here als Navi-App auf’m Handy, und siehe da: die läuft. Warum auch immer. Aaaaaaber: Beim Check heute Abend stelle ich fest, dass here für einen Tag so viele Daten gefressen hat wie Google für vier Tage 😦 Geht gar nicht! Außerdem kann man bei here keine Zwischenstopps einfügen. Und here zeigt nicht die verbleibende Fahrzeit & Kilometer an. Dafür aber die aktuell zulässige Höchstgeschwindigkeit (hat auch was). Wenn Google morgen immer noch nicht geht, muss maps.me ran.

Nun aber zur Strecke: morgens in den Vogesen war ich noch vor den Motorradfahrern losgekommen, schade eigentlich. Über den Col de la Schlucht (dieser Name!…Den Pass hatte ich vor zwei Jahren schon von West nach Ost überquert, nun von Nord nach Süd) ging es östlich von Besançon über Kleinststraßen durch leicht hügeliges Land, immer wieder unterbrochen von steilen Abstiegen, Stadt, Fluss, Brücke, steiler Aufstieg und dann wieder leicht hügeliges Land.

Laissey

Überall erhalte ich übrigens ein freundliches Lächeln, und es grüßen sogar Porsche- und Rolls-Royce-Fahrer. Und man sieht Kurioses. Wie die schon etwas ältere Ente (Alu-Grill…60er Jahre?), besetzt mit fünf (!) Erwachsenen und entsprechend in den Federn hängend schnattert sie mühsam den Berg hoch. Auch eine Ausfahrt eher hochpreisiger Sportwagen kreuzte meine Route – allerdings nur für wenige Kilometer. Leider kann man als Alleinfahrer von all diesen spontanen Unterwegs-Begegnungen keine Bilder machen. Jetzt bin ich irgendwo in was man wohl die französische Pampa nennt, die kleine Kommune Domblans hat freundlicherweise einen gratis Stellplatz mit Wasserversorgung eingerichtet – das hat doch auch was.

Am Morgen danach habe ich die Gunst der Stunde genutzt und den Wasserkanister aufgefüllt – viel war nicht mehr drin, und hier gab es zumindest sicheres Leitungswasser und dazu frisches Brot vom lokalen Boulanger.

Weiter ging der Ritt – heute auch mal etwas schneller über die Routes Nationales. Gegen Mittag kreutzte mein Weg die majestätisch dahinströmende Saône, und schnell ging es wieder auf kleine, kurvige Straßen und somit durch den romanisch-verschwiegenen Ort La Clayette mit seinem See und seinem Schloss.

La Clayette

Und diese abgefahrene Kirche mit dem Mosaik-Dach in La Bénisson-Dieu.

Mosaikkirche
Dann noch mal eben die Loire überquert um zu probieren, in Renaison die heiß ersehnte französische SIM-Karte zu erwerben. Wie ich schon gelesen hatte, muss die SIM mit Kreditkarte bezahlt werden. Leider hat meine (neue) Kreditkarte bereits sechs Mal versagt, dies wurde dann das siebte Mal. Also Alarm-Mail an meine „neue“ Bank und sowahr: die (persönliche) Antwort kam binnen Minuten. Allerdings erst mal mit Rückfragen und Dingen, die ich überprüfen sollte, aber immerhin. Nun bin ich gespannt, ob die das hinkriegen.

Renaison
Zur Nacht bin ich ein paar Kilometer in die Berge gefahren, dort war ein ruhiger Stellplatz mit WC angekündigt – auch mal nett!

Ach so – zu Google Maps: Keine Ahnung wie, aber der Standortzugriff war auf einmal abgeschaltet. Das hat Maps mir aber erst mitgeteilt, als ich Maps komplett deaktivieren wollte. Der Play Store ging übrigens auch nicht. Den Zusammenhang verstehe ich immer noch nicht…aber jetzt läuft’s wieder.

Von den deutschen Bergen in die französischen Berge

Die Nacht am Speicher war ruhig – und doch nicht so frisch wie befürchtet. So, noch ein wenig Thüringer Wald genossen, und dann Strecke machen. Auf geht’s, nach Sinsheim! Wobei sich mir nicht erschließt, warum neben Sinsheim auch in Speyer, also in unmittelbarer Nähe, ein Technikmuseum existiert, wie es sonst kaum welche gibt in Deutschland.

die russische Concorde

Das Museum ist ein Riesending. Man ist sich nie sicher, ob man schon alles gesehen hat, alle Gänge und Hallen (und Freiluftexponate!) abgegrast hat. Immerhin gibt es einiges zu sehen: von Nähmaschinen und Kettensägen über Moppeds und KFZ bis hin zu LKW, Panzer, Lokomotiven und Flugzeugen. Keine Schiffe :D, aber immerhin Schiffsmotoren. Wahnsinn. Wer in der Nähe ist: unbedingt hinfahren!

Brutus

Ein Mercedes 4x6

Kübel

Das Museum bietet auch Camper-Stellplätze (allerdings ohne jegliche Versorgung), und da ich recht fertig war, hab ich das Angebot gern genutzt.

Burg Steinsberg

Am Folgetag stand Frankreich als Endziel auf dem Plan, doch nicht ohne einen großen Bogen durch den wunderschönen Schwarzwald. Aber zu aller erst: Frühstücken auf dem WoMo-Parkplatz des Technikmuseums? Och nö. Dann lieber kurz rausfahren, so groß ist Sinsheim nicht. Aus Versehen unterwegs noch die Burg Steinsberg mit einem Besuch beglückt. War aber keiner da, der sich darüber gefreut hat. Einen schönen Platz in der Morgensonne gab’s dort auch nicht, also weiter. Irgendwo dort in der Ecke hab ich dann ein kuscheliges Plätzchen gefunden und den Morgenkaffee zu mir genommen. Ach nee Quatsch – stimmt ja gar nicht: Der Energy-Drink musste weg. Denn das sind Pfandbüchsen, und die werde ich ab heute Mittag nicht mehr los. Also rinn innen Kopp! Weiter ging’s zick-zack durch den Schwarzwald, eine Region mit vielen Flößergeschichten und uralter Papierindustrie.

Druckleitungen und Zahnradbahn bei Forbach

Vor der Grenze noch schnell tanken und einkaufen (Pfand zurück!) und dann über die Maginot-Linie. In Marckolsheim gibt es dazu einen Bunker, in dem ein Museum eingerichtet ist. Klein aber fein und einen Besuch wert.

Kasematte von Marckolsheim

Jetzt ging es in die Vogesen. Natürlich hatte ich mir die kleinen Sträßchen ausgesucht, alles andere ist doch langweilig!?

Über Ribeauvillé -wo aus unbekanntem Grund Himmel und Menschen unterwegs waren- und Ste-Marie-aux-Mines und über den Col du Bonhomme schurberlte ich mich zum Nachtplatz. Zum Feierabend ein wunderschöner Ort, um in der Abendsonne die geilsten Motorräder, eine Horde Peugeot 205 GTi aus den Niederlanden und einen Renault 5 Alpine-Turbo-was-weiß-ich vorbeidonnern zu sehen und zu hören. Und für den Rest der Nacht: ohrenbetäubende Stille 😀

Nachtplatz südlich des Col du Bonhomme

Buchbesprechung „Mit dem Bulli „Otto“ durch das Meer ohne Wasser“

War lange still hier. Leider ist es mir nicht vergönnt, ganzjährig herumzutouren. So muss man zwischenzeitlich mit anderen Reisenden mitträumen. Wie zum Beispiel mit Gerhard Witt. Er fährt VW-Bus T2 und er liebt die Wüste. Er ist MEIN Mann 🙂 Das Buch habe ich dann auch in einem Zug ausgelesen…

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Ist das nicht ein Traum? Mit dem geliebten T2 in die Wüste…an Orte, wo noch keiner war…? Na gut: Das ist schon ganz schön retro. Heute, mit den ganzen High-Tech-Expeditionsmobilen mit 4×4, 6×6 und noch mehr ist es wohl eher eine Form masochistischen Minimalismusses.

Gerhard Witt hat es trotzdem gemacht. In einer Zeit, in der der afrikanische Kontinent noch nicht vollständig von Kriegen und Revolutionen überzogen war. Angefangen hat alles mit einem T1, „mal eben“ nach Kapstadt und zurück. Dabei wurde er vom Afrika-Virus erfasst, und in der Folge unternahm er zahlreiche weitere Reisen dorthin – immer mit dem Bulli.

1978 hatte er sich einen nagelneuen Kastenbulli mit Hubdach gekauft, den er komplett nach eigenen Vorstellungen ausgebaut und im Laufe der Jahre immer weiter optimiert hat. Als 10 Jahre später Ghaddafi erstmals Europäern die (private) Einreise erlaubt, ist Gerhard Witt einer der Ersten, die ein Visum ergatterten.

Und selbst Monate nach dieser Öffnung war Gerhard Witt an der libysch-algerischen Grenze wohl der erste „Tourist“, der dort einreiste, nach der ebenso überraschten wie unbeholfenen Abfertigung durch die Grenzer zu urteilen.

