GANZ NEUE (VERKEHRS-)WEGE…

Klar, das Schiffshebewerk in Niederfinow ist mir als Ex-Pankower wohlbekannt. Wasserstraßenkreuze à la Mittellandkanal/Weser sind auch kein Novum, doch Grotten, durch die eine Straße verläuft und Schifffahrtskanäle, die durch Tunnel verlaufen, waren für mich neu.

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L’Aveyron

Doch durch die Grotte du Mas-d’Azil fließt nicht nur der Fluss, auch die Landstraße führt hindurch. Eine weitere Neuigkeit war für mich der Canal Entre Champagne et Bourgogne, der in der Nähe von Vingeanne, wo ich nächtigte, in einem Tunnel verschwindet.

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Die Park4anight-App hatte einen Stellplatz am Fluss Lot empfohlen, „Für einen Van, nicht geeignet für CamperVans“. Und genau so war es: genau ein Stellplatz direkt am Ufer des Lot. Schön, still, romantisch.

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Tags darauf ging es am Massif Central entlang, an dem Cascade de Salins vorbei nach Gelles, wo das Volcs’en Cox- Treffen stattfand. Eine bunte Mischung aus Original und Tuning, Rat-Look und edel fand sich dort vereint, es war das 10. Treffen des Clubs und entsprechend gut besucht: der Campingplatz war bis auf den letzten Platz gefüllt-bis auf den vorletzten! Den ein Platz fand sich noch für mich, sodass ich dort von Sonntag zu Montag nächtigen (und duschen!) konnte.

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Als letztes Highlight Frankreichs hatte ich Colmar auserkoren, wobei die Strecke durch die Vogesen und über den Col de la Schlucht durchaus auch charmant war.

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Das Venedig des Elsass ist auf jeden Fall einen Besuch wert, mit seine Sträßchen, Kanälen und Puppenhäusern erinnert es mich etwas an Amsterdam. Schwüle Hitze mit über 30 Grad machten die Stadttour allerdings nicht besonders erholsam.

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So bin ich am selben Nachmittag noch bis in den Breisgau gefahren und habe dort hinter einem Maisfeld einen ruhigen Platz gefunden.

WEITER GEHT’S

Es war eine Weile still – im Blog wie auch fahrtechnisch.

Das Radlager war ja nun bestellt, doch es tat sich nichts. Tag um Tag verstrich, GLS war mit dem Updaten der trackinginfo so sparsam wie Oma mit dem Heizen im Winter. Nach fünf Tagen Campingplatz war ich der Meinung, das Teil müsse langsam mal kommen und habe ausgecheckt. Leider kam weder an diesem noch am Folgetag das Teil. Auch trackingupdates gab es nicht. Am Tag 6 des Vorganges -es war Donnerstag, ein weiteres Wochenende stand drohend vor der Tür- habe ich den Mechaniker gefragt (genauer gesagt: ich habe bei google translate eingegeben und seine Frau hat übermittelt 😀 ), ob wir nicht doch die Variante des Ausmessens und aus dem Standard-Lagerkatalog-Bestellens probieren wollen. Der Mechaniker hatte das ursprünglich auch schon vorgeschlagen, aber man will ja immer alles besser machen und die definitiv richtigen Lager inklusive Simmerringe und weitere Kleinteile bestellen.

Das bedeutete, dass der Mechaniker noch am selben Abend die Lager demontieren musste, um sie rechtzeitig zu bestellen, sodass sie vor dem Wochenende da sind. So saß er dann bis nach 21 Uhr abends da um festzustellen, dass es eben keine 08/15-Lager sind. Andererseits wiesen die Lager keine sichtbaren Beschädigungen oder Schwergängigkeiten auf, und so war er der Meinung, mit neuem Fett würden die noch bis zu Hause reichen. Sein Wort in Gottes Ohr!

GLS hatte am nächsten Freitagmorgen die vielsagende Info zu bieten, dass die Sendung in „Spanien“ eingetroffen sei – na super. Zwei Tage zuvor hieß es, die Sendung sei in Barcelona!