Trotz – oder gerade wegen der jahrzehntelangen Abschottung erfuhr er vor allem in den abgelegenen Gebieten eine Offenheit und Hilfsbereitschaft der lokalen Bevölkerung, die ihn immer wieder sprachlos machte. Im Buch „Mit dem Bulli „Otto“ durch das Meer ohne Wasser“ dokumentiert er das Land in prächtigen Bildern. Zwischen den Erlebnissen lässt er immer wieder Bemerkungen zur Fahrzeugtechnik einfließen, die von potentiellen Nachahmern dankend entgegen genommen werden dürften.

Highlight seiner Reise (und eins der Traumziele eines jeden Saharafahrers) war Wau-en-Namus, jene mondähnliche Oase weit im Südosten Libyens. Dort, wo die Seen bunt und der Wüstensand schwarz sind – aber leider auch abertausende von Mücken den Aufenthalt zur Hölle machen. Nicht nur für Fotografen ein absolutes Highlight.

Eigentlich hatte Gerhard Witt nur im Clubforum der IG T2 über seine Reisen berichtet, doch nach zahlreichen Ermutigungen ließ er sich überreden, ein Buch daraus zu machen. Inzwischen ist es wieder äußerst riskant, nach Libyen zu reisen, dafür können wir in 133 Fotos und Abbildungen schwelgen.

Das 102-seitige Werk ist zwar bei Amazon gelistet, aber nicht bestellbar. Problemlos gibt es das Buch im Clubshop der IG T2 – auch für Nicht-Mitglieder – für €24,90 zzgl Versand. http://shop.bulli.org/

PS: Dies ist keine Werbung, ich habe das Buch ordnungdgemäß gekauft und bezahlt.

 

 

Im Schwabenländle und an die Saar

Die Bundesstraße auf der anderen Seite des Sees hatte nachts auch ordentlich Verkehr, das war eher suboptimal.

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Am nächsten Morgen geht es, nach ausführlicher Nutzung der sanitären Anlagen, zunächst hauptsächlich auf gut ausgebauten Bundesstraßen gen Nordwesten. Nach der weit gefassten Umrundung von München kommen auch mal kleine Landstraßen mit ins Programm.

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Unterwegs sehe ich immer wieder Bilderbuch-Bauernhöfe, mit vielen bunten Blumen in den Fenstern und im Garten, gemütlichen Sitzecken unter uralten Bäumen. Wie man sich den Süden Deutschlands eben so vorstellt.

Zum Abend wird’s sportlich: Mein Nachtplatz liegt an einem Fußballplatz. Dort wird heute Abend die Damenmannschaft spielen. Da schaumermal 🙂

An die Saar

Die Gästedamen haben haushoch verloren, 0 – 6, meine ich. Dafür bin ich mit ein paar netten Leuten ins Gespräch gekommen, die Bar hatte geöffnet, damit gab es auch Toiletten – was will man mehr?

Den Michael hatte ich letztes Jahr beim VW-Bus-Treffen Saar am Losheimer See kennengelernt. Und wenngleich er den Wolfsburgern untreu geworden ist und jetzt einen mehr als doppelt so großen Düdo fährt, hatte er noch ein paar VW-Bus-Teile für mich, die ich endlich abholen wollte. Natürlich hat er mir bei der Gelegenheit ausführlich seinen „Neuen“ gezeigt, und beim Durchsehen von Weltreisendentreffen-Bildern haben wir zusammen von neuen Reisen in unbekannte Länder geträumt. Gepennt habe ich wie letztes Mal bei ihm auf’m Hof.

Heim ins Reich der mangelnden Netzabdeckung

So ein Wohnmobilstellplatz in der Stadt ist etwas problematisch bei einem Bedürfnis. Die Damen und Herren der Weißwarenfraktion sind da ja Selbstversorger, unsereins steht deshalb jedoch lieber in der Botanik. So viel zu meinem Nachtplatz in Gemona, einem wirklich interessanten, kleinen Städtchen nördlich von Udine. Der Ort wurde 1976 von einem schweren Erdbeben stark zerstört, auch die historische Altstadt. Aktuell wird noch der Glockenturm auf der Felsspitze wiederhergestellt, dann ist nach über 40 Jahren alles wieder schick.

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Die Fahrt führt über den Plöckenpass, durch den Felbertauerntunnel und über den Pass Thurn,

IMG_6299über Kitzbühel und Kufstein nach Deutschland, wo ich in Anbetracht des Hochladedefizits einen Campingplatz mit WLAN ins Visier nehme. Ups, und schon vorbeigefahren. Am anderen Ufer des Sees stehen die Wohnmobile direkt am Wasser – das sieht schon mal nicht schlecht aus.

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Der Demmelhof möchte € 15 für einen Camper haben, inklusive zwei Personen. Das ist schon mal OK. Dann kommen allerdings noch die Kurtaxe (50 Cent – OK!), die Duschmarke (nochmal 50 Cent) und zwei Euro für das WLAN hinzu, das wiederum nur auf einem Endgerät genutzt werden kann. Brummel. Aber die Duschräume sind beheizt und sehr sauber, das WLAN allerdings ist recht träge. Datennetz über Funk gibt es gar nicht, der Handyempfang ist äußerst mäßig. Willkommen in Deutschland!

Drei-Länder-Tag

Die „weiße Straße“ wurde gegen 19 Uhr tatsächlich schlagartig ruhig, und so hatte ich eine geruhsame Nacht. Das Frühstück am Tag danach, schön am See, an dem tags zuvor die Hölle los war, geplant, viel denkbar kurz aus, da just hier die Sonne gar nicht durchkommen wollte. Also nicht lange rumgetrödelt, ab zurück nach Slowenien. Der Abstieg aus dem Gebirge war noch einmal wunderschön.

Da ich bei der (zweiten) Einreise über die Hauptverkehrsstraße einen langen LKW-Stau südseitig der Grenze gesehen hatte, in dem auch die PKW gefangen waren, beschloss ich, ganz einfach die GO-Route rückwärts zu fahren, also den Grenzübergang Lisac mit der Schotterpiste. Doch was vorwärts geht, muss noch lange nicht rückwärts funktionieren! Zwischen Lisac und Grenze hatte das unscheinbare, schwarze SUV hinter mir auf einmal blaues Blitzlicht – Grenzpolizei, die Zweite! Diesmal waren sie nicht ganz so entspannt wie beim ersten Mal, wollte ich doch nach eigener Aussage von hier nach Slowenien, was nach ihrer Aussage nicht ging. Auch mein Einwurf, dass ich die Strecke vor zwei Wochen selbst gefahren bin, half wenig, machte mich eher noch mehr verdächtig. Was ich in Kroatien gemacht habe, wo ich war, dann wollten sie die Eintrittskarte von Plitvic sehen (die ich zum Glück gefunden habe, zusammen mit einer Tankquittung). Dann wurden mein Name und Kennzeichen per Funk übermittelt, offenbar wurde geprüft, ob ich wirklich dort getankt habe (Zahlung per EC). Natürlich wurde auch der Bus begutachtet, aber ich brauchte nichts auszuräumen.

Zum Schluss wurden mein Ausweis, die Eintrittskarte und der Tankbon sowie das Auto von allen Seiten fotografiert, und ich wurde  zum „richtigen Grenzübergang“ eskortiert.

Jetzt aber fix nach Italien, da kann man wenigstens entspannt frei stehen. Nachdem ich oberhalb von Triest einem Mautpreller-LKW-Stau gerade noch so entkommen war, ging es wieder ganz runter ans Wasser. Einen kleinen Hafenschlenker hatte ich mir von Google zeigen lassen. Leider ist Google nicht aktuell, die letzten 10 Meter wären höchstens mit einem Quad zu befahren und dazu verboten. Dafür habe ich den Timavo gesehen, den vermeintlich kürzesten Fluss der Welt, der aber die Fortsetzung des Reka, dessen Höhlen wir auf der GO-Runde besucht hatten, ist. Wiki weiß zudem: „Dies ist der Ort, an dem die Argonauten des Jason und die Gefährten des Aeneas auf ihrer Flucht von Troja gelandet sein sollen. Hier sollen auch nach der Sintflut die ersten Überlebenden gelandet sein, worauf ihnen einer der vier Engel, die mit ihrer Trompete das jüngste Gericht verkünden, erschien.“ Hat auch was.
Der Nachtplatz ist ein Wohnmobilstellplatz in Gemona, muss man auch mal probiert haben 😉

PS: von diesem Tag gibt es tatsächlich keine Fotos, empfohlen sei aber das Städtchen Gemona, zum Fotografieren war es bei meinem kleinen Stadtrundgang allerdings schon zu dunkel.

Noch ein Mal Küstenstraße, jetzt gen Norden

Am Vortage hatte ich schon einige Informationen zu den Bären und dem Refugium bekommen. Hier werden Bärenbabys gepflegt, die von ihrer Mutter verstoßen oder getrennt wurden. Der Besuch ist kostenfrei, aber Spenden sind möglich. Außerdem können lokale Produkte erworben werden.

Die Fotosession mit den Knuddeligen hatte ich auf heute verschoben, doch das drohte ein Debakel zu werden, denn der Nebel wollte sich einfach nicht auflösen. Der dachte sich wohl auch: Es ist Sonntag, ich mach mal ruhig. Dadurch kam ich am Infostand mit dem Chef -er möchte lieber als Schirmherr bezeichnet werden- Ivan Pavenka ins Gespräch. Er hatte, noch vor der Wende, viele Jahre in West-Berlin gelebt, liest immer noch die Süddeutsche Zeitung und spricht ausgezeichnet Deutsch. Wir philosophierten etwas über Gott und die Welt, bis andere Besucher seine Aufmerksamkeit in Anspruch nahmen.

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Inzwischen war -wie Ivan übrigens vorausgesagt hatte- die Sonne durchgekommen und so habe ich meine Bärenfotos geschossen.

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Irgendwann nachts hatte hinter meinem Bulli ein Opel Movano mit englischem Kennzeichen eingeparkt. Jetzt stellte sich heraus, dass zwei junge Mädels damit auf großer Tour waren. Im Winter arbeiten sie in Skiressorts und jetzt im Sommer touren sie durch Europa. Genau wie ich, so haben sie mir verraten, hatten sie die „grandiose“ Idee, im Hochsommer nach Spanien und Portugal zu fahren, wobei sie ebenfalls feststellen mussten, dass es eigentlich nur an der portugiesischen Küste auszuhalten ist.

Sie haben mir noch einen „Geheimtipp“ gegeben: die Mini-Bucht Zavratnica ist traumhaft schön, außerdem kann man dort die Reste eines deutschen Schiffes im Wasser liegen sehen. Man kann die Bucht entweder erwandern, das kostet absurderweise aber Eintritt. Oder aber man fährt zum Aussichtspunkt, dann kann man alles von oben bewundern, kostenfrei. Und siehe da: Dort treffe ich noch ein Mal die Mädels.

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So, jetzt geht’s aber rigoros gen Norden. Noch ein Mal Küstenstraße satt. Heute ist Sonntag – Motorradfahrertag. Man (ich!) könnte sich an den Straßenrand setzen und den ganzen Tag Motorräder gucken. Die Strecke ist aber auch optimal: Kurven ohne Ende, guten Straßenzustand und jetzt außerhalb der Saison nicht zu viel Verkehr.

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Zwischen Crikvenica und Rijeka verlassen ich die Adria, und in Hreljin schickt mich das Navi eine Straße hoch, so was Steiles bin ich noch nie gefahren. Himmel ging das zur Sache. Ich muss ganz ehrlich sagen, dass mir etwas mulmig zumute wurde. Ganz großes Lob für den Bus, dass er das ohne Murren geschafft hat.

Bei den in Frage kommenden Freisteherplätzen wird vor Trubel an Wochenenden gewarnt, und leider ist heute Sonntag und tatsächlich ist dort die Hölle los. Also bin ich ein Stück weiter gefahren und habe mir einen Platz neben der Straße gesucht, hoffentlich wird die Straße noch ruhiger die Nacht, im Moment ist zumindest noch wahnsinnig viel Verkehr für eine weiße Straße auf der Karte.

 

In der Höhle der Bären

Es war niemand gekommen. Aber weil sich das so gehört, wollte ich mich bei dem älteren Herrn bedanken und verabschieden. Doch der war gar nicht da, dafür -ich vermute- seine Frau nebst einer Bekannten. Diese sprach sogar etwas Deutsch. Auf meine Frage, was ich für die Übernachtung schuldig sei, antwortete sie nach etwas hin und her mit der Alten wohl eher pauschal: 100 Kuna. Die sollte ich, mit einem Stein beschwert, auf den Tisch der Terrasse legen, meinte sie.

Zum Anfang der heutigen Route hatte ich mir einen zweifachen Schlenker über den Fluss Krka und damit durch den Nationalpark (auf öffentlichen Landstraßen) ausgesucht. Der Abstieg in das canyonartige Tal war wieder spektakulär, die Querung des Talbodens ein Leckerli. Auf der anderen Seite oben angekommen war die weiterführende Straße gesperrt. Aber das machte ja nichts, denn ich wollte links ab, parallel zum Fluss, um diesen weiter oben nochmals zu queren. Doch nach einigen Kilometern war „meine“ Straße unvermittelt auch gesperrt. Ein Mopedfahrer meinte: „Macht nichts, einfach durchfahren“. Haben wir zusammen dann auch gemacht, am verwunderten Dampfwalzenfahrer vorbei bis, ja, bis das Material für den Unterbau nicht schon platt, sondern noch in Haufen auf der Trasse lag. Kein Vorbeikommen möglich. Der Mopedfahrer war offensichtlich auch überrascht, es blieb uns nichts anderes übrig, als zu wenden. Doch…die logische Umleitung wäre -richtig!- die Straße gewesen, die vorhin schon gesperrt war. Für diese wiederum war jedoch eine Umleitung ausgeschildert -frei nach dem Motto „Rom – Paris – Papestraße“- und in einem der folgenden Dörfer wies mir das Navi an, rechts abzubiegen, doch – dort war auch gesperrt.

Hilflosigkeit machte sich breit. Ist das hier ein Labyrinth? Versteckte Kamera? Ohne Zögern habe ich den erstbesten Local angesprochen, in einem Gemisch aus Deutsch und Englisch riet er mir, die Straße rechts am Laden vorbei zu fahren. Der Asphalt werde zwar bald aufhören, aber das sei mit meinem Bulli ja kein Problem (war es auch nicht). „Etwa 10 Kilometer immer geradeaus“, meinte er, und so war es auch. 10 Kilometer feinste GO-Schotterpiste.

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Endlich kam ich auf meine Planstrecke und konnte die zweite Krka-Querung machen, die für all die Mühen reichlich entlohnte.

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Und dann kam sie, die Straße der Straßen. Egal, was ich für Zwischenstopps eingab, das Navi wollte mich partout nicht über diesen Pass schicken. Egal, gefunden hab ich ihn trotzdem. In Bezug auf die Küstenstraße war ich ja schon eine „Treppenstufe“ höher, doch nach dem Abbiegen ging es direkt auf die unnahbar scheinende Gebirgskette zu. Wo soll da ein Einstieg sein?

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Die Straße schlängelt sich um einen vorgelagerten Hügel und nutzt diesen als Tritt für die Felswand. Und auf ein Mal die Autobahn. In einer zehn Kilometer langen Riesenserpentine hat sie sich ebenfalls hochgeschwungen. Mein kleines Sträßchen überquert die Tunneleinfahrt der A1, der Fahrbahnbelag geht in Schotter über und klettert weiter fleißig nach oben.

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Es schottert und schlängelt sich an den Felswänden entlang, biegt um die nächste Ecke, um wieder neue Fernsichten freizugeben. Das Panorama und die Landschaft, behaupte ich mal, können locker mit der Ligurischen Grenzkammstraße (Nord) mithalten. Einfach nur traumhaft.

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Kurz vor einem ersten Scheitel stehen drei Landrover mit der Beschriftung „Foto-Safari“. Die Herren Chauffeure schauen etwas verwirrt, die Fotogäste nehmen vermutlich ungeplante Bullibilder von der Safari mit nach Hause. Hier soll auch ein Winnetou-Drehort sein (Tal der Toten). Auf dem richtigen Pass, Mali Alan, 1044 Meter, steht dann noch ein Wegweiser, wohin es denn überhaupt geht. Gut zu wissen, hier oben. Als ob man noch groß eine Auswahl hätte.

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Die Abfahrt ist nicht ganz so spektakulär, da im Mischwald, der sich allerdings in schönsten Oktoberfarben zeigt.

Und dann kratzt die Tanknadel am „R“. Bin zwar wieder unten, aber hier sind nur Dörfer. Das schlaue Navi schickt mich auf eine Autobahntanke, obwohl es auf „Autobahnen vermeiden“ eingestellt ist. Die nächste größere Stadt ist Gospic, 32 Kilometer. Ich hasse so was. Und natürlich ist an der Einfallstraße, über die ich reinkomme, keine Tanke. Und auch nicht an der, auf der ich wieder raus fahre. Also wieder gefragt. Richtung Zagreb soll ich fahren. Dort gibt es gleich zwei. Tatsächlich.

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Nächstes Ziel war das Bärenrefugium in Kuterevo. Für die Anfahrt hatte ich mir wiederum einen schönen Schurbelschlenker ausgesucht. Der hatte es allerdings in sich. Irgendwie hatte ich die Distanz unterschätzt, die Strecke zog sich ewig und die Sonne senkte sich. So was im Dunkeln zu fahren ging aber gar nicht. Also immer ein Auge auf die verbleibenden Kilometer, eins auf die Uhr (und ein halbes auf den Stand der Sonne). Angeblich konnte man beim Refugium auch über Nacht stehen. Doch was, wenn nicht? Im Dunkeln einen Nachtplatz suchen geht gar nicht. Unterwegs wären genug gewesen, aber das war im Naturpark. Letztendlich konnte ich bei den Bären nächtigen. Zu den Knuddeltieren beim nächsten Mal mehr!

Krka

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Der Tag beginnt mit einem traumhaften Sonnenaufgang. Zudem stehe ich fünf Schritte vom Wasser (und: Ja, ich war sogar drin. Natürlich hat just da das Handy gestreikt, also gibt es kein Beweisfoto. Und jetzt erzähl mir nichts von Märchen!).