Also bin ich in aller Frühe Richtung Heimat losgedüst. „Gezwungenermaßen“ musste ich noch einige Pässe mitnehmen, und die haben wieder Laune gemacht: den Foradada (1020 m), den Fadas (1470 m), den Espina (1407 m), den Creu de Perves (1350 m) und als Highlight den Port de la Bonaigua (2072 m), im Winter offenbar ein beliebtes Skigebiet.

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bonaigua4Die ganze Region scheint fürs Rafting bekannt zu sein, beeindruckend waren die Schluchten Congosto de Ventamillo und Congost de Collegats. Mindestens ebenso beeindruckend war, dass mir auf den schmalen Schlängelstrecken mehrfach Sattelschlepper und Hängerzüge entgegenkamen, gern auch mal in der Kurve….Es handelt sich hier um eine Querverbindung in den spanischen Pyrenäen, für die es keine vernünftig ausgebaute Alternative gibt…

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Für den Grenzübertritt hatte ich den Coll. del Portillón gewählt, eine schöne und ruhige Hinterlandstrecke, die in dem hübschen Städtchen Bagnères-de-Luchon endet. Dummerweise hatte ich nur den ersten Teil des Ortsnamens verinnerlicht, ausgeschildert war aber „Luchon“. Und ich wunderte mich, welches verflixte Kaff das sein soll…

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In „La Douce France“ wurde dann erst schön teuer getankt, und dann habe ich mal wieder die Abfahrt zum sorgsam ausgewählten Nachtplatz verpasst. So stehe ich wiederum in der Pampa, auf einer stillgelegten Außenkurve, aber leider ohne Toilette und fließend Wasser. Dafür sehr ruhig und landschaftlich schön.

Such den Bulli:

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WO BIN ICH EIGENTLICH?

ainsa5Aínsa ist ein kleines Städtchen mit gut 2000 Einwohnern in der Provinz Huesca im Aragón. Die Altstadt liegt auf einer Felsnase, die zwischen den Flüssen Cinca und Ara ins Tal hineinragt. Rückwärtig ist die Stadt durch eine Festung mit Graben gegen das Hinterland gesichert.

Die Altstadt ist von schmalen, steilen Gassen durchzogen, die Häuser sind regionaltypisch aus dunklen Quadern unterschiedlicher Größe gemauert. Die Kirche tritt überraschend beim Aufstieg durch die Stege ins Bild.

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Den Kirchturm kann man gegen eine kleine Spende besteigen. Das ist allerdings nichts für Menschen mit Platzangst 😉

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Um zwei weitere Ecken gebogen steht man auf dem Plaza Mayor, der überraschend weitläufig und beidseitig von Arkade gerahmt ist. Hier reiht sich Restaurant an Restaurant, und da die Spanier gern ihr eigenes Land bereisen, ist hier ordentlich Trubel.

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Wenn man die Mauern der Festung besteigt, hat man einen fantastischen Ausblick sowohl auf das Städtchen als auf das Umland, nach Süden hin bis  zum Mediano-Stausee, der mit seinem türkisfarbenem Wasser in der Ferne glänzt.

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Blick nach Norden

Am Flussufer und vor allem am gegenüberliegenden Ufer befindet sich das moderne Aínsa.

 

SOL Y SONORAS

Die Sache mit den Geräuschen…ist das alles Einbildung? Hausgemachte Panikmache? Motorschaden: hatte ich schon: 1988 in der Türkei. Mehr schlecht als recht repariert in (damals) Jugoslawien. Motorbrand? Ende der 90er in Berlin. Ist ja nicht so, dass das nur Hirngespinste sind.

Nachdem die lose Mutter auf der Hinfahrt die „angenehmere Variante“ war, hat es mich jetzt doch erwischt. Das dumpf brummende Geräusch stellt sich als defektes Radlager der Hinterachse heraus. Und da man ein solch exklusives Auto wie einen T2 fährt, ist das Teil über den Teilehandel nicht mehr verfügbar. (Ja, OK, weil das Lager ab 8/70 geändert wurde, die „neue“ Variante gibt es noch überall). Aber da mal überall liebe Freunde hat, in diesem Fall das „Team Dakota“, ist ein Ersatz schnell beim Spezialisten in Deutschland aufgetrieben und für den Versand nach Spanien bestellt.