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Das Pärchen genießt ebenfalls den Sonnenaufgang und ist dann in Nullkommanichts verschwunden. Keine Spur auch vom Betreiber. Er soll ja gestern Abend da gewesen sein, hat sich aber nicht die Mühe gemacht, mich zu begrüßen, sondern ist einfach wieder verschwunden. Auch jetzt ist niemand da, nur die vier angeketteten Hunde und unendlich viele Katzen. Der Pick-Up steht -wie schon gestern- mit Zündschlüssel und offenen Fenstern vor dem Gebäude, in der „Bar“ dudelt Musik, auf und unter einem Tisch stapeln sich Hunde- und Katzenfutter, wo’s geht, haben sich die Katzen bereits selbst versorgt. Auch im Auto haben sie es sich bequem gemacht – Fenster steht ja offen. Alles sehr strange. Da nach wie vor niemand da ist, der meine Bezahlung annimmt, muss ich leider ohne abreisen. So halte ich doch noch meinen Plan ein, in Kroatien wenigstens jede zweite Nacht „frei“ zu stehen. Ein bisschen nervös bin ich aber doch, dass ich dem Betreiber, der mein nicht gerade unauffälliges Auto ja bestimmt gesehen hat, unterwegs begegne. Schließlich gibt es nur eine Zufahrtsstraße zu dem Inselkomplex.

Ich möchte noch etwas der Küstenstraße fahren, umschiffe Zadar, denn das Stadtgewusel nervt, und fahre bis kurz vor Trogir.

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Auch wenn die neue Straße immer noch viele 40-km/h-Kurven hat, ab und zu sieht man Reste der alten Trasse: viel schmaler, mehr Steigungen und noch krassere Kurven. Kein Wunder, dass die seinerzeit als höchst gefährlich galt.

Ich beschliesse, wieder ins Landesinnere zu fahren. Die Küste ist mir einfach zu hektisch, zumindest auf großen Strecken, so schön sie auch ist. Überall stand schon der Nationalpark „Krka“ angeschrieben (nein, der hat nichts mit der Insel zu tun). Doch hier schreckt wieder der hohe Eintritt ab: 26 €. Das scheint so ein Konzept zu sein: Wir bieten ein Gesamtpaket aller Attraktionen an, doch wer nur eine sehen will, hat Pech: Einzeltickets gibt es nicht (bei der Großglocknerstraße ist das ähnlich). Also fahre ich nur um den Park herum, genieße die Landschaft, und für die Nacht habe ich den „Camp Europa“ angepeilt.

Doch das Tor ist zu. In der Einfahrt nebenan sitzt hinten ein älterer Mann. Ich befrage ihn und er bedeutet mir, er werde aufschließen. Letztendlich galt es nur, einen Riegel aufzuschieben, er deutet mir an „Such dir einen Platz“ und geht wieder zurück. Auch spannend…mal sehen, wie das hier morgen früh ist bzw. ob heute Abend noch jemand kommt.

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Adriawärme und Tourismus-Terror

Der Hobbit-Camping (offiziell heißt er „Camp Velebit“, nach dem gleichnamigen Naturpark) erwacht im Nebel. Schließlich haben wir Mitte Oktober und befinden uns (noch) in der Bergregion. Mühsam leckt die Morgensonne die Nebelschwaden aus dem kleinen Tal – und trocknet auch den Bulli. Nach Duschen und Frühstücken und nettem Plausch mit dem Betreiber ist es höchste Zeit für die Küste! Die Küsten-Bergkette muss noch über einen kleinen Pass bezwungen werden, dann geht es hinab in die wohlige Wärme – und das mit atemberaubenden Fernsichten auf die Küste und die vorgelagerten Inseln.

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Auf dem Programm steht die Insel Pag, ein langes, schmales Band Felsen vor der Küste Kroatiens. Insbesondere: der Nordpunkt. Solche „Enden einer langen Straße“, solche „Punkte, wo es nicht mehr weiter geht“ üben eine magische Anziehungskraft auf mich aus – egal, wie unspektakulär sie eventuell sind.

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Hier wird erwartungsgemäß die Straße auf ihren 60 Kilometern immer schmaler, weniger ausgebaut, und am Nordpunkt endet sie dann tatsächlich recht romantisch mit einer Steilabfahrt in das Fischerdörfchen Tovarnele. Der dort ausgeschriebene Stellplatz erwies sich jedoch als mit Verbotsschildern bepflastert und obendrein laufen überall Touris rum, ein weiterer Freihsteherplatz mit Strandbar war laut Kommentaren schon mehrfach mit 1000 Kuna (130 €) Bußgeld belegt worden. Als ich mich dort umsah, standen direkt am Strand Zirkusleute, ich hatte weiter oben angehalten und wenig später kam jemand von der Strandbar wild gestikulierend in meine Richtung.

Die Campingplätze in der direkten Umgebung waren auch keine Empfehlung, also viel meine Wahl auf einen, der schon etwas weiter auf der Rückroute lag. Schön abseits vom Dorf direkt am Strand gelegen, ein (der einzige?) Gast winkte mir zu: der Chef sei gerade nicht da, ich solle mir einfach einen Platz suchen. Da steh ich nun und frage mich, was wird, wenn der Betreiber morgen früh auch nicht da ist?

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Ach übrigens witzig: Ich stehe ziemlich genau gegenüber dem Punkt mit der Strandbar.

Später kommt noch ein Pärchen mit Zelt und Zweirad und lässt sich unweit nieder. Sie erzählen, der Betreiber sei kurz da gewesen, jetzt aber wieder weg. Hm. Schaumermal.

Eine Fahrt ins Graue

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Loch Ness(ie) war dann wohl doch schon im Winterschlaf, und die direkt benachbarten Häuser offensichtlich auch schon. Nur der Postbote kam noch für das letzte Haus am Ende der Straße, und das bereits erwähnte Pärchen. Danach war es sagenhaft ruhig an diesem kleinen aber vermutlich recht tiefen See, der aus der am anderen Ende liegenden Felswand gespeist wurde und unterirdisch entwässerte. Beizeiten ging es wieder los, Richtung Binnenland fahrend kam ich auf dieser Höhe doch schnell wieder zu den Plitvicer Seen, also habe ich mir noch die Zufahrt „hintenrum“ angesehen, die wir beim offiziellen Besuch vor einer Woche schon entdeckt hatten.

Allerdings war der ganze Vormittag eher eine Fahrt ins Graue – der Nebel wollte sich einfach nicht lichten. Das Grau-in-Grau passt zu den zerschossenen Hausruinen, deprimierende Relikte des Balkankrieges.

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Also kurzentschlossen wieder Richtung Küste und Mittelmeerklima. Dabei kam ich teilweise wieder auf die GO-Route, wenn auch andersrum. So viele Streckenvarianten gibt es hier eben nicht. Schon wieder im Neuland kam ich an den Fluss Lika, der sich dort canyonartig durch die Landschaft schlängelt, später zu einem See aufgestaut wird und danach in der Karstlandschaft versinkt…inzwischen war auch die Sonne wieder mit von der Partie. Das gab tolle Bilder.

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Nach etwas Zick-zack stehe ich jetzt am „Hobbit-Camping-Velebit“, endlich einer mit Single-Reisenden-freundlicher Preisstruktur. Ich bin der einzige Gast, also freie Platzwahl. Der Betreiber sprich ausgezeichnet Englisch und ist sehr freundlich.

IMG_6156Ich nutze das WLAN, um den vorigen Bericht hochzuladen und dann geht’s auch schon ab in die Falle.

Abschied von der Insel und ab ins Hinterland

Wie das immer so ist: Am Morgen nach der Übernachtung findet man die tollsten Platze. Krk hat ja viele Stichstraßen, die am Wasser enden. So auch die von Punat.

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Und ganz am Ende, da, wo’s wirklich nicht mehr weitergeht, ist eine traumhafte, einsame Bucht, wo man vermutlich auch nachts nicht von den Ordnungshütern belästigt wird…

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OK, OK, ich bin ehrlich (Google Earth hätte es sowieso verraten): Dort geht eine Hochspannungsleitung in ein Seekabel über, was offensichtlich einen großen, hässlichen Betonbau erfordert, der dort rumsteht. Also doch nur bedingt paradiesisch.

Um mein Bild der Insel abzurunden, durchfahre ich auch noch die Dörfer im Nordosten, um schließlich wieder ans Festland zurückzukehren. Die Richtung Süden führende, berühmt-berüchtigte Küstenstraße hatten wir ja schon im Rahmen des GO „abgehakt“, zumindest bis Senj, deshalb hatte ich mich entschlossen, jetzt eine parallel verlaufende, deutlich kleinere Straße zu befahren.

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Die führte quasi direkt unter den Steilhängen der ersten Bergkette entlang, bis diese bei Bribir zurückwich und damit einen Einstieg ins Hinterland freigab. Ein stürmischer Wind fegte durch diese Schneise zur See, in der kargen aber beeindruckenden Landschaft konnten sich nur Sträucher halten. Weiter im Inland wurde der Wind weniger, die Bäume mehr und die Straße kurviger. All überall war die Holzgewinnung in vollem Gange.

Und dann kam wieder so ein Geräusch, was keiner mag. Ein Schaben, rhythmisch. Ich fuhr langsamer, um das Geräusch besser zu hören. Krrrt – krrrt – krrrt. Aber obwohl ich langsamer fuhr, wurde das Geräusch nicht langsamer. Hä? Wie geht das? Was soll das sein? Ich fuhr noch langsamer, das Geräusch wurde noch deutlicher – und irgendwie kannte ich es auch. Im selben Moment fiel mein Auge auf das Autoradio. Das war auf ein Mal an – und drin lief die Schranz-CD von Chris Liebing. Noch Fragen?? Selten so über mich selbst gelacht. Böse Zungen behaupten ja sowieso, Schranz sei keine Musik, sondern nur Lärm…

Nach diesem „Schock“ galt es, so langsam ein Quartier für die Nacht anzupeilen. Nach der kostspieligen Nacht in Krk wollte ich diesmal einen Freisteherplatz wagen – trotz aller Warnungen, die bezüglich Kroatien ausgesprochen waren. Zudem waren die in Frage kommenden Campingplätze keine Empfehlungen, aber trotzdem teuer.

Die Wahl fiel auf einen kleinen See, der an einer Sackgasse lag (gutes Vorzeichen), allerdings direkt am Ortsrand (weniger gut). Am frühen Abend kam ein Pärchen hinzu, die ein wenig um den See gedaddelt ist, sonst blieb alles still.

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Ob ich problemlos aus dieser Nummer raus gekommen bin, lest ihr dann im nächsten Beitrag.

 

Krk – es geht auch ohne Vokale

Neben der gleichnamigen Inselhauptstadt gibt es auch noch das Örtchen Vrh – Vokale werden völlig überbewertet, finden die Kroaten.

Großes Lob an den Campingspezialisten in Triest. Er hat in seinem Google-Eintrag nicht zu viel versprochen: hier gibt es wirklich alles. Auch Camping-Gaz-Flaschen in allen möglichen Größen. Und er hatte sogar schon vor den angekündigten 8:30 Uhr auf. Dafür sprach die Dame so gut wie kein Englisch, und Parken war eine Katastrophe. Aber  nichts, was nicht zu lösen war.

Die Route nach Krk habe ich Google berechnen lassen – natürlich ohne Autobahnen. Die beiden Grenzübertritte waren problemlos, wobei angemerkt sei, das von Kroatien nach Slowenien beträchtlicher Andrang, vor allem von LKW verursacht, war. Hinter der Grenze schickt mich Google schon bald auf eine ruhige Nebenstraße. Zeit für ein Käffchen, schließlich hatte ich ja wieder Gas.

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Ein weißer Caddy-Kasten schleicht vorbei und hält kurze Zeit später hinter mir an. Grenzpolizei! Ausweis und Fahrzeugpapiere. Offensichtlich falle ich dann doch nicht in ihr Beuteraster, sie schauen noch etwas in den Bus hinein („Oldtimer? Ja. Welches Jahr?“).

Merke also: Nicht unbedingt in der Grenzregion „sinnlos“ anhalten…

In der Umfahrung von Rijeka lande ich auf der GO-Route, bis ich bei Bakar in einem Spaghettiknoten von an, in und über den Berg gebauten Brücken nach Krk abzweige.

Die beeindruckende Brücke auf die Insel ist gebührenpflichtig, 6 Euro irgendwas werden fällig.

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Auf Krk schlägt einem zuerst der Kommerz um die Ohren: Werbetafeln säumen die Straße, riesige Supermärkte ebenso. Weiter im Inland wird es dann deutlich ruhiger. Den südlichsten Ort, Baška, habe ich mir angesehen,…

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…dann geht’s zum Campingplatz. Endlich mal wieder duschen!

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Triest

IMG_6108Der Morgen fängt gut an: die Gasflasche ist alle. Super – an einem Sonntagmorgen! Nun ist Camping Gaz ja eine französische Erfindung, also rechne ich mir in Italien noch recht gute, in Slowenien eher schlechte Chancen aus, Ersatz zu finden (PS: steht auch auf der Flasche: eintauschbar u.a. in Italien, nicht aber Slowenien). Also muss ich den Sonntag außerplanmäßig noch im Triester Raum verbringen. Ich daddel ein wenig in den Dörfern oberhalb Triests rum, aber noch auf der italienischen Seite verbleibend. Das Wetter bessert sich auch, ab und zu schaut die Sonne durch. Hier und dort gehe ich etwas in den Wald hinein und wunder mich über die allseits vorhandenen Mäuerchen im Wald. Zur Abgrenzungen von Flurstücken? Dazu sind es zu viele, zu verquere. Aber wozu sonst? Ideen und Vorschläge gerne in die Kommentare 🙂

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Die warme Sonne gibt mir auch Gelegenheit, das Auto mal gut durchzulüften, nach dem Regen -und überhaupt- tut das mal ganz gut.

Der nächste „offizielle“ Camping-Gaz-Händler wäre übrigens in Udine – ich hoffe, dass der lokale „Campingspezialist“ in Triest aber auch diese Gasflaschen führt – seine google-Bewertungen stimmen optimistisch. Im nächsten Bericht erfahrt ihr es.

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Mangart

Der Nachtplatz stellt sich bei Tageslicht als durchaus attraktiv raus, und hätte ich mich getraut, etwa weiter zu fahren, hätte ich sogar schön im Wald gestanden (und außer Sichtweite der Straße). Aber im Dunkeln war die Qualität des Weges nicht abzuschätzen…

Auch im Hellen finde ich den Nachtplatz von 2006 nicht. Muß nochmal im alten Roadbook nachlesen, vielleicht war ich noch nicht weit genug. Heute also noch Mal über den Paso di Predil zurück nach Slowenien. Kurz hinter dem Paß mach ich einen kurzen Zwischenstopp an der Festung Kruž, neben der der Fluß in einer bestenfalls einen Meter breiten, aber ordentlich tiefen Schlucht vorbeirauscht.

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Kurz danach folgt der Abzweig zum Mangart. Der Berg selbst ist 2679 Meter hoch, der befahrbare Sattel gut 2000, erreichbar über eine spektakuläre Straße mit bis zu 22% Steigung.

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Doch was ist das: schon weit oben auf einmal ein Sperrschild: Felssturz, Verboten für Fahrzeuge und Fußgänger! Als braver Deutscher hält man natürlich auf dem Wendeplatz an, sieht dann einen Ungarn nur kurz stutzen und dann weiterfahren. Eine kurze Internetrecherche ergibt dann, dass wohl sogar der Pförtner, der unten fünf Euro Maut kassiert hat, sagt, man könne ruhig bis oben fahren. Also los.

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Der Felssturz ist tatsächlich längst geräumt, und es ist freie Fahrt bis oben, wo man in einer Schleife über den Sattel geleitet wird. Dort parkt auch der Ungar, offensichtlich ist er wandern, sonst ist keine Menschenseele oben. Mir ist es viel zu zugig, außerdem lausig kalt, zudem ziehen Regenwolken auf: Zeit für den Abstieg.

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Ich schleiche mich nochmals an die Goldener-Oktober-Strecke ran und nehme die slowenische Grenzkammstraße in Angriff, die wir ja in Lig wegen meines Limaproblems verlassen haben. Besonders schön ein Schotterstück, das direkt am Grenzfluss entlangführt.

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In Nova Gorica war Einkaufen angesagt, schließlich stand der Sonntag vor der Tür. Als Nachtplatz hatte ich mir einen Parkplatz an dem Doberdo-See (der zwar auf der Anfahrt, aber von dort nicht zu sehen war) ausgesucht. Der Platz war schön ruhig, aber der nächtliche Regen hat genervt. In den frühen Morgenstunden hat er aufgehört, so konnte ich doch etwas schlafen.

Postojna & Abschied von GO-Team

In unmittelbarer Nähe des Campingplatzes erwarten uns die Grotten von Postojna, auch als Adelsberg bekannt. Sie wurden bereits im 16. Jahrhundert touristisch erschlossen, erst noch mit Fackeln und Kerzen sowie handgeschobenen Waggons, doch schon Ende des 19. Jahrhunderts zog elektrisches Licht ein, später auch eine elektrische Höhlenbahn, mit der man heute noch 3,5 der 5 Kilometer des touristischen Teils befährt. Die Höhle besticht durch ihre Größe, vor allem aber durch ihre Vielfalt und Farbvariationen der Tropfsteingebilde. Allerdings ist sie, wie übrigens auch die anderen Sehenswürdigkeiten dieser Tour, selbst weit außerhalb der Saison von Asiaten geradezu überlaufen.

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Nach der Besichtigung fahren wir wiederum über kleine und vereinsamte Sträßchen durch das slowenische Hinterland…

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…bis Most na Soči. Am dortigen Bahnhof hat Torsten ein besonderes Schmankerl vorbereitet: eine Bahnverladung mit Kammdurchstich bis nach Bohinjska Bistrica. Die Bullis reihen sich auf offenen Flachwagen, teilweise ohne Geländer, auf. Wir belegen fast den ganzen Zug! Ein einziger Personenwaggon fährt noch mit.

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Die Diesellok hat gut zu tun mit der historischen Fracht.

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Um ja nicht durch die Städte Bled und Jesenice zu müssen, schurbeln wir uns nochmals durch traumhafte Bergwälder, meist auf Schotterpisten. Ein kleines Malheur passiert unterwegs noch: Ein Handbremshebel hatte sich gelöst und in der Bremstrommel sein Unwesen getrieben. Die geballte Fachkompetenz, die beim GO unterwegs ist, hatte den Fehler genauso schnell analysiert wie behoben.

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In Mojstrana, im Tal der Save, biegen wir dann auf die Hauptstraße ein, und während die Oktoberer den Wurzenpaß ansteuern, biege ich schon in Kranjska Gora ab, um den Vršič zu erklimmen.