Davor hatte mich Frankreich so empfangen, wie es mich verabschiedet hatte: mit sintflutartigen Regenschauern. Die erste Pyrenäenquerung war ein Vorgeschmack auf die der folgenden Tage: in Spanien eitel Sonnenschein und in Frankreich Nebel, Regen und Gewitter.

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Gartenbaukunst am Rastplatz

Die Berge haben eben auch ihren Stolz. Sie zeigen nicht beim ersten Besuch all ihre Schönheiten. Man soll ja wieder kommen. Die erste Querung -da lag der Pass (Collado de Urkiaga, 890 m) noch auf der spanischen Seite, war wettertechnisch OK. In St-Jean-Pied-de-Port waren Gott und die Welt unterwegs…Pilgerfestival oder einfach Hochsaison? Zurück über den Puerto de Inbañeta (1057 m) ging auch noch. Das nächste Tal, Valle de Roncal, war insofern beeindruckend, das man ewig auf einem flachen Talboden „in die Berge“ hineingefahren ist, bis man quasi vor einer Wand stand, dann bog die Straße auf einmal ab und kletterte am Berghang hoch. Die absolut beeindruckende Welt des Col de la Pierre St Martin (1760 m), Col de Soudet (1540 m) und der „Route des Cols“

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nach Lées-Athas blieb leider vollkommen im Nebel verborgen. Auch, wieder nach Süden gewandt, der Col du Somport (1650 m), natürlich über die Passstraße, nicht durch den Tunnel, blieb in 50 shades of grey gehüllt. Da jedes Mal das Wetter in Spanien besser wurde und die Vorhersage Richtung Osten auch besser wurde, habe ich noch einen Versuch gewagt. Und tatsächlich: Am Col de Pourtalet (1794 m) blieb die Sonne zumindest bis dort oben erhalten. Kaum überraschend, dass die Passstrecke in Frankreich zwischen dem Col d‘ Aubisque (1709 m)

aubisqueund dem Col de Soulor (1474 m) wieder voll im Nebel verschwand. Dabei ist besonders diese Strecke ein absolutes landschaftliches Highlight – soweit ich sehen konnte. Unbedingt wiederholen!

Leider musste ich noch weiter in Frankreich verbleiben, denn die nächste Verbindung gen Süden war noch nicht erreicht. So waren erst noch der Col du Tourmalet (2115 m) und der Col d’Aspin (1489 m) zu bewältigen. Statt des letztgenannten habe ich mich jedoch für die Hourquette d’Ancizan (1538 m) entschieden, eine faszinierende Route durch eine abgeschiedenen Hochgebirgswelt, in der Kühe, Schafe, Ziegen, Pferde und Esel frei herumlaufen. Leider auch hier viel Nebel.

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Erwartungsgemäß hat mich der Túnel de Bielsa dann wieder ins (spanische) Schönwetter gebracht. Am Nachtplatz „Salinas de Sin“ habe ich am Abend ein beeindruckendes Ensemble von Felsblöcken vor einer Brücke abgelichtet. Kurz dahinter hatten sich Jugendliche zu einem Badenachmittag am Flüsschen niedergelassen. In der darauffolgenden Nacht ging ein kräftiges Gewitter nieder. Die Geräuschkulisse morgens im Bus ließ vermuten, dass das lieblich plätschernde Bächlein inzwischen dramatisch andere Ausmaße angenommen hat. Und so war es auch: über die Felsbrocken stürzten sich braune Wassermassen tosend hinab, die Badestelle des Vortages war überflutet.

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Um noch etwas im sonnige Süden zu bleiben bin ich nochmal gen Westen gefahren, die N 260 nach Sabiñánigo, um dann von Lanave aus im Paralleltal wieder zurück zu fahren. Diese Strecke war genial: einsam und wild, unten immer dicht am Fluss (eingefleischte Overlander wussten das und haben dort ihren Nachtplatz gesucht 😉 ). Allerdings machte das unerwünschte Geräusch immer nachdrücklicher auf sich aufmerksam, so beschloss ich, in Aínsa einen asphaltierten Platz zu suchen, wo ich dem Problem nachgehen konnte, ohne mich im Dreck zu wälzen.