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Der erste Schnee der Tour – aber noch weit weg auf den Bergflanken.

Eigentlich wollte ich noch dem Mangart mitnehmen, aber die Zeit sitzt mir im Nacken, will ich doch in Italien nächtigen. Also nur den Passo del Predil rüber und den Nachtplatz der 2009er Tour gesucht – und im Dunkeln natürlich nicht gefunden. Ein kleiner Waldweg bietet mir stattdessen Unterschlupf, das war das Bestmögliche in der Finsternis. Nachts röhren im Wald irgendwelche Tiere, wirklich hilfreich zum Einschlafen ist das nicht!

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Karl-May-Tag

Heute standen die Plitvicer Seen auf dem Programm. Der Schatz im Silbersee ist nur einer der Filme, die in den 1960er Jahren hier gedreht wurden. Der Shuttlebus bringt uns zum Naturpark, in dem wir dann geschlagene acht Stunden Zeit haben, die Wunder der Natur zu bewundern. Mutigerweise folgen wir dem Gerücht, dass es besser sei, sich am „Eingang 2“ absetzen zu lassen. War es dann wohl auch, denn ohne Chinesenstau sind wir durch den Eingang gekommen.

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Die Landschaft der Terrassenseen ist schon beeindruckend, wir wandern, ruhen, staunen und wandern weiter, fahren mit dem Elektroboot und dem Panoramazug und haben letztendlich zumindest große Teile des Naturparks gesehen. Überall plätschert Wasser, rauschen Bäche, stürzen Wasserfälle hernieder.

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Überall Tümpel, Teiche, Seen. Zum Schluss sind wir doch ziemlich geschafft, sind wir doch viele, viele Treppenstufen hinauf- und wieder hinuntergelaufen. Am Campingplatz wird alles noch mal ausgewertet, zeitig geht’s dann in die Koje.

Von Slowenien nach Kroatien

Heute stand Kultur an, Weltkultur sogar. Weltkulturerbe, um genau zu sein: Die Höhlen von Škocjan. Hier verschwindet der Fluss Reka Stück für Stück im Karstgestein und rauscht durch eine gigantische Tropfsteinhöhle. Erst ein ganzes Stück weiter, in Italien dann schon, kommt er wieder zu Vorschein. Mehr „aus Versehen“ habe ich diese „Zweitquelle“ in Italien auf der Rücktour gesehen.

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Die Besichtigung war ausgesprochen beeindruckend – und sportlich: 500 Treppenstufen galt es zu passieren. Die meisten zum Glück abwärts 😉 Eine kleine Bergbahn hat uns am Ende wieder nach oben gebracht.

Danach ging es wieder ans Steuer. Durchs slowenische Hinterland und über einen Grenzübergang „in the middle of nowhere – Tor und Stacheldraht“ gelangten wir nach Kroatien. Zu diesem Grenzübergang später (bei der Rücktour) mehr! Wir hangeln uns hinunter nach Rijeka und folgen der berühmt-berüchtigten Küstenstraße (heute allerdings entschärft) bis Senj.

IMG_5948Ein wahnsinniger Landwind macht das Fahren allerdings zu einem Kampf gegen die Naturgewalten.

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In Senj verabschieden wir uns von der Küste und entern vermintes Gebiet. Überall sind die Spuren des Krieges zu sehen: Einschusslöcher und zerstörte Häuser, Minenwarnschilder beidseitig des Weges. Gleichzeitig wird die Landschaft immer einsamer: nur noch vereinzelte Häuser, kaum Dörfer, eine Straße eher wie ein Wirtschaftsweg, sich endlos durch die Landschaft schlängelnd. Erst in der Nähe der Plitvicer Seen kommt wieder Leben in die Landschaft. Dort lassen wir uns nieder um morgen ein weiteres Weltkulturerbe zu besuchen, eins der ältesten zudem.

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Slowenien

Heute hieß es: nicht kleckern – klotzen! Direkt ab Nachtplatz war Kraxelei angesagt. Erster Gang. Von einer im ersten Weltkrieg angelegten Pflasterstraße waren nur rudimentäre Fragmente erhalten, über Steinspitzen und -stufen klettern wir dem Stol entgegen. Den fotogenen Dreisprung unterhalb des Stol hatten wir 2009 schon passiert, nun galt es, das Bildmaterial zu aktualisieren.

IMG_5900Von dort ging es weiter auf die Slowenische Grenzkammstraße, für Intimi die 605, hier prägte der Roadbookschreiber auch den Begriff „rechtsrechtsgeradeausbergabführend“.

IMG_5911Hier oben meinte der Kraftwagen des Autors dieser Zeilen, seinen Dienst mit zwei Mal Ruckeln und zwei Knallern aus dem Auspuff quittieren zu müssen. Doch Aufgabe? Fehlanzeige! Die Analyse ergab: leere Batterie. Warum? Dazu später. Eine Zweitbatterie war vorhanden, daher: Weiterfahrt, Marsch!. Um das Schicksal nicht herauszufordern, wurde auf den Rest der Kammstraße verzichtet. Als Nachtplatz war zur Abwechslung ein Campingplatz eingeplant, und die Fehlersuche führte zu einer Ladekontrollleuchte, die sich aus dem Instrumententräger gelöst hatte und daher nicht den erforderlichen Erregerstrom an die Lichtmaschine abgab, wodurch diese nicht mehr lud. Problem erkannt – Problem gebannt: nach etwas Fröbelei war alles wieder schick 🙂 .

Und so haben wir ganz entspannt Reinhards Geburtstag auf dem Campingplatz Dujceva Domacija in Vremski Britov gefeiert.

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Der Goldene Oktober 2018 – Anreise und Start

Der frühe Vogel fängt den Wurm, jaja, alles schön und gut. Traditionell habe ich mit den Vorbereitungen zum Goldenen Oktober zwei Wochen vor Abfahrt begonnen, und das sah  dann so aus: den ganzen Bus ausräumen. Schließlich galt es, den Traum-Fußbodenbelag -Idee geklaut bei „the idle theory bus“- sowie zeitgenössisch korrekte Vorhänge und ein neues Waschbecken zu verbauen.

Planung: eine Woche Innenausbau und eine Woche Technikvorbereitung. Realität: 1,5 Wochen probiert, eine Holz-Bodenplatte der Abmessung 1,53 x 1,31 m ab Lager zu finden (erfolglos), sodann alsnoch Sperrholz gestückelt und die Technikwartung aufs Minimum reduziert. Doch dazu später 😉

Polle vom anderen Ende Berlins hat dann beim Zusammenbau der Inneneinrichtung assistiert, so konnte zumindest Teil eins erfolgreich abgeschlossen werden.

Tags darauf traf der Hauptteil der GO-Truppe, Sektion Berlin, ein. Wohlgemerkt das erste Jahr, dass es eine Berliner Delegation gab!

Die Anfahrt zum Sammelpunkt war mit einem Zwischenstopp bei Christian im Ingolstädter Raum garniert, und die kürzeste Route „ohne Autobahn“ führte…einmal quer durch Leipzig. Und damit es richtig Spaß macht: zum Berufsverkehr mit Vollsperrung auf der A9.

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Beim Christian haben vermutlich noch nie so viele T2 auf der Einfahrt gestanden, wir wurden bestens bewirtet, und nach einer frischen aber ruhigen Nacht hat uns Christian über fast schon oktobrige Nebenstrecken zum offiziellen Treffpunkt gelotst.

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Beim Burger King in Bad Reichenhall war es ein großes Hallo von vielen alten und einigen neuen Teilnehmern.

Die samstägliche Halbtagsetappe führte uns über kleine aber feine Wege zum Sepp in Hintergöriach, dort war die offizielle Begrüßung und der wirkliche Start der Tour.

Über den Schönfeldsattel geht es durch die Hintertür über den südlichen Alpenhauptkamm. Am Porsche-Museum in Gmünd -der Geburtsstätte des 356er- vorbei und über Spittal, fast den Weißénsee touchierend, über die Windische Höhe ins Gailtal geht es schnellen Rades Richtung Naßfeldpass, italienische Grenze.

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Weiter Richtung Udine verlassen wir das Canale del Ferro-Tal bei Resiutta und biegen ins Val Resia ein, wo wir unseren Nachtplatz in den letzten Nachmittags-Sonnenstrahlen auf einem Holzplatz finden.IMG_5873

Die Abrechnung :)

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Eigentlich voll interessant – aber wer mag schon Buchhaltung? Butter bei die Fische: was hat der Spaß gekostet? Ich habe akribisch Buch geführt, weil ich a) es wissen wollte und b) mir ja auch ein finanzielles Limit gesetzt hatte.

Also, hier sind sie dann, die trocknen, staubigen Zahlen: Ich war 54 Tage unterwegs (war ursprünglich viel länger gedacht, aber es kommt ja bekanntlich immer anders als man denkt), Reisestrecke 11.687 Kilometer. Böse Zungen fragen: Wie kann man über 11.000 km nach Portugal und zurück verfahren? Ja, das geht. Immer schön zick-zack fahren, kleine Straßen. Die Reiseroute ganz grob gesagt: vom Fläming über den Harz ins Saarland, dann quer durch Frankreich Richtung Les Landes, von dort übers Baskenland nach Madrid, dann ins Alentejo von Portugal, zur Südwestspitze, zick-zack in Portugal von Süd nach Nord, an den Nordwestpunkt der iberischen Halbinsel, von dort einmal quer rüber zu den Westpyrenäen, dann Grenzhopping Richtung Osten bis das Radlagerproblem kam. Mittig der Pyrenäen einmal quer durch Frankreich über Colmar in den Breisgau, an der Donau entlang und weiter bis nach Böhmen. Zum Schluss durch das Erzgebirgen und die Sächsische Schweiz und von dort nach Hause.

Spaß kostet, und zwar so viel:

1624 € für Sprit und Maut (Maut war 12,25 € – Stadtautobahn San Sebastián)

400 € für Essen

152 € für Campingplätze

118 € für SIM-Karten und Datenpakete. Dazu kommen Kosten fürs Roaming mit meiner deutschen Karte, die vom Bankkonto eingezogen wurden.

67 € für Haushaltsgerödel, was ich vergessen hatte oder zu brauchen meinte.

18 € für Eintritt (Oh, ich Kulturbanause…stimmt, ich habe Touri-Dinger immer umschifft).

Oder, weil es sich besser vergleichen lässt, auf Monatsbasis umgerechnet:

Fahren 917,71 €
Eintritt 10,45 €
Essen & Trinken 225,18 €
Haushalt 37,82 €
Telekom 66,86 €
Camping 86,22 €
SUMME 1.344,24 €

Der größte Posten: der Sprit

Bei der Tour habe ich mal wieder festgestellt: Ich bin ein Fahrer, kein Steher. Egal, wie schön der Platz ist, nach zwei Tagen habe ich Hummeln im Arsch. Und ich fahre gern. Nicht mit Gewalt, und auch nicht in der Nacht. Aber schon mehr als 50 Kilometer pro Tag. Wobei: hier könnte ich wirklich langsamer treten. Vielleicht war ich noch zu sehr getrieben von der Zeitnot, die man normalerweise hat. Die ich bei dieser Tour aber definitiv nicht hatte. Ich nehme mir vor, es ruhiger anzgehen, das nächste Mal. Ein großer Nachteil des Alleinfahrens ist, dass man unterwegs wenig Zeit zum Navigieren und insbesondere zum spontan (Um-)Planen hat. Was gibt es Interessantes entlang der Strecke? Ich beneide Teams, bei denen der Copilot jederzeit stöbern kann: Was findet sich links und rechts der Strecke.

Das SIM-Drama

Das SIM-Karten-Thema hat mich verhältnismäßig viel gekostet, da ich mich vorab zu wenig mit diesem nicht ganz einfachen Thema befasst hatte, aber lokale Karten für den Datenverkehr nutzen wollte. Die Probleme gingen schon in Deutschland los: Ich bekam die Vodafone-SIM im Router nicht aktiviert, der Vodafone-Shop in Bad Hersfeld konnte gar nicht helfen, letztendlich hat eine liebe Bekannte, die in der Firma arbeitet, das irgendwie gerichtet. In Frankreich hatte ich übersehen, dass es die für mich beste Karte nur in wenigen, auserwählten Shops gab und nicht, wie ich es verstanden hatte, „in jedem Hypermarché oder Tabac“. Zudem bot die Karte kein Roaming. Auch in Portugal habe ich lange gebraucht, bis ich diese Superkarte bekommen habe, die leider wiederum in Spanien nicht nutzbar war. Hier kann ich nur empfehlen: akribisch vorbereiten, die eigene Hardware -wenn vorhanden- schon zu Hause kennenlernen, ausprobieren und verstehen. Noch so ein kleiner Stolperstein: Online-Banking, zu Hause ganz normal, funktioniert unterwegs womöglich nicht oder nur nach einer speziellen Freischaltung. Schlecht, wenn man da gerade eine dringende Überweisung tätigen muss.

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Reparaturen

Wer mit einem fast 50 Jahre alten Auto fährt, muss mit Reparaturen rechnen – das ist normal. Vorab hatte ich nur eine normale Inspektion gemacht: alles einstellen, Ölwechsel. mehr nicht. Schon bald meinte ich, unübliche Geräusche zu hören. Ja, ich habe mich im Laufe der Fahrt zum Meister des Geräuschewahrnehmens und daraus die schlimmsten Probleme Ausmalens entwickelt – natürlich alles völlig überzogen.

So war das Summen in Kurven, welches mir bereits im Saarland Sorgen bereitete, schlicht auf die zwar noch relativ neuen aber offenbar schon ausgehärteten Allwetterreifen zurückzuführen. Die Radlager jedenfalls waren top in Schuss, wie Sven (von SLR) feststellte. Erst 6.000 Kilometer später wurde das Mahlen so laut, dass ich doch mal nachsehen musste. Profihaft hatte ich einen Getriebeschaden oder dergleichen projiziert, de facto war es dann doch eher das hintere Radlager. Da das Ersatzteil aus Deutschland ja einfach nicht ankommen wollte, bin ich mit dem „defekten“ Lager noch 4.000 Kilometer gefahren, jeden zweiten Tag nachfetten hat gereicht, und selbst beim Ausbau zu Hause war es nicht etwa so, dass mir die Einzelteile entgegenfielen.

Einige Kosten sind nicht richtig abgebildet, so wurde das Nachladen der Congstar-Karte per Einzugsermächtigung direkt vom Konto abgebucht. Zudem musste ich mich, da ich zwischen zwei Jobs war, selbst krankenversichern. das hat € 150 pro Monat gekostet, „nicht genutzte“ Tage wurden nicht berechnet.

Eis in der Nacht und Eis am Stiel

Frisch war sie gewesen, die Nacht. Auf den Campingtischen und auf den Bullidächern -zumindest bei denen, die ohne Standheizung schliefen- hatte sich Eis gebildet. Aber das kommt beim Goldenen Oktober ja öfter vor, ich sage nur GO 2011. Deshalb ging es heute zum Aufwärmen in den sonnigen Süden, nach la bella Italia. Das Team Dakota in seiner aufmüpfigen Art hatte sich entschlossen, die Tour andersrum zu fahren. Hintergrund war, das so der angedachte, relativ lange Ausflug am Ende der Tour liegen würde. Bei übermäßigen Erschöpfungserscheinungen könne man sich dann noch gegen den Ausflug entscheiden.

Also war unser erstes Ziel der Julierpass, und der Regen der vergangenen Nacht war hier tatsächlich als Schnee niedergegangen. Der gesamte Pass war leicht angezuckert. Über Silvaplana stiegen wir zum Segl-See ab. Das Wetter blieb uns hold, aber der Wind war knackig und recht frisch.

Über den Paso del Maloja ging es in spannenden Kehren weiter und weiter hinunter, bis uns schließlich in Chiavenna italienisches Flair und Mittelmeer-Temperaturen begrüßten. Dort haben wir ein paar Einkäufe getätigt, ein Eis gegessen und ein paar Euros aus der Wand gezogen. Dann wurden die Bullis wieder gen Norden ausgerichtet: der Splügenpass stand an. Das Wetter wurde schlechter, Erinnerungen wiederum an den GO 2011 wurden wach, als uns dort massiver Schneefall überraschte. Diesmal blieb’s bei bedrohlicher Bewölkung.

So entschieden wir uns doch für den Ausflug ins Averser Tal. Den Endpunkt der 25 km langen Strecke bildet das Dorf Juf auf 2126 m, die höchstgelegene ständig bewohnte Ansiedlung in den Alpen.

Schließlich ging es durch die Via Mala wieder zurück zur Home Base.

Am Sonnabend hieß es dann schon wieder, langsam Kurs in Richtung Heimat zu setzen.

Noch ein Mal über den Albulapass, heute leicht angezuckert…,

und über flinke Straßen zum Einstieg in das Samnaun-Tal. Dieses schweizer Hochtal war bis 1905 ausschließlich über österreichischen Boden erreichbar. Daher ist das Tal Zollausschlussgebiet – und damit Einkaufsparadies, wenn auch nicht ganz so günstig wie Livignio.

Über den bizarren Pass des Hahntennjochs (1909m)…

gelangen wir in das Lechtal, und von dort über den Gaichtpass nach Tannheim. Im dortigen Hofbräuhaus verbringen wir den letzten gemeinsamen Abend bei Hax’n & Co und den einen oder anderen Schnaps. Praktischerweise dürfen wir direkt hinter dem Gasthof auf deren Wiese parken und nächtigen – besser geht’s nicht.

Am Sonntag stand die Heimreise an, das Wetter war analog zur Stimmung bescheiden. Ich habe mich für einen großen Bogen südlich um München entschieden, in der Nähe von Cham, am Silbersee,…

habe ich mein Nachtlager aufgeschlagen. Am Folgetag ging es durch Tschechien (tanken!) zu einer Stippvisite nach Werdau und von dort nach Hause.

VANLIFE, MINIMALISMUS UND ICH

Gleich vorab: Ich bin kein Weltreisender, Globetrotter, Traveller oder wie auch immer. Aber ich habe im Sommer dran geschnuppert. Und eins der großen Themen von denen, die ihr Steinhaus aufgeben zugunsten von reisenden Reifen ist: Was nehme ich mit?