Da es nun dummerweise Wochenende war, musste ich etwas mehr Zeit auf dem Campingplatz von Aínsa verbringen. Dabei merke ich „mal wieder“, dass Stillstehen auf Reisen gar nicht mein Ding ist. Ich werde dann irgendwie hibbelig und nervös. Im Moment gibt es allerdings gerade keine andere Wahl.

NOBEL GEHT DIE WELT ZUGRUNDE

Die feinen Herren (und Damen) mit den Häusern auf Rädern haben natürlich allesamt eine (mehr oder weniger) schicke Nasszelle im Camper, doch im VW-Bus ist für so etwas kein Platz. Also heißt es: Katzenwäsche am Bergbach, baden im Meer und wenn es gar nicht anders geht: auf einen Campingplatz. Außer dieses Mal. Dieser Tag toppt jeden noch so geilen Strand, jeden top-gepflegten Campingplatz: Es ging in eine original römische Therme! Heiße Quellen mit knapp 50 Grad Wassertemperatur hatten die alte Römer angebohrt (oder einfach entdeckt?) und schöne Badebecken drumherum gebaut. Nach einer kühle Nacht betrug die Wassertemperatur im Becken perfekte 38 Grad…unglaublich herrlicher Badespaß!

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Diesen traumhaften Platz hat mir Isabelle verraten. Wir hatten uns in Messanges (Frankreich) kennengelernt und sind beide von dort geflüchtet – ob des schlechten Wetters. Isabelle, ihre Reisebegleitung Baffo und Hündin Nicol allerdings etwas langsamer als ich: Während ich schon wieder auf dem Rückweg von der Algarve war und auch Isabelles Tipp Afife schon besucht hatte, waren sie erst auf dem Weg dorthin.

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Ich hatte gehofft, es würde gegen Abend ruhiger werden an der Therme, doch im Gegenteil: Als ich schon im Bett lag (das ist meistens relativ früh), kamen immer mehr Autos mit jungen Leuten, die ausstiegen und dann irgendwo hin gingen, aber wo und wozu, erschloss sich nicht. Es war keine Musik zu hören, nicht mal eine Unterhaltung. Wenn sie losgegangen waren, war es mucksmäuschenstill. Irgendwann kamen sie zurück zu den Autos, stiegen ein und fuhren weg. Wieder Ruhe. Keine Ahnung, was das war. Am nächsten Morgen waren alle wieder weg, außer die vier Travellerbusse, die auch schon früher gekommen waren und sich in einer Gruppe zusammengestellt hatten.

Tags danach hieß es: ab Richtung Pyrenäen, denn sie sind eins der wenigen gesetzten Ziele dieser Reise. Bis Burgos war Kilometerfressen angesagt: die Landschaft ist leicht wellig, leicht trocken und die Straßen sind wie mit dem Lineal gezogen, es gibt nichts zu schurbeln. Hinter Burgos lockt die Sierra de la Demanda mit auf der Michelin-Karte grün markierten Strecken. Nachdem die von Isabelle als Nachtplatz empfohlene Eremita de Muño als Siestaplatz wegen des fehlenden Schattens nicht taugte, hatte ich zwei Stauseen in der Sierra als potentielle Zwischenstopps auserkoren. Am Embalse del Arlansón wurde ich fündig.

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Nach der Siesta ging es weiter – und wie! Parallel zur Strecke lief eine ehemalige Erzbahn, die jetzt als Radwanderweg Dienst tut. Nach der Passhöhe (1240 m) folgte der Mansilla-Stausee, dessen Wasserstand so niedrig war, dass man die alten, normalerweise überschwemmten alten Dörfer wieder sehen konnte – samt Kirche. Danach folgte das Tal des Río Najerilla, wo dieser quasi zwischen Sierra de la Demanda und Sierra de Camero Nuevo durchbricht. Es ist ein wildromantischer Zick-Zack-Kurs, dem die Straße ebenso abenteuerlich folgt. Landschaftlich wie fahrerisch ein absoluter Hochgenuss (letzteres allerdings nur, bis irgendwo die Ausbaustrecke beginnt).