Und ich muss zugeben: nach der Rückkehr von meinem Roadtrip in meinen 173 m² Vierseitenhof frage ich mich jedes Mal, wenn ich einen Schrank aufmache: Was davon würdest du mitnehmen im VW-Bus?

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Zugegeben – und böse Zungen behaupten es schon lange: ich habe Messy-Neigungen. 20 Jahre alte T-Shirts haben noch jeden Umzug überlebt, in der Werkstatt wächst das Sammelsurium an Werkzeug, Teilen und Mittelchen Jahr um Jahr. In der Küche stapelt sich sämtliches Geschirr, was Mutter je ausgemustert hat. Ganze Kompanien könnte ich mit Frühstückstellern, Besteck und Schüsselchen ausstatten.

Auf meinem Roadtrip hatte ich natürlich extrem wenig dabei. Das lag einerseits am fehlenden Platz, aber auch an der wenig ausgefeilten Packlist. Der fehlte noch die Traveller-Erfahrung. Seit jeher bewundere ich die Bullifahrer, die in jahrelanger Erfahrung ihre Ausstattung in einem faszinierenden Maße perfektioniert haben und damit genau den idealen Punkt zwischen nicht zu viel und nicht zu wenig gefunden haben. Sicher ist: Man kann mit unheimlich wenig unheimlich weit kommen.

Die andere Frage ist: könnte ich dauerhaft auf Reisen sein? Rein technisch gesehen: ja. Würde ich Haus und Hof verkaufen, könnte ich davon sehr lange leben. Ich brauche nicht viel Geld (demnächst folgt eine Abrechnung des Roadtrips). Zudem würde man, wenn man dauerhaft unterwegs ist, nicht jeden Tag fahren wie ich es tat. Und die Fahrtkosten machen den Löwenanteil der Kosten aus. Doch ich denke, ich würde auf Dauer meine Tiere vermissen (Katzen, Enten und Hühner). Und ja, ich finde es auch schön, meine Apfel- und Kirschbäume zu pflegen und zu ernten. Andererseits habe ich die Zeit unterwegs enorm genossen. Leider schließen sich beide Sachen gegenseitig aus. Auch halbe-halbe geht nicht – wer soll sich währenddessen monatelang um Tiere und Garten kümmern?

Problem unsolved 😦

GANZ NEUE (VERKEHRS-)WEGE…

Klar, das Schiffshebewerk in Niederfinow ist mir als Ex-Pankower wohlbekannt. Wasserstraßenkreuze à la Mittellandkanal/Weser sind auch kein Novum, doch Grotten, durch die eine Straße verläuft und Schifffahrtskanäle, die durch Tunnel verlaufen, waren für mich neu.

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L’Aveyron

Doch durch die Grotte du Mas-d’Azil fließt nicht nur der Fluss, auch die Landstraße führt hindurch. Eine weitere Neuigkeit war für mich der Canal Entre Champagne et Bourgogne, der in der Nähe von Vingeanne, wo ich nächtigte, in einem Tunnel verschwindet.

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Die Park4anight-App hatte einen Stellplatz am Fluss Lot empfohlen, „Für einen Van, nicht geeignet für CamperVans“. Und genau so war es: genau ein Stellplatz direkt am Ufer des Lot. Schön, still, romantisch.

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Tags darauf ging es am Massif Central entlang, an dem Cascade de Salins vorbei nach Gelles, wo das Volcs’en Cox- Treffen stattfand. Eine bunte Mischung aus Original und Tuning, Rat-Look und edel fand sich dort vereint, es war das 10. Treffen des Clubs und entsprechend gut besucht: der Campingplatz war bis auf den letzten Platz gefüllt-bis auf den vorletzten! Den ein Platz fand sich noch für mich, sodass ich dort von Sonntag zu Montag nächtigen (und duschen!) konnte.

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Als letztes Highlight Frankreichs hatte ich Colmar auserkoren, wobei die Strecke durch die Vogesen und über den Col de la Schlucht durchaus auch charmant war.

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Das Venedig des Elsass ist auf jeden Fall einen Besuch wert, mit seine Sträßchen, Kanälen und Puppenhäusern erinnert es mich etwas an Amsterdam. Schwüle Hitze mit über 30 Grad machten die Stadttour allerdings nicht besonders erholsam.

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So bin ich am selben Nachmittag noch bis in den Breisgau gefahren und habe dort hinter einem Maisfeld einen ruhigen Platz gefunden.

WEITER GEHT’S

Es war eine Weile still – im Blog wie auch fahrtechnisch.

Das Radlager war ja nun bestellt, doch es tat sich nichts. Tag um Tag verstrich, GLS war mit dem Updaten der trackinginfo so sparsam wie Oma mit dem Heizen im Winter. Nach fünf Tagen Campingplatz war ich der Meinung, das Teil müsse langsam mal kommen und habe ausgecheckt. Leider kam weder an diesem noch am Folgetag das Teil. Auch trackingupdates gab es nicht. Am Tag 6 des Vorganges -es war Donnerstag, ein weiteres Wochenende stand drohend vor der Tür- habe ich den Mechaniker gefragt (genauer gesagt: ich habe bei google translate eingegeben und seine Frau hat übermittelt 😀 ), ob wir nicht doch die Variante des Ausmessens und aus dem Standard-Lagerkatalog-Bestellens probieren wollen. Der Mechaniker hatte das ursprünglich auch schon vorgeschlagen, aber man will ja immer alles besser machen und die definitiv richtigen Lager inklusive Simmerringe und weitere Kleinteile bestellen.

Das bedeutete, dass der Mechaniker noch am selben Abend die Lager demontieren musste, um sie rechtzeitig zu bestellen, sodass sie vor dem Wochenende da sind. So saß er dann bis nach 21 Uhr abends da um festzustellen, dass es eben keine 08/15-Lager sind. Andererseits wiesen die Lager keine sichtbaren Beschädigungen oder Schwergängigkeiten auf, und so war er der Meinung, mit neuem Fett würden die noch bis zu Hause reichen. Sein Wort in Gottes Ohr!

GLS hatte am nächsten Freitagmorgen die vielsagende Info zu bieten, dass die Sendung in „Spanien“ eingetroffen sei – na super. Zwei Tage zuvor hieß es, die Sendung sei in Barcelona!

Also bin ich in aller Frühe Richtung Heimat losgedüst. „Gezwungenermaßen“ musste ich noch einige Pässe mitnehmen, und die haben wieder Laune gemacht: den Foradada (1020 m), den Fadas (1470 m), den Espina (1407 m), den Creu de Perves (1350 m) und als Highlight den Port de la Bonaigua (2072 m), im Winter offenbar ein beliebtes Skigebiet.

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bonaigua4Die ganze Region scheint fürs Rafting bekannt zu sein, beeindruckend waren die Schluchten Congosto de Ventamillo und Congost de Collegats. Mindestens ebenso beeindruckend war, dass mir auf den schmalen Schlängelstrecken mehrfach Sattelschlepper und Hängerzüge entgegenkamen, gern auch mal in der Kurve….Es handelt sich hier um eine Querverbindung in den spanischen Pyrenäen, für die es keine vernünftig ausgebaute Alternative gibt…

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Für den Grenzübertritt hatte ich den Coll. del Portillón gewählt, eine schöne und ruhige Hinterlandstrecke, die in dem hübschen Städtchen Bagnères-de-Luchon endet. Dummerweise hatte ich nur den ersten Teil des Ortsnamens verinnerlicht, ausgeschildert war aber „Luchon“. Und ich wunderte mich, welches verflixte Kaff das sein soll…

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In „La Douce France“ wurde dann erst schön teuer getankt, und dann habe ich mal wieder die Abfahrt zum sorgsam ausgewählten Nachtplatz verpasst. So stehe ich wiederum in der Pampa, auf einer stillgelegten Außenkurve, aber leider ohne Toilette und fließend Wasser. Dafür sehr ruhig und landschaftlich schön.

Such den Bulli:

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WO BIN ICH EIGENTLICH?

ainsa5Aínsa ist ein kleines Städtchen mit gut 2000 Einwohnern in der Provinz Huesca im Aragón. Die Altstadt liegt auf einer Felsnase, die zwischen den Flüssen Cinca und Ara ins Tal hineinragt. Rückwärtig ist die Stadt durch eine Festung mit Graben gegen das Hinterland gesichert.

Die Altstadt ist von schmalen, steilen Gassen durchzogen, die Häuser sind regionaltypisch aus dunklen Quadern unterschiedlicher Größe gemauert. Die Kirche tritt überraschend beim Aufstieg durch die Stege ins Bild.

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Den Kirchturm kann man gegen eine kleine Spende besteigen. Das ist allerdings nichts für Menschen mit Platzangst 😉

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Um zwei weitere Ecken gebogen steht man auf dem Plaza Mayor, der überraschend weitläufig und beidseitig von Arkade gerahmt ist. Hier reiht sich Restaurant an Restaurant, und da die Spanier gern ihr eigenes Land bereisen, ist hier ordentlich Trubel.

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Wenn man die Mauern der Festung besteigt, hat man einen fantastischen Ausblick sowohl auf das Städtchen als auf das Umland, nach Süden hin bis  zum Mediano-Stausee, der mit seinem türkisfarbenem Wasser in der Ferne glänzt.

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Blick nach Norden

Am Flussufer und vor allem am gegenüberliegenden Ufer befindet sich das moderne Aínsa.