Stausee

Als Tagesabschluss habe ich mir eine Mini-Querverbindung über den Peña Hincada-Pass (1412 m) rausgesucht, die im Anstieg in karges Bergland führt und Steigungen bis 14% bietet. Hier kam auch schon mal der erste Gang zum Einsatz. An einem Holzplatz fand sich ein weiterführender Waldweg, der schon wenig weiter eine geschützte Stelle für die Nacht bot.

Nachtplatz_Peña Hincada

PORTUGAL – FINALE

Die vergangene Nacht war relativ unspektakulär an einem Stausee bei Vila Real, zwischen Autobahn, Schnellstraße und der großen Stadt. Als ich ankam, war dort recht viel Betrieb, doch abends fuhren die Portugiesen nach Hause und man war ganz alleine.

Am Folgetag stand der Norden des Landes auf dem Programm. Die Landschaft war wesentlich grüner geworden. Während im Süden die Bäume die einzigen grünen Tupfen waren, wuchs hier wieder einfach so Gras am Straßenrand. Hier war die Bergwelt auch welliger als im Süden oder in der Mitte. Ich hatte die Route durch den Nationalpark Gerês geplant, und das war goldrichtig. Hier wurde die Bergwelt überraschenderweise noch einmal richtig wild. Die kleinen Bergsträßchen waren einsam und in fast jedem Tal gab es einen Stausee.

Norden

Eigentlich wollte ich mir einen potentiellen Nachtplatz im Gerês ansehen, hatte dann aber -mal wieder- die Abfahrt verpasst, und so habe ich beschlossen, durchzufahren bis zu meinem letzten Nachtplatz in Portugal, den von Isabelle wärmstens empfohlenen Platz von Afife. Und ich muss sage: Sie hat nicht zu viel versprochen. Man fährt vor dem offiziellen Strandparkplatz links weg und findet mehrere Gelegenheiten, direkt hinter, ja fast in den Dünen zu parken. Damit ist man wirklich in drei Schritten am Strand. Alternativ kann man noch direkt an einem Fließ stehen, dort ist auch Schatten, und zum Strand ist es auch nicht weiter. So habe ich die erste Nacht in den Dünen gestanden und somit einen wunderbaren Sonnenuntergang und Sonnenaufgang erlebt. Nach der Einkaufsfahrt am nächsten Morgen habe ich mich dann unter die Bäume gekuschelt. Ein ebenfalls wirklich traumhafter Platz.

Afife

afife

Doch wie immer zog es mich nach der zweiten Nacht vor Ort weiter. Es ging zurück nach Spanien, das Kap Finisterre stand auf dem Programm. Dort ist auch der Startpunkt des Pilgerwegs nach Santiago de Compostela, und trotz der Hitze waren zahlreiche Pilger unterwegs, teils recht unromantisch entlang der Nationalstraße. Ob der liebe Gott das so gewollt hat?

Es war mal wieder megastürmisch -Küste halt- und man konnte tatsächlich mit dem Auto bis zum Leuchtturm fahren. Nach der üblichen Knipserei am Leuchtturm bin ich umgesiedelt auf dem Wohnmobilstellplatz, der sogar auf Google Maps ausgewiesen war – wegen der genialen Lage an den Klippen. Allerdings wurde es dort abends auch entsprechend voll. Weitere Leute kamen, um mitzuerleben, wie die Sonne im atlantischen Ozean versinkt. Bei solch gutem Wetter schon ein sehenswertes Schauspiel.

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Kap Finisterre: Start…

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…oder Ende der Pilgerung.

Währen der Platz abends recht windgeschützt war, hat der Wind später offensichtlich gedreht, denn der Camper wurde die Nacht ordentlich durchgeschüttelt. Keine gute Nachtruhe. Morgens habe ich sofort die Flucht ergriffen und auf der anderen Seite der Landzunge in Ruhe und in der Morgensonne Frühstück gemacht. Dann ging es weiter zu einem weiteren Highlight dieser Reise, doch darüber im nächsten Beitrag mehr!

schwindelfrei

Welcher der Fahrer ist wohl nicht schwindelfrei